My Lady… jetzt hat sie ein Gesicht

Über konsequente Inkonsequenz oder inkonsequente Konsequenz

Beim Unkrautjähten habe ich gerade darüber nachgedacht, wie ich heute beginne und ein Gedanke war: „Ich nähe nicht oft Schnittmuster mehrfach.“ Dann dachte ich daran, was ich normalerweise so nähe und konnte diesen Gedanken alsbald in die Tonne treten. Ich bin ein gnadenloser Wiederholungstäter, der sich scheinbar manchmal selbst etwas vormacht.

So halte ich mich auch für konsequent, bin aber in der Konsequenz bisweilen sehr inkonsequent. Nach welchem Schema, kann ich nicht sagen, ich höre da einfach auf meinen Bauch. Aber so ist auch die Inkonsequenz der Konsequenz wiederum konsequent. Ich lass Euch mal eine Weile über diesen Satz nachdenken.

Derweil ihr noch darüber nachdenkt, präsentiere ich schon mal ein paar Fotos meiner My Lady Topas von Mialuna bzw. das Freebook von Farbenmix. Übrigens habe ich extra gegoogelt.. ganz oberkorrekt heißt es My Lady und nicht Me Lady. Das wird auch verwendet, aber wenn man von Hoheiten spricht, wird es My Lady geschrieben, aber ausgesprