Upcycling einer Hose – Teil 3 Kleid

Yeah, ich bin stolz auf mein neustes Upcyclingprojekt!
Es reicht nicht, dass die Weihnachtsfeiern, Weihnachten, das hiesige traditionelle Spaghettiessen am 28.12., Silvester und mein Geburtstag waren, nein – eine Woche später geht es gleich weiter. Mitten in Hessen lebend, wird hier heftigst gefeiert, bei allen möglichen Gelegenheiten. Ist ein runder Geburtstag angesagt, dann erst recht. Der weltbeste Lebenspartner hat es in puncto Klamotten da immer recht einfach. Entweder Jeans mit Rolli und Sakko oder Jeans mit Hemd und Sakko, hin und wieder Anzug. Die Fragen bei ihm beschränken sich höchstens auf die Farbe des Hemds oder Sakkos. Meinereiner macht sich schon lange vorher Gedanken, was man anziehen kann. In unserer Mädels-Whatsappgruppe kommt spätestens einige Stunden vor der Feier die Frage „Was zieht Ihr denn an?“ Ich, als leidenschaftliche Näherin, wähle möglichst was Selbstgemachtes. Heiligabend war eher leger mit Glanzleggings (Klick) bei meinem Sohn zu Hause und an den anderen trug ich u.a. zum erstenmal meinen Blouson (Klick) mit den Samtleggings (Klick).

Ich gehöre zwar nicht zu der Fraktion „Das hatte ich letzte Woche zur Party schon an und kann es unmöglich nochmal anziehen“ (allein schon deshalb, weil es kaum jemand bemerkt), aber wenn man schon reichlich Klamotten hat, will man sie ja auch anziehen. Das hält mich aber keinesfalls davon ab, manchmal vorm Kleiderschrank zu stehen, durch diverse Kleidungsstücke zu schauen und dann verzweifelt/weinerlich zu stöhnen „ich hab nix zum Anziehen!“. Ich glaube, dass sind die Momente, wo mein weltbester Partner froh ist, dass wir nicht zusammen wohnen.


Doch diesmal wollte ich wirklich gern dieses geupcyclte Kleid aus einer alten Hose anziehen. Es war mir gegen Mittag von der Nähmaschine gehüpft und sollte jetzt herumgezeigt werden.
Das Prinzip des Upcyclings war ähnlich wie bei den anderen Projekten. Diese graue Stoffhose ohne Elastananteil war zu groß, kaum getragen und einfach zu schade, um sie wegzutun. Ich trennte die Innenseite der Hosenbeine auf, experimentierte damit herum, hatte eine Idee und ließ das Projekt dann erstmal ca. 11 Monate in der noch zu verarbeiteten Projekte „reifen“. Per Zufall fand ich sie vor kurzem und fragte mich, warum ich damit nicht weitergemacht hatte. Im Prinzip war es schon fast fertig. Selbst einen Reißverschluß hatte ich bereits an die Seite eingenäht Die Antwort offenbarte sich mir bei der Anprobe. Das Hosenkleid saß wie angegossen – allerdings so angegossen, dass ich nur mit tiefer Atmung in den Bauch einen Abend überstanden hätte.
Dann fiel mir der graue Velourstreifen in Wildlederoptik ein, den ich als Plan C für meinen Blouson gekauft hatte. Er passte Perfekt vorne in die Mitte, hatte die richtige Breite, nur war er mir etwas zu dünn, um ihn direkt einzunähen. Darum schnitt ich aus einem Rest einen etwas breiteren aus, nähte den Velourstreifen drauf und setzte alles vorne in die Mitte. Damit ergab sich ein schöner Effekt und ich konnte wieder befreit atmen.


Und wer jetzt glaubt, ich hätte mich mit der Entscheidung für das Kleid nicht mit der elenden Kleiderfrage beschäftigen müssen, der irrt. Immerhin konnte ich noch ca. 30 Minuten herumexperimentieren, was ich drunter tragen sollte.
Am Ende entschied ich mich für die rosa Satinbluse und hatte dennoch Zeit, vor der Party noch die Fotos für den Blog zu machen.


Die Party war lustig und jeder der mich nicht auf mein Kleid ansprach, kriegte die Geschichte der alten Hose, die jetzt ein Kleid ist gnadenlos von mir aufs Ohr gedrückt.
Meiner Strumpfhose mit dem Beinamen „Laufmaschensicher“ wurde das wohl als erstes zu viel. Von den ca. 90 Stühlen die zur Verfügung standen, setze ich mich auf den, der an der Seite abgesplittert war und blieb mit der Strumpfhose daran hängen. Und da merkte ich dann auch, dass sich zwar keine Laufmasche, dafür aber ein kreisrundes Loch gebildet hatte.
Das hielt mich aber nicht davon ab nach dem Essen die Tanzfläche zu stürmen.

Ein heißer Tipp von einer guten Freundin konnte ich übrigens auf Tauglichkeit testen. Deute Dir im Laufe eines Abends einen Kellner aus, frage ihn nach seinem Namen und bedanke Dich, dass er Dich so gut mit Getränken versorgt (was an dem Abend anfangs nicht stimmte, denn die Getränke kamen nur sehr zähflüssig. Doch nachdem ich Timo (oder war es Tim?) hatte, brachte er mir ungefragt Getränke bis auf die Tanzfläche. Tauglichkeit des Test = Daumen hoch.

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14 Kommentare zu „Upcycling einer Hose – Teil 3 Kleid

  1. Dein Kleid gefällt mir sehr gut, schick, aber nicht übertrieben, tolle Länge, und dann die schöne Kombi mit der rosa Bluse, steht Dir alles ausnehmend gut! Danke auch für die amüsante Schilderung Deiner Festvorbereitungen, ich habe sehr gern bei Dir gelesen. Upcycling finde ich auch gerade spannend, ich versuche gerade aus einer alten Jeans meines Mannes einen Rock für mich zu machen. Mal sehen, was draus wird!
    LG Barbara

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  2. Liebe Barbara,
    ich drücke Dir die Daumen für den Rock. Beim Upcycling wird mein Trennmesser immer erstmal mein bester Freund. Gerade bin ich auch an einer alten Jeans, die ich jetzt zu einer Wendetasche für die Freundin meines Sohnes zum Geburtstag mache. Doch die nächste Hose wartet schon auf ein weiteres Upcycling Projekt.
    Liebe Grüße, Julia

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  3. Liebe Gusta,
    ob Du es glaubst oder nicht, aber ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. Manchmal bin ich doch noch recht unsicher, aber Deine Kommentare und die der anderen geben mir jedes mal wirklich sehr viel Zuversicht.
    Ganz herzliche Grüße, Julia

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