Schon wieder 12 von 12 – Alltag einer Bloggerin

 

Ich habe es heute morgen völlig verpennt. Letzte Woche dachte ich noch dran, aber dann kam der 30. Geburtstag vom Ältesten mit Kuchen backen, was ich mittlerweile nur ca. 4 x im Jahr mache (Geburtstag von den Kindern, vom Liebsten und zu Ostern der Hefezopf).
Am Samstag war ich mit 2 Freundinnen verabredet, von denen eine absagte und so saßen wir anfangs zu Zweit auf dem Fest in Friedberg. Dann kam noch ihr Mann dazu, mein Sohn sagte kurz ‚Hallo‘, ihr Mann ging und stattdessen waren wir an unserem Platz, einer langen Bierbank, mit unseren großen Klappen mitten in einen Freundeskreis von Leuten geraten, die wir überhaupt nicht kannten. Während meine Freundin zu Fuß nach Hause konnte, musste ich noch anschließend mit dem Auto fahren und hielt mich dementsprechend mit dem Alkohol zurück, sodass ich es um Mitternacht noch schaffte, mich in eine lebhafte Diskussion über Politik mit … tja, wie hieß er noch… zu begeben. Jeder neue, der im Laufe des abends zu diesem Freundschaftskreis hinzukam, stellte sich mit Namen vor. Ich nannte meinen, meine Freundin ihren und ich habe nicht die leiseste Ahnung, wer da nun alles dabei war. Entfernt erinnere ich mich an einen Hans und einen Thomas, aber ich lege dafür nicht meine Hand ins Feuer. Gegen Mitternacht machten wir uns vom Fest und dem eingeschworenen Freundschaftkreis, von denen sich wahrscheinlich auch keiner mehr an uns erinnert und wollten eigentlich jeder nach Hause, aber dann quatschten wir uns fest. Anstatt zu meiner Freundin nach Hause zu gehen, setzten wir uns in mein Auto (direkt vor ihrer Haustür!) und standen dort bis 3.00 Uhr morgens.
Sonntag war ich dann dementsprechend verpennt und zum Glück nicht verkatert. Ich legte mich in meinen Garten. Am Abend waren wir zum offiziellen Essen von meinem Sohn in einem sehr schönen Restaurant eingeladen. Das Essen war der Hammer.

Aber hier geht es ja heute nicht um das Wochenende sondern um Montag, den 12. Juni, den ich eben im Zuge des Wochenendes völlig verpeilt hatte.
Da mich mein Freund nach dem Geburtstagsessen meines Sohnes mit zu sich nach Hause nahm, stand ich seinem Büroalltag entsprechend früh auf, machte mich fertig und ließ mich von ihm nach Hause bringen, weil er sowieso daran vorbei fährt. (Keinerlei Fotos von diesem Teil des Tages. War ja schließlich ’nur‘ der Tag nach der Feier von Sohnemann).
Zu Hause angekommen machte ich mir erstmal meinen 2. Kaffee und ging danach nach oben, um an meinem Kleid zu nähen, das ich bereits die Tage davor zugeschnitten hatte.
Während ich so gut gelaunt vor mich hinnähte, dämmerte es langsam bei mir im Kopf… ‚welches Datum haben wir heute eigentlich?‘ … schließlich ist bald 12 von 12. Es WAR  der 12.  von 12!!
Und gefühlt war es auch ungefähr 12 vor 12, weil ich bis dahin zwar schon viel getan, aber keinerlei Fotos gemacht hatte.

Nachgestellte Szene…. (ich schummel – ich weiß)

Als mir das dann gewahr wurde, rief als erstes meine beste Freundin aus dem Norden an, damit wir uns nach etwas mehr als eine Woche wieder auf den neuesten Stand der Dinge bringen.
Sie mal wieder im Auto – ich mal wieder an der Nähmaschine und so versuchte ich einige unkomplizierte Nähte im langsam (und somit einigermaßen Leisemodus) zu nähen, während sie von einem Funkloch ins nächste fuhr. Das schöne an unseren Gesprächen ist, dass wir danach sofort wieder anknüpfen. Da gibt es kein langes Gerede von „oh, da war ein Funkloch, tut mir leid, wo waren wir stehengeblieben?“ – Nein wir sparen uns das und nehmen den Anruf mit „zuletzt sagtest Du, du hättest….“ und dann geht es gleich weiter.
Ich habe keine Ahnung, wie lange wir sprachen, aber irgendwann war mein Kleid fast fertig, wir hatten schon längst aufgelegt und ich kam endlich zu Punkt 2 der Tagesordnung: Fotos für einen Blogbeitrag machen. Als ich da auf die Uhr schaute, war es ca. 14.00 Uhr.

 

Es fehlte nur noch der Saum, aber der ist jetzt auch fertig

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Weiß – das geht bei mir nicht immer gut

12 colours of handmade fashion

Es ist wieder soweit. Überraschend für mich ist seit gestern, dass heute der 27.5. und somit die Linkliste von Selmin’s 12 colours of handmade fashion eröffnet.
Überraschend in soweit, als das ich gestern mit meinem inneren Kalender reichlich durcheinander war. Gefühlt hatten wir den 22.5 – höchstens den 23. aber mehr sicher nicht. Und dann lese ich auf Instagram, dass es morgen schon soweit ist. Zu dem Zeitpunkt saß ich noch an meinem spontan eingeschobenen Nähprojekt und wollte eigentlich erstmal Kaffeepause machen. Die wurde rigoros gestrichen und ich setzte mich wieder an die Nähmaschine.

Wer keinen Stress hat macht ihn sich

Als Ende April die neue Farbe für den Monat Mai bekannt wurde, war ich im Vorfeld schon sehr gespannt. Die Farbe Gelb war gerade verdaut und ich hoffte inständig auf eine Farbe, die ich vielleicht schon genäht hatte, zumal unser 2-wöchiger Urlaub anstand und ich nicht vor hatte, meine Nähmaschine mitzunehmen. Als ich dann erfuhr, dass die Wahl auf die Farbe Weiß gefallen war, schrie ich innerlich (eventuell auch laut…) YESSSS!!! Da ich im April so viel genäht hatte, war auch ein weißer Jersey dabei, aus dem ich ein Kleid nach einem Burdaschnitt gemacht hatte. Ich konnte mich also getrost zurücklehnen. Und noch getroster, als das ich in meinem Kleiderschrank 2 Röcke habe – in Weiß. Ich fuhr also guten Mutes in den Urlaub und wusste, der Monat wäre locker abgedeckt.

 

Am Samstag, den 20.5. kamen wir von Malta zurück. Einen Tag später fand ich über Instagram heraus, dass es dieses tolle Offshoulder Shirt von Fashionmakery umsonst zum Download gibt. Ich freute mich wie verrückt, druckte es aus und klebte es zusammen.
Und 2 Wochen ohne Nähmaschine – hey, da ist man auf Entzug. Zwar hatte ich am Tag unserer Abreise nach Malta noch ein Teil zugeschnitten, aber das war dann am Sonntag bereits genäht und der Entzug noch nicht gestillt. Hier lag also das Schnittmuster von Fashionmakery und oben ein gut gefülltes Stofflager. Ihr alle wisst ja, was das bedeutet…. Man hat so viele Stoffe, dass man sich im Einzelnen nicht mehr daran erinnert. Es dauerte nicht lang und ich fand einen cremefarbenen, bestickten Stoff und wusste, dass ich den immer mal zu einer Bluse machen wollte. Ich war auch sicher, dass die Menge ausreicht. Pustekuchen – ich hatte wohl irgendwann mal etwas damit gemacht. Und was immer ich da gemacht habe – es scheint nichts geworden zu sein, denn nichts aus diesem Stoff hängt in meinem Schrank. Aber ich hatte Glück und konnte die Schnittteile mit ein bisschen Puzzlegeschick so platzieren, dass alles passte. Die folgenden Tage begann ich also zu nähen und dabei muss ich irgendwann meinen inneren Kalender eingefroren haben.
Der Ehrgeiz war in mir geweckt und ich wollte diese Bluse jetzt unbedingt fertig haben. Alle anderen weißen Kleidungsstücke erschienen mir nur noch wie 2. Wahl. Aber ich wähnte mich ja in ausreichend Zeit.
Während des Nähens musste ich dann noch feststellen, dass am Rückenteil kleine, rissförmige Löcher waren. Ich habe keine Ahnung, wie die da reingekommen waren und nach Motten sah es auch nicht aus, aber die Panik hielt sich in Grenzen, weil ich sie einfach mit einem Stickstick meiner Maschine zumachen konnte. Das fällt bei der ganzen Stickerei des Stoffes nicht weiter auf. Wer will, kann gern mal auf dem Rücken danach suchen – ich wollte es meinem Freund zeigen und musste auch erstmal genau hinschauen.

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Reisetagebuch und was bisher von meinem Selbstgenähten getragen wurde

 

In meinem Blogpost von Freitag im Rahmen von 12 von 12 habe ich bereits über die Abreise geschrieben. Die ersten Tage verliefen wie gewohnt erstmal recht ruhig. So ist das immer bei uns. Wichtig ist erstmal chillen, wobei wir uns unsere eigene Handbewegung überlegt haben.

Handbewegungen werden sowieso immer wichtiger für uns. Wenn zwei Ü50 auf Reisen gehen, ihr Gehör über Jahre bei Musikfestivals strapaziert haben, kommt die Frage „Was?“ in üblichen Konversationen immer häufiger vor. Das ist dann bereits die fortgeschrittene Variante. Interessant wird es bei der Variante, dass Person 1 etwas sagt, Person 2 etwas versteht, was nicht unbedingt dem entspricht, was Person 1 sagte. Person 2 hingegen auf das antwortet, was er meinte verstanden haben zu haben. Person 1 hätte bei der Antwort besser nicht den Mund voll gehabt, weil sie fast daran drohte vor Lachen zu ersticken, während Person 2 völlig verständnislos und sich keiner Schuld bewußt, daneben sitzt.

