Punkt, Punkte, am gepunktesten

 
Ich tendiere dazu, viele meiner Posts mit den Worten „vor einigen Jahren“ zu beginnen, was ich eigentlich vermeiden möchte, aber wie sonst soll ich es ausdrücken, dass ein schwarzer Jersey mit weißen Punkten schon recht lange in meinem Stofflager liegt?

Aus den wahrscheinlich 4m Stoff hatte ich ein Wickelkleid in Gr. 44 genäht und vorletztes Jahr, als es mir schon viel zu groß war, verkauft.
Der restliche Stoff lag herum und ich grübelte lange, was ich daraus machen sollte. Ein Freund schlug einen Rock vor. Fand ich total langweilig. Nochmal ein Kleid, diesmal in einer passenden Größe? Och nööö. Für den Winter ist der Stoff zu dünn und für den Sommer zu dunkel. Dann liebäugelte ich mit einer Leggings, aber da ich mir bereits eine aus Blümchenjersey, Pannesamt und Glanzjersey genäht hatte, war die Idee auch nicht gut.
Dann kam das Motto „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ von #Nähdirwas für Februar und heute machte ich mich dann an den Stoff. Und was macht man, wenn man bisher alle Schnittvorschläge verworfen hat? Man nimmt den, den man total langweilig fand, nämlich den Rock. Er wurde deshalb wieder spannend, weil ich neulich einen wirklich schönen Rock in Wickeloptik gesehen hatte. Wo ich ihn sah – keine Ahnung, also schnappte ich mir einen Jerseyrock aus meinem Kleiderschrank, nahm davon den Schnitt für das hintere Teil ab (Hinterteil wollte ich jetzt wirklich nicht schreiben) und fertigte aufgrund der Maße den Schnitt für das Vorderteil.

Ich war absolut nicht sicher, ob das alles so klappen würde, wie ich wollte, aber nach dem Zuschnitt und dem ersten Zusammenstecken, war ich guter Hoffung. 
Insgesamt habe ich nicht lange zum Nähen gebraucht und da meine Cabanjacke mich letzte Woche reichlich in Anspruch genommen hatte, war ich wirklich froh, mal relativ entspannt vor mich hinnähen zu können. 

Selbst mit einer weißen Bluse gefällt mir der Rock, obwohl ich sonst bei schwarz/weiß Kombinationen immer das Gefühl habe, ich sehe aus, wie eine C&A Verkäuferin. Früher hatten die Verkäuferinnen immer schwarze Hosen oder Röcke und weiße Oberteile an.

Die Bluse ist schon etwas älter und ich hatte sie nach einem Schnitt von Schnittvision gemacht. Wegen der übergroßen Manschetten passt sie leider nicht gut unter Pullover oder Jacken, aber es wird ja hoffentlich bald wärmer werden, sodass ich sie häufiger anziehen kann.

Übrigens habe ich mir heute morgen ein Handtuchturban aus einem der 3 Stoffe genäht, die ich gestern auf der KreativAll erstanden hatte.

Ich habe dazu den rosa Frotteestoff genommen und werde ihn Euch demnächst hier vorstellen. Auch das gings superleicht zu nähen. Aus dem mintgrünem Waffelpiquee werde ich mir einen 2. machen.
Dafür brauche ich aber noch ein schönes Schrägband, was ich mir wahrscheinlich in dem Laden aussuchen werde, in dem ich mir neuen Futterstoff für meine Cabanjacke kaufen werde. 
Da ich ja gestern Bloggeburtstag hatte, aber keinen Kuchen, wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört, habe ich wenigstens ein paar Blümchen besorgt, die ich in den Tetrapaktopf gesteckt habe, den ich letzte Woche bei Marinamiacreativa entdeckt habe. Ihre Anleitung ist sehr schön und es ist verblüffend, wie gut es funktioniert. 
Das Glas neben den Blumen habe ich aus einer alten Weinflasche gemacht. Es geht reichlich meines geliebten Ingwertees hinein. Aber auch Cocktails lassen sich daraus gut genießen. 

Blusen Sew-a-long 2017 und plötzlich ist Finale

Tadaaaaa! Trommelwirbel…. Sie ist fertig!

Ich möchte mich erstmal bei allen bedanken, die mir gestern Kommentare geschrieben und meinen Beitrg gelesen haben. Das hat mich sehr gefreut.
Und für die Aktion von Ellepuls ein Blümchen für Elke.

So ist das, wenn man sich erst spät entscheidet, an einem Sew-a-long teilzunehmen. Da postet man noch am Tag vorher ganz überglücklich, dass man ja schon fast fertig ist, fragt mal ganz nebenbei, wann eigentlich das Finale ist, plant einen ruhigen Abend ohne Nähmaschine und innerhalb eines Kommentars von der lieben Elke, hat man dann doch noch ein Doppeldate mit Nähmaschine und Bügeleisen. Aufgrund von überraschenden Unfällen und Fehlern in der Vergangenheit habe ich das Glas Wein erst nach dem letzten angenähten Knopf eingeschenkt. Es hat sich gelohnt.

Und ich muss an dieser Stelle mal sagen, wieviel Spaß mir die letzten 3 Tage gemacht haben. Für mich war es ein tolles Erlebnis, auf etwas in so kurzer Zeit hinzuarbeiten und zudem ein Projekt angegangen zu sein, was seit Ewigkeiten in meiner Stoffkiste und im Kopf schlummerte. Vielen, lieben Dank für die tolle Motivation!

Letztlich kann ich zur Bluse nur wenig Neues beitragen, weil ich hier (Klick) und hier (Klick) bereits recht ausführlich über die Entstehung berichtet habe.
Meine Wunschknöpfe gab es ja leider nicht mehr, aber sollte ich sie doch noch irgendwo finden, kann ich die anderen abmachen und die neuen drannähen. Zusätzlich habe ich noch eine Brusttasche angenäht, weil ich die graue Seite ein wenig auflockern wollte.

Auch wenn die Bluse am Ende nicht ganz so geworden ist, wie ich sie eigentlich haben wollte (Ärmel beim Zuschnitt der zwei verschiedenen Stoffe vertauscht), bin ich letztlich doch sehr glücklich und zufrieden. Und ich kann es gar nicht genug betonen, wie froh ich über diesen motivierenden Sew-a-long bin, weil ich endlich, endlich, endlich diese Bluse nähen konnte, die ich schon vor Jahren machen wollte.

Eine kleine Geschichte zum Styling auf dem letzten Foto: Neulich hatte ich eine Bluse angezogen, eifrigst darauf bedacht, sie so locker-flockig zu tragen, dass eben nur ein Teil der Bluse in der Hose steckt. Das „locker-flockig“ mit diversen Zupfeleien bei mir vor dem Spiegel ist, erwähne ich besser nicht. Endlich saß alles so, wie ich wollte, gehe voller Stolz und Überzeugung so richtig cool gestylt zu sein zu meinem weltbesten Partner und was macht er….??? Er zuppelt das sorgfältig drapierte Stück Bluse aus dem Hosenbund und sagt „das ist hängengeblieben“!


Da war noch ein nicht abgeschnittener Faden

Noch ein kurzes Wort zum Schnittmuster. Ich habe es von Schnittvision, deren Schnitte ich sehr mag Im Laufe der Jahre erwarb ich fast alle Kollektionen für einen sehr günstigen Preis. Der große Vorteil ist, dass man vor Ausdruck der Schnitte seine individuellen Maße eingibt. So erhält man einen Schnitt, der nicht nur perfekt auf den eigenen Körper zugeschnitten ist sondern auch individuelle Längen des Kleidungsstück ermöglicht. Mittlerweile werden dort auch Einzelschnitte in Konfektionsgröße angeboten, aber die Kollektionen sind weiterhin erhältlich. Einziges Manko: Man kann die Schnitte nicht mit jedem Computer (Apple oder PC) ausdrucken.

Weil es heute morgen noch frostig war, habe ich die Bluse jetzt mit Rollkragen kombiniert. Geht auch.

Mit diesem Finale Rums ich heute mit.
Zwergstücke

Blusen Update

Ich bin ganz überrascht über mich selbst mit wieviel Sorgfalt ich gerade meine Bluse nähe. Dank der Anleitung von Elke von EllePuls habe ich die Manschetten sehr gut hinbekommen, auch wenn ich schon zuvor Blusen genäht hatte, aber wenn man sowas nicht öfter macht, vergisst man schnell, wie genau das alles ging
Allerdings fiel mir später auf, dass ich die Falten falsch herum gelegt hatte. Normalerweise hätte ich gesagt „Na und, dass soll so sein!“, aber nein, ich habe meinen besten Freund, den Nahttrenner genommen und so wurde das jetzt noch schnell korrigiert.

Einen Tag später und beide Ärmel haben am Ende richtig liegende Falten. Juhuu!

Gestern setzte ich die Ärmel ein.

Ärmel waren für mich anfangs der Horror, aber mittlerweile bin ich beim Einnähen ganz entspannt und es klappt in den meisten Fällen problemlos.

Kragen mit Kragensteg ging auch gut.

 Erste Anprobe, nachdem alles fertig ist, bis auf die Knöpfe und Knopflöcher

In meinen Knopfdosen fand ich dann auch gleich den passenden Knopf. Ich fand, er passte ideal. Einziges Problem: Ich habe davon nur einen. Deshalb bin ich eben zu unserem lokalen Kurzwaren-, Wäsche- und Zeitschriften laden gegangen (alles in einem kleinen Geschäft) und mußte jetzt leider andere Knöpfe nehmen, die aber auch ganz gut passen. Wie die aussehen, verrate ich noch nicht. Ein bißchen muß ich mir ja noch bis zum Finale aufheben.
Wann ist das eigentlich genau?

Und noch einen kurze Anfrage. Ich habe eine Schneiderpuppe für die Größe 42 – 46 oder so ähnlich. Auf jeden Fall ist sie für mich zu groß. Hat zufällig jemand noch eine kleinere bei sich und würde tauschen wollen?
Jetzt mache ich erstmal die Nähmaschine aus und gehe nach draußen, wo die Sonne gerade scheint. Es ist zwar noch kalt, aber das Licht ist klasse.
Euch allen einen tollen MeMadeMittwoch, Mittwochs mag ich, und Afterworksewing

Blusen Sew a long Teil 1+2+3

Die letzten Tage stieß ich auf den Blusen Sew-a-long von Elle Puls (klick) und war erst nicht sicher, ob ich daran teilnehmen soll oder nicht. Der Gedanke spukte mir eine Weile im Kopf herum, bis ich gestern abend sicher war – ICH WERDE TEILNEHMEN.
Ausschlaggebend dafür waren die Stoffe, die ich schon seit Jahren in meiner Stoffecke anhäufe. 2 davon waren speziell für eine Hemdbluse (Klick) gedacht, die ich bereits schon einmal aus anderen Stoffen in beige/braun Tönen gemacht hatte. Und wie es so häufig ist: Die Stoffe kommen an, man steckt mitten in einem anderen Projekt, es wird Winter und eigentlich will man eine Bluse für etwas wärmere Temperaturen nähen, aber erstmal sind Strick- und Wollstoffe dran…. Ihr kennt sicher diese Gedankengänge. Am Ende des Tages lagen diese Stoffe einfach da. Jetzt ist ein neues Jahr und ich freue mich über die vielen Anreize in den Nähblogs. Ob es sich um Farben oder spezielle Schnitte handelt. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, an dem einen oder anderen Sew-a-long teilzunehmen, weil ich damit endlich zu dem komme, was schon seit Ewigkeiten in meinem Hinterkopf und Stofflager schlummert.
Etwas verspätet nehme ich somit an dem Blusen Sew-a-long von Elle Puls teil und habe heute damit begonnen. Schnitt und Stoff standen heute morgen fest. Den Rest habe ich versucht ein wenig mit der Kamera festzuhalten.
Einen ausdrücklichen Dank an Elle Puls für Ihre Anleitung der Ärmelschlitze. Ich hatte zwar bereits schon einige Blusen genäht, aber manchmal gerät das in Vergessenheit. Umso mehr freute ich mich darüber, dass ich ihrer Step-by-Step-Anleitung folgen konnte.
Hier jetzt mein komprimierter Ablauf von Teil 1, 2 und 3 in Bildern:

Erstmal Kaffee trinken und überlegen

Die Stoffe standen fest. Beim Schnitt entschied ich mich für den Hemdbluse von Schnittvision

Jetzt mache ich mich weiter an die Arbeit, damit alles rechtzeitig fertig wird.

Hamburger dürfen das

Mein altes Hamburger Fischerhemd! Ach, was war ich vor vielen Jahren froh, als ich genau dieses gute Stück in einem Laden am Hafen ergatterte. Ich hatte zuvor schon ein anderes gehabt, dessen Schnitt anders und vermutlich dem Original am ähnlichsten war. Aber dieses Hemd war anders und es war gerade der Schnitt, der mich sofort zugreifen ließ.

Ich kann mich nicht im entferntesten daran erinnern, es jemals getragen zu haben. Wenn es hochkommt, vielleicht einmal zu Hause. Aber immerhin hatte ich eins und ich liebte es eben genau deshalb. Es war meins!
Dann wanderte es vor einigen Jahren aus meinem Kleiderschrank in die Tasche mit abgelegten Klamotten, die aber nicht weggeworfen werden dürfen. Auch da blieb es einige Jahre, bis es in der Tasche in mein Nähzimmer umzog. Wieder Jahre später – genauer gesagt vor ein paar Monaten fand ich es dann und dachte mir, daraus könnte man ja mal was machen. Nach Begriffen wie „Jahre“ und „Monate“ nahm alles dann doch eine relativ rasante Wandlung. Vor ein paar Wochen hatte ich dann die richtige Idee. Der nächste Urlaub war gebucht und ich konnte mich gedanklich schon mit der Sommergarderobe auseinandersetzen, als mir das Hemd wieder in den Sinn kam und ich entschied: Ich brauche Shorts!
Und nachdem die Pelzdecke fertig war wollte ich mich selbst belohnen und mir die Shorts nähen, was ich dann am Wochenende in Angriff nahm. (Die Pelzdecke ist übrigens beim Auftraggeber ein riesiger Erfolg und die von mir mit großem Eifer gepackte Kiste mit Restpelzen stand schon im Flur, um endlich wegzukommen. Doch irgendwie scheinen diese Pelze einen Boomerangeffekt zu haben. Die Kiste bin ich zwar los, aber die Pelze nicht. Neuer Auftrag: Kissenbezüge nähen. Und wenn dann noch was übrig ist: Taschen!)

Doch zurück zu meiner Shorts. Nach Schnittmustern hatte ich schon geschaut, mir mögliche in meine Leseliste auf meinem Tablett gespeichert, mich aber dann umentschieden, weil ich den Schnitt von meiner Lieblingsjeans als Vorlage nehmen wollte. Es gibt viele Anleitungen im Internet, wie man von bestehenden Kleidungsstücken „einfach“ den Schnitt kopieren kann, aber irgendwie stelle ich mich dabei immer blöd an. Gelungen ist es mir so wirklich noch nicht. Nach einigem Hin und Her und diversen Improvisationen hatte ich endlich einen akzeptalen Schnitt und entschied noch kurzerhand, dass ich unbedingt einen üblichen Hosenreißverschluss brauche, was natürlich beim Zuschnitt nicht berücksichtigt war. Aber auch da fand ich eine Lösung (und die sieht erst derjenige, der sich die Mühe machen würde, die Hose wieder aufzutrennen).
Zum Hosenreissverschluß muss ich noch folgendes sagen. Ich habe schon viele Reißverschlüsse in Hosen eingenäht und ich scheue mich auch nicht davor. Das funktioniert aber auch nur, weil es auf Youtube ein Video gibt, ohne das ich aufgeschmissen wäre. Selbst wenn ich 10 Hosenreißverschlüsse hintereinander einnähen müsste, ich bräuchte immer dieses Video. Es liegt vielleicht daran, dass ich es Schritt für Schritt nachmache und noch immer nicht die Logik dahinter verstanden habe – aber jedes Mal ist es ein 1a Reißverschluss.

Die Vordertaschen habe ich nachträglich aufgesetzt.

Die Ösen wollte ich unbedingt als Element in der Hose haben. Anfangs hatte ich mal darüber nachgedacht, diesen Ösenteil als Verschluß anstelle des Reißverschlusses zu machen, aber es wirkte zu sehr nach Kindergartenhöschen und aus dem Alter bin ich nun schon lange raus.

Schon beim Zuschnitt hatte ich den Gedanken, dass es ja eigentlich eine Sünde ist, ein Hamburger Fischerhemd zu zerschneiden. Wer es noch nicht weiß: Ich lebe als gebürtige und überzeugte Hamburgerin in Hessen und das mit einer nicht fehlenden immer wieder zum Vorschein kommenden urhamburger Arroganz gepaart mit einer extremen Verherrlichung meiner Heimatstadt. Hätte jetzt ein Hesse oder sonstiger Nicht-Hamburger dieses Fischerhemd zerschnitten, wäre ich entsetzt gewesen. Bei meinem letzten Besuch in Hamburg im Januar fand ich aber eine tolle Karte, auf der stand „Hamburger dürfen das“. Und dies wurde mein Motto für meine Shorts. Vielleicht mache ich noch ein Label und nähe es irgendwo an.

Noch eine kleine Zusammenfassung auch für den Creadienstag und Streifenliebe