Um es zu verdeutlichen: Heute morgen beim Frühstück: Wir rätseln darüber, wo unsere Lieblingsempfangsdame geblieben ist. Seit wir hier sind, haben wir sie noch nicht gesehen. Wir mochten sie so gern, weil sie morgens im Frühstücksraum stand, einen mit diesem bezaubernden Lächeln anstrahlte und bereits am 2. Tag wußte, wer wir waren, sodass wir nicht mehr unsere Zimmernummer nennen mussten. Sie war eine so nette und aufmerksame Frau und wirklich sehr, sehr hübsch. Wir freuten uns immer auf sie nur dieses Jahr ist sie nicht da. Also rätselten wir. Die ersten Tage war die Überlegung, dass sie das Wochenende frei hat. Heute ist nun Montag und wir mussten neu spekulieren. Urlaub, Mutterschaftsurlaub, neuer Arbeitsplatz… und schließlich: Beförderung. Ja, sie sitzt jetzt vielleicht hier im Hotel in irgendeinem Büro…. Mittlerweile hatte ich meinen Salat vom Buffet geholt und meinte ein wenig scherzhaft, dass sie sich bestimmt nicht hochgeschlafen hat (ich hoffe ich erschrecke niemanden mit dieser Aussage – mir flutschen manchmal solche Gedanken direkt aus dem Sprachzentrum heraus, ohne das Gehirn zuvor einzuschalten. Mein Partner ist das gewohnt.) Das war also meine Aussage und mein Freund sitzt neben mir, starrt auf das Meer und sagt nach einer Weile „Gut, ja. Und Du?“ Ich erinnere daran, dass ich gerade den Mund voller Salat hatte, kurz vorm verschlucken war, lachen musste, aber nix sagen konnte. Der völlig verwunderte Mann neben mir hatte keine Ahnung, was diese Reaktion bei mir verursacht hatte. Mir war mittlerweile klar, dass er scheinbar nur einen Teil meines Satzes verstanden hatte und glaubte, ich hätte ihn gefragt, wie er denn geschlafen hätte…. Noch kauend hatte ich die Möglichkeit, mir zu überlegen, wie ich jetzt antworten sollte und als alles runtergeschluckt war sagte ich mit so viel Coolness wie in dem Moment möglich (also eigentlich gar nicht) „Nein! Was denkst Du eigentlich von mir!!! Schuft!“ Jetzt war er vollends verwirrt und ich klärte ihn auf. Wir sind uns einig, wir sollten demnächst die Gebärdensprache lernen.
Nachdem wir am Samstag hier angekommen waren, der erste traditionelle Schock meines Partners über den Linksverkehr im Ansatz verarbeitet war, checkten wir in unser Hotel ein und bekamen jetzt zum 3. mal in Folge das selbe Zimmer. Es ist ein bißchen so, als würde man in Malta mit dem selben Zimmer „Zuhause“ ankommen. Für meinen Partner das pure Glück, für mich, die Abwechslung liebt, gerne Neues sieht und entdeckt, komischerweise auch.

Ein kleiner Schock erwartete mich allerdings an der Balkontür. Im ersten Jahr hatte ich es nach einer mit katastrophengespickten Anreise geschafft, uns beide nachts um 23:00 Uhr, in der Nebensaison auf dem Balkon auszuschliessen , weil ich das Schild „Attention! Door cannot be opened from outside when closed“ übersehen hatte (die ausführliche Geschichte siehe Bagpack) . Das hatten sie dann in den darauffolgenden Jahren geändert. Jetzt ist es wieder da und mein einziges Rezept gegen versehentliches Ausschliessen besteht jetztbdarin, dass ich die Tür einfach gar nicht mehr schliesse.

 

 

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Ich packe in meinen Koffer….

Seit Tagen bin ich gedanklich beim Kofferpacken. Ab Samstag stehen 2 Wochen Urlaub an, die reichlich gegensätzlich sind. Wir fahren als erstes nach Hamburg zum Hafengeburtstag. Nicht das ich als im Exil lebende Hamburgerin unbedingt den Hafengeburtstag brauche, aber mein hessischer Seebär hat ihn letztes Jahr kennengelernt als ich ihm einen Törn mit der Ausflaufparade zum Geburtstag schenkte.

 

 

 

 

Männern etwas zum Geburtstag zu schenken ist im allgemeinen schon nicht ganz einfach, aber wenn man regelmäßig jedes Jahr auf die Frage „was wünschst Du Dir zum Geburtstag?“ die Antwort „nix“ erhält, er aber um Punkt 12 an seinem Geburtstag laut „Geschenke, Geschenke, Geschenke“ kreischt (na gut, schreit…), dann kennt Ihr mein Dilemma. Doch dieses Jahr war ich wieder einmal fein raus, weil er so gern wieder zum Hafengeburtstag nach Hamburg wollte.
Dann hatte er kurz nach Ostern eine Überraschung für mich parat. Wir würden am Montag morgen nicht zurück nach Hause fahren, sondern auf eine Minikreuzfahrt nach Oslo. Ich war zwar schon in Norwegen, aber noch nie in Oslo und mein größter Traum ist es, in den Vigeland Park zu gehen. Genau das werden wir während unseres 4-stündigen Aufenthalt in Oslo machen und ich weiß schon jetzt, dass ich dort wieder hin möchte.
Wir werden also Mittwoch früh in Kiel mit der Fähre anlegen, uns dann ins Auto setzen und nach Hause fahren. Dort angekommen bleibt uns der Donnerstag, um Wäsche zu waschen und Koffer zu packen, weil es am Freitag für 8 Tage nach Malta geht. Ich freue mich riesig. Doch das ganze logistische Drumherum muss bewältigt werden und ich erinnere mich sehnsüchtig an Zeiten, wo ich in der Nacht 6 Stunden vor Abflug noch „schnell“ meine Koffer packte. Die Zeiten sind längst vorbei.

Seit April habe ich fleissig Sommersachen genäht, auch im Hinblick auf unseren Urlaub, aber wenn ich mir jetzt die Wettervorhersage für Hamburg und Oslo anschaue, sollte ich besser auf die Teile zurückgreifen, die ich im Winter gefertigt habe. Sämtliche Tops, Kleidchen, Shorts und Blüschen sind für diese beiden nördlichen Reiseziele völlig überflüssig.
Daher können sie schon diese Woche in den Koffer für Malta wandern, denn wehe, wenn es dort nicht warm ist. Momentan liegen dort die Temperaturen um die 22 Grad. Da Malta aber eine Insel mit reichlich Wind ist, kann es vorallem gegen Abend recht kühl werden. Also kühl für mich. Ich bin eine Frostbeule.

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Gelb und wie ich langsam dem Wahn verfiel

Während ich Ende März noch die rosa Stoffreste vom Boden sammelte, die rosa Flusen aus den Nähmaschinen holte und viele Bloggerinnen auf der h&h in Köln waren, verkündete Tweedandgreet-Bloggerin Selmin die neue Farbe für 12coloursofhandmadefashion:

GELB
„Ach, gelb….“ dachte ich noch so ganz unvoreingenommen, einfach weil die Anspannung über die Verkündung der neuen Farbe erstmal vorbei war. Dann sickerte es so langsam von meiner Initialwahrnehmung (wo auch immer die sitzt) in den Bereich meines Hirns, der für die Verarbeitung von Nachrichten zuständig ist. Scheinbar streifte die Neuigkeit dabei ausversehen die Mandelkerne (Teil des Hirns, der u.a. für Angst und Panik zuständig ist) und mir fielen spontan nur alte, längst der Altkleidersammlung zugeführte Kleidungsstücke ein, die ich allein deshalb ausrangiert hatte, weil sie gelb waren. Ich mag Gelb als Farbe sehr, aber als Kleidung??? Ich hatte immer das Gefühl, sie steht mir nicht oder fühlte mich aus anderen Gründen darin Unwohl.  Mein weltbester Partner, erinnerte mich dann aber an ein knallgelbes Leinenkleid, das ich schon hatte, als wir uns erst kurz kannten. Es war lang, hatte Größe 38 und war mir ein paare Jahre später viel zu klein. Es fristete im Keller sein Dasein im Schrank, machte sogar einen Umzug mit und kam erst letztes Jahr wieder zum Vorschein, als ich wieder reinpasste. Nur die Länge hatte mir eigentlich noch nie so richtig gefallen. Mit einer Größe von 1,76 m sind viele Kleider wie auch Hosen oft nicht lang genug. Und das Kleid hing irgendwo zwischen Knöchel und Knie, mehr in Richtung Knöchel. Kurzerhand kürzte ich es letztes Jahr, machte es ein bißchen enger und alles war gut. Und somit wurde dieses Kleid mein absoluter Notnagel für das Motto „Gelb“, denn immerhin hatte ich es abgeändert.

 

Ich meine, es ist ja nicht so, dass wir gezwungen werden, das ganze Jahr bei dieser Challenge mitzumachen, aber irgendwann ist der Ehrgeiz geweckt und man hatte ja auch schon viel Spaß, da will man weder klein bei noch ganz aufgeben (und sei es nur für einen Monat).
Zudem gab es bei Tweedandgreet so viele schöne gelbe Farbtöne, dass ich mich sehr schnell anstecken ließ und schon bald in einem Gelbfieber war, was zuletzt schon an Gelbwahn grenzte (dazu weiter unten mehr).
Ich durchsuchte die Online-Stoffläden, bevorzugt die, die auch Farbfilter hatten.
Mehr per Zufall stieß ich bei Stoffe Hemmers auf einen gelben Spitzenstoff, der zudem noch runtergesetzt war und bestellte ihn spontan ohne auch nur einen Ahnung zu haben, was ich daraus machen sollte. Bis zur Lieferung des Stoffes fuhr ich in mein Lieblingsstoffgeschäft „Das Königskind“ und klagte dort mein Leid… „Ich brauche Gelb… gelben Stoff… “ und was sah ich? Wundervolle Stoffe, einer schöner als der andere. Ich hatte binnen Sekunden schon ein ganzes Outfit vor Augen, nur keiner von ihnen war gelb oder beinhaltete auch nur Nuancen, Fasern von gelb… bis ich auf den gelben Leinenstoff aufmerksam gemacht wurde. Ein tolles Gelb. Nicht zu knallig, nicht zu hell – irgendwie toll. Und dann noch Leinen. „Ja, daraus mache ich eine Shorts!“
Ich hatte jetzt also 2 gelbe Stoffe. Einen aus Spitze und einen aus Leinen. Als ich den Spitzenstoff bekam, hatte ich auch sofort eine Ahnung, was ich daraus mache. Eine Tunikabluse mit Trompetenärmeln.


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Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

In meinem ersten Beitrag zur #Fashionrevolution Week und der Initiative #Haulternative von mamimade habe ich einige Stücke gezeigt, die ich im Laufe eines Jahres aus alten Kleidungsstücken gemacht habe.

Heute möchte ich Euch anhand eines alten Flanellhemdes meines Freundes zeigen, wie ich so ein Projekt beginne, wenn ich noch nicht genau weiß, was daraus entstehen soll.
Ich muß gestehen, dass ich eigentlich schon wußte, was ich aus dem Hemd machen will, aber während ich die Fotos machte, kamen mir andere Ideen.

Wer sich für Upcycling, Refashioning, Repurposing von Kleidung interssiert, dem rate ich, einfach einmal mit dem Stück zu experimentieren. Mein erster Schritt ist eben, das Kleidungsstück, in diesem Fall das Hemd, nicht mehr als Hemd zu sehen, sondern zu versuchen, was ich alles damit anfangen kann, indem ich es einfach mal anders anziehe.
Eine andere Möglichkeit, besonders bei Hosen, ist es, erstmal die Innennähte aufzutrennen und dann genauso damit zu spielen, wie ich es mit dem Hemd mache. Vielleicht kommen Euch dabei noch ganz andere und eigene Ideen.

Hier ist erstmal das Hemd

Es ist zumindest bei meinen Projekten von Vorteil, dass ich durch meinen Partner wirklich große Hemden bekomme.

Dann geht das Experimentieren los. Ich beginne mit einer Rockvariante:

Knopfleiste einmach mal nach hinten.

 

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Früher war ich anders – heute auch

Rüschen und Schleifchen… ich könnte auch Schleifen schreiben, aber Schleifchen macht mir noch einmal mehr bewusst, was ich da für Stoff gekauft habe. Weiterlesen „Früher war ich anders – heute auch“

Wenn Anleitungen einen in die Verzweiflung stürzen


Eine Anleitung für Nähanfängerinnen – ist doch gelacht!



Ich durfte ja schon mit ca. 6 Jahren das erste mal an die Nähmaschine meiner Großmutter. Sie ist diejenige, die mir so ziemlich alles beigebracht hat, was ich in puncto Handarbeiten weiss. 

 

Meine 4 Jahre ältere Schwester kam einmal mit einem selbstgestrickten Teddy aus der Schule zurück und ich wollte nicht nur auch so einen haben, sondern wissen, wie man ihn macht. Der Gedanke, mir dann unendlich viele Teddys stricken zu können, war für eine 6-jährige einfach berauschend. So brachte mir meine Großmutter Stricken bei. Und ich strickte mir einen roten Teddy. Dann folgten Klamotten für meine Puppen und Barbies. 
Als Teenie, mitten in den 70iger Jahren, waren wir alle vollkommen dem Hippielook verfallen. Ich hatte zwar keine Nähmaschine, aber das hielt mich nicht davon ab, mir alte Bettlaken zu schnappen, lila Stofffarbe (was damals noch mit 2 ‚f’s geschrieben wurde), Eimer, Salz und Holzlöffel, um das Laken zu batiken und mir dann einen Kaftan daraus zu nähen. Am liebsten hätte ich mich darin konfirmieren lassen, aber meine Eltern waren dagegen. Allerdings war mein Konfirmationsoutfit nicht minder peinlich für meine Mutter. 

 

Ich habe mit manch langjähriger Unterbrechung immer genäht – alles ohne je Kurse besucht zu haben, weil ich leidenschaftliche Autodidaktin bin. Ich habe Burdaschnitte genäht, Vogue Patterns, Simplicity, Schnittquelle und vor allem in den letzten Jahren auch Schnittvision. Ich machte mich auch mit Packpapier, Geodreieck, Lineal, Massband, Bleistift und Taschenrechner an die Erstellung eigener Grundschnitte. Das lief nicht immer reibungslos ab, aber ich bekam es hin und würde mich als eine erfahrene Näherin bezeichnen. 
Immer auf der Suche nach schönen Schnitten, die mal anders als meine vorherigen sind, stiess ich vor ca. 2 Wochen auf die Seite ‚Wardrobe by me‘. Ich fand ein paar schöne Schnittmuster und entschied mich, als erstes für eine Shorts. Das Schnittmuster konnte ich als PDF runterladen zusammen mit einer ausführlichen, bebilderten Ste-by-Step Anleitung. 

 

Ich las dazu noch die Kommentare von Näherinnen, die schwärmten, wie toll die Shorts ist und das die Anleitung so großartig erklärt ist, dass sie es als Anfängerinnen ohne Probleme hinbekommen hatten. 
Ich war bester Dinge und es dauerte keine 30 Minuten, bis ich an der Anleitung schier verzweifelte. Ich verstand nichts mehr. Es begann bei den Taschen. Hier muss ich allerdings zugeben, dass ich die Angaben auf den Schnittteilen nicht gelesen hatte. Anstatt die Taschenbeutel aus Futter zuzuschneiden, hatte ich sie aus meinem Stoff gemacht. Das lließ sich schnell beheben. Dann ging es weiter, aber da lauerte schon das nächste Problem. Wie soll ich die Dinger jetzt anbringen? Ich wusste ja eigentlich, was zutun wäre, aber ich klebte noch an der Anleitung, bereit etwas Neues zu lernen. Nach einigen Versuchen entschied ich mich, den Teil der Anleitung zu überspringen und die Taschen so einzusetzen, wie ich es für richtig hielt. Und es klappte. 



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Ein Interview, Outtakes und keine gute Überschrift

Pünktlich zum Quartalsende habe ich gerade eine kleine Schreibblockade. Ich habe meinen Text jetzt schon 3 mal begonnen. Jedes mal anders, jedes mal bei den ersten Sätzen fest davon überzeugt : „das ist es!“ und dann ging mir die Luft aus.
Was macht man gegen so etwas? In einem Kurs „Kreatives Schreiben“ lernte ich einst, dass man sich erstmal freischreiben muss. Also schreibe ich mich jetzt erstmal frei. Denn tatsächlich schwirren mir gerade so viele Dinge im Kopf herum, dass sie noch nicht so ganz zu greifen sind.
Ich möchte eigentlich einen ersten kurzen Rückblick auf das laufende Jahr machen. Ursprünglich wollte ich mein neues Kleid vorstellen, aber dann erhielt ich heute eine Nachricht, weshalb ich meine Pläne über Bord warf, weil ein Blogpost über mein wirklich schönes Kleid dem anderen Thema nicht gerecht werden würde.
Während ich heute die ersten Fugen kratzte, war ich gedanklich schon längst beim Blog. Das Ergebnis ist, dass ein Teil der Fugen draußen wirklich toll sauber sind, mein Kopf noch immer leicht konfus. Aber das ist nun einmal so und wenn dieser Beitrag konfus erscheint – das kommt Euch nur so vor. In meinem Kopf ist es häufiger so. Also müsst Ihr da jetzt durch und wehe, jemand hört auf an dieser Stelle zu lesen. 
Ende Januar hatte ich gerade eine meiner Jeans-Wendetaschen online gestellt und kurz darauf einen weiteren Beitrag (der mir gerade nicht einfällt). Dann bekam ich eine Email von Anja Jäger, die mir in etwa schrieb „toll, gefällt mir sehr“. Nun stand aber leider im Betreff nicht, zu welchem Teil sie den Kommentar geschrieben hatte und ich fragte nach. So kamen wir in Kontakt. Es dauerte nicht lang und Anja Jäger, Künstlerin und Kreativcoach, fragte mich, ob sie ein Interview mit mir machen könnte. (Das vollständige Interview ist auf ihrer Seite hier zu lesen).
Da das mit dem Ruhm und dem Montmartre bisher noch nicht so geklappt hat (siehe hier ), halten sich die Interviewanfragen in Grenzen. Mein Letztes gab ich ungefähr 2003 oder 2004 einer lokalen Zeitung.
Ich freute mich über die Anfrage und sagte zu. Etwas später schickte mir Anja Jäger die Fragen zu und erläuterte, dass wir das Interview am besten telefonisch machen würden.
Ich bekam die Fragen und dachte erstmal… „Uffz! Was für ein Glück, dass ich darüber nochmal in Ruhe nachdenken kann.“ Die Fragen waren nicht schwierig, aber es waren für mich die Art Fragen, bei denen die Antwort bei mir nicht wirklich bewußt ist. Beispielsweise was Kreativität für mich bedeutet. Gefühlsmäßig ist mir das vollkommen klar, aber das jetzt auch noch in Worte zu fassen und dann so, dass der andere versteht was ich meine, stellt mich vor eine Herausforderung. So ging es mir mit diversen Fragen. Als dann der Termin kam, hatte ich mir zuvor schon einige Notizen gemacht, die ich aber am Ende gar nicht wirklich brauchte, denn das ganze Interview war kein Frage-Antwort Gespräch, so wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern ein wirklich schönes Telefonat. Es dauerte fast eine Stunde und ich redete und redete.
Etwas später schickte mir Anja dann das Interview zu und ich war wirklich beeindruckt, wie sie die Essenz von dem, was ich mit gefühlten 20.000 Wörtern erzählt hatte, kurz und trefflich erfasst hatte.
Mich hat dieses Gespräch nachhaltig beschäftigt. Vor allem, als ich den Text las, den Anja Jäger geschrieben hatte. Ich las ihn und dachte „Toll!“ Im nächsten Moment wurde mir aber erst wirklich klar, dass es da ja um mich geht. In der Tat hatte ich ihn zuerst aus einer Art Vogelperspektive gelesen und langsam sickerte es in mich hinein, dass ich das war und ich empfand einen gewissen Stolz auf das, was ich bisher so gemacht habe.
Dieser Stolz ist für mich sehr wichtig, weil ich früher die Tendenz hatte, alles mögliche abzuwerten, klein zu machen, oder mit „Glück gehabt“ anzusehen. Ich lerne noch immer zu erkennen, was ich eigentlich kann und zusätzlich lerne ich täglich durch das, was ich mache und sehe dazu. Natürlich bin ich keine Schneidermeisterin, ich bin keine berühmte Malerin, Designerin oder Autorin. Ich werkel sehr gerne zu Hause vor mich hin und seit ich die Sachen auch im Internet präsentiere, wird mir bewusst, wie schön es ist, wenn ich Rückmeldungen bekomme. Das inspiriert und motiviert mich sehr. 
Ich habe viele Ideen und im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es mir um diese Zeit nicht so gut ging, muss ich nicht alle auf einmal umsetzen. Ich werde geduldiger – auch mit mir selbst.
Der Bagpack z.B. den ich erst letzte Woche fertig bekam, reifte eine ganze Weile in meinem Kopf. Es gibt einige Stellen, wo ich glaube, dass sie besser sein könnten, aber es ist wie es ist.

Vor einer Weile las ich in einem Blog über die Schwierigkeit, einen eigenen Grundschnitt zu erstellen. Ich habe das auch schon gemacht und saß in meinem Arbeitszimmer mit Geodreieck, Stift, Papier, Maßband und – ganz wichtig – der Taschenrechnerfunktion meines Handys weil ich eine hundsmiserable Kopfrechnerin bin. Für jemanden, der das Schneiderhandwerk nie erlernt hat, ist es wirklich nicht ganz einfach. Aber genau das ist es ja, was den Beruf des Schneiders ausmacht. Er/Sie hat es erlernt. Ob Friseur, Schneider, Kindergärtner, Automechaniker und alle anderen Lehrberufe und Studiengänge, sie dauern nicht umsonst mehrere Jahre. Könnten wir innerhalb kürzester Zeit mal eben schnell ein Grundschnitt erstellen und nach unseren Bedürfnissen umwandeln, dann würden wir all diejenigen, die das Handwerk von der Pieke auf gelernt haben, herabsetzen.
Ich bin leidenschaftliche Autodidaktin, was nicht immer von Vorteil ist. Ob Malen, Nähen, Glas schneiden oder was auch immer ich an Projekten angehe – ich spüre immer wieder meine Grenzen und das ist gut so. So kann ich viele Dinge, aber nichts wirklich richtig gut, aber gut genug und immer besser.
Auf Youtube stieß ich einmal auf ein Video von einem Schneider. Das Video ging ca. 15 Minuten und zeigte, wie er ein Knopfloch von Hand nähte. Ich konnte nicht aufhören hinzuschauen. Es war so unglaublich faszinierend, mit welcher Perfektion er die Stiche machte. Das war Kunst. Meine Nähmaschine offeriert mir ca. 4 verschiedene Knopflöcher, aber keines davon wird jemals an eins heranreichen, das von Hand genäht wurde.
Dennoch bin ich stolz auf mich. Ich habe in den letzten Jahren beim Nähen und auch beim Malen sehr viel dazugelernt. Gleichzeitig habe ich bei meinem Stolz auf mich auch eine Demut und Bewunderung gegenüber denjenigen, die ihr Handwerk richtig erlernt haben und/oder bereits von Natur aus über wesentlich mehr Talent verfügen als ich.
Im Interview mit Anja Jäger betonte ich einige Male, dass man sich nicht ständig mit anderen vergleichen soll und auf mich trifft das unbedingt zu. Einschränkend muss ich aber dazu sagen, dass der Vergleich mit anderen auch sehr motivierend sein kann, wenn man sich dadurch nicht einschüchtern, sondern motiviert fühlt. Es geht darum, seine Grenzen zu erkennen und das was man kann, zu würdigen.
Gestern abend hatte ich nach langer Zeit wieder Kontakt zu einem sehr lieben Menschen, Mehrdad Zaeri, den ich einst über die Künstlerplattform Menschkunst kennenlernte. Er ist Künstler/Illustrator und ich erinnere mich, dass er sich vor vielen Jahren für ein Studium an einer Kunstschule in Hamburg bewarb und abgelehnt wurde. Dennoch ging er seinen Weg beständig weiter. Jedes Jahr freue ich mich auf einen seiner Kalender, die u.a. bei der Büchergilde Gutenberg erscheinen. Er ist für mich eine der wenigen Ausnahmen der Regel. Er ist ein wundervoller Künstler, der von einer Kunstschule abgelehnt wurde, sich aber dadurch nicht vom Zeichnen abhalten ließ und heute diverse Bücher und Zeitschriften illustriert und andere tolle Projekte macht.
 
Mein letztes Paar Spitzenschuhe
Während meiner Ballettausbildung – und ich komme langsam zum Ende – lernte ich etwas sehr Wichtiges. Das tägliche mindestens 6-stündige klassische Training im Ballettsaal war extrem fordernd. Wer aber einmal seine Ballettausbildung abgeschlossen, vielleicht im Ensemble getanzt hat, hat die Körperbeherrschung und Grundlagentechnik, um alles mögliche Tanzen zu können und es aussehen zu lassen, als wäre es das Leichteste auf der Welt. Durch meine Ausbildung erkenne ich heute bei Tänzern sehr schnell, ob sie eine abgeschlossene Ballettausbildung haben oder Ballett als Nebenfach hatten. Mit anderen Berufen ist es eben nicht anders.
In Barcelona war ich im Picasso Museum und ich sah dort die ersten Bilder, die Picasso als Jugendlicher gemalt hatte. Sie unterscheiden sich von seinen letzten Werken in jeglicher Hinsicht. Aber er hatte Malerei studiert und hatte zudem ein unglaubliches Talent. Er beherrschte die Technik. Doch dadurch, dass er das alles konnte, hatte er die uneingeschränkte Freiheit später seinen Stil zu entwickeln. So wie ein klassisch ausgebildeter Balletttänzer jeden Stil tanzen kann, den er will – Modern, Hip-Hop, Jazz… was auch immer.
Nach so vielen Worten will ich allen Interessierten sagen: Seid stolz auf das was ihr macht. Habt eine gewisse Demut vor denen, die es gut beherrschen und lernt davon.
Ausnahmen bestätigen immer die Regel. So ist mein Beitrag auch heute nicht amüsant, sondern eher ernst, aber auch das bin ich.
Wer dazu tendiert, sich durch andere und ihre Werke demotivieren zu lassen, lasst Euch sagen: Jeder hat Stärken und Schwächen. Dokumentiert werden meist nur die Stärken. Darum plädiere ich auch gern für das Imperfekte.
Ein wunderbares Beispiel dafür sind meine Fotos. Wenn ich durch die vielen Aufnahmen auf meiner Kamera blättere, schaffen es nur wenige davon, im Blog gezeigt zu werden. Die meisten werden gleich gelöscht. Hin und wieder sind sie aber so schlecht, dass sie schon wieder lustig sind und ich habe immer mehr Spaß daran, eben auch Outtakes zu zeigen, die natürlich auch einer strengen Zensur unterliegen.
Darum präsentiere ich jetzt zum Abschluß noch einige meiner Outtakes wider dem Perfektionismus.

Ich danke Anja Jäger ganz, ganz herzlich für die Gelegenheit, ein Interview geben zu dürfen. Schaut Euch auf ihrer Seite um. Sie ist ein sehr interessanter Mensch/Künstlerin mit vielen Interessen und einem unglaublichem Einfühlungsvermögen.
Bei Milliblus entschuldige ich mich dafür, dass ich meinen vorgesehen Blogpost über das Kleid auf nächste Woche verschiebe, aber ich glaube, dass ist nicht so schlimm, weil ich gerade gestern über sie schrieb und die Leidenschaft für die Stoffe hält an.
Ich wünsche allen einen schönen Donnerstag und rumse jetzt mal ein wenig, weil das hier so viel für mich ist, auch wenn die Fotos lediglich Outtakes sind.
Getreu dem Motto vom gestrigen Post: Was tut man nicht alles, um die Menschen in seiner Umgebung zu belustigen.

Softshellbluse – auch das geht

In den letzten Jahren habe ich angefangen vermehrt Blusen zu tragen. Doch sobald es Herbst/Winter wird sind sie höchstens unter dicken Pullovern oder Strickjacken tragbar, weil ich mich sonst halbtot friere. Dann lugt gerade mal der Kragen und ein Teil der Manschetten hervor. Und oft ist gar der Kragen ist von einem dicken Tuch verdeckt. Am Ende ist die Bluse nur die 4. Schicht, die man nicht. Schade!

Dann hatte ich noch Softshell von einer Jacke für einen Freund übrig und dachte mir, dass man daraus mal eine Bluse probieren könnte. Ich fertigte mir einen Grundschnitt für ein Oberteil nach einem Buch an, konstruierte die Ärmel und war beim Rest eher freestylemäßig unterwegs. Wichtig war mir ein hoher Halsausschnitt – also eigentlich keiner, sondern eher eine Art Turtleneck, da das Softshell auf der Innenseite mit Fleece gefüttert ist. Die Elastizität von Softshell ist begrenzt. Entweder Knöpfe oder Reissverschluss waren notwendig. Ich entschied mich für den teilbaren Reissverschluss und zwar hinten. Das ist jetzt keine „bequeme“ Art beim An- und Ausziehen, doch ähnlich wie bei Neoprenanzügen, befestigte ich ein Band am Schieber. So kann ich den Reißverschluss am Ende gut hochziehen UND… (nur für Leser im fortgeschrittenem Alter) man bleibt in der Schulter beweglich 🙂 – ganz rezeptfrei.

Wer meinen Blog verfolgt, wird die folgenden Bilder aus meinem letzten Beitrag erkennen wo es um die beigefarbene Hose ging.
Es liegt noch immer an der blöden Erkältung, weshalb ich heute auf „Altes“ zurückgreife. Gut eine Woche im Bett liegend, will ich a) mal wieder ein bißchen was tun und b) ein Lebenszeichen auf RUMS von mir geben. Ganz ehrlich muss ich auch gestehen, dass ich im Vergleich zu meinem Partner diejenige bin, die einen „Männerschnupfen“ hat, jammer und leidet, während er – wenn mal krank oder unpässlich – pflegeleicht und tapfer ist. Die Rollenverteilung ist bei uns also perfekt. Schwierig wird es, wenn wir beide unsere männlichen Anteile im gleichen Bereich haben. So z.B. bloß nicht nach dem Weg fragen! Auch im Laden: Lieber die Sohlen durchlaufen als einen Verkäufer fragen. Und tatsächlich hat mein Weltbester da schon oft vor mir die Flügel gestreckt.
Da ist es ja eigentlich logisch, dass ich auf Schuhe, Nagellack und Lippenstift stehen muss!

Ich hätte Euch gern noch ein schönes Bild von der Rückenansicht gezeigt, aber außer diesem fand ich nichts und da knautscht es ziemlich. Gerade höre ich meine alte Ballettlehrerin in den Ohren „Streck Dich und gerader Rücken!“

Mein nächstes Softshellprojekt wartet schon darauf, dass ich bald wieder fit bin. Und solange die Temperaturen noch nicht um die 20 Grad sind ist Softshell eine gute Wahl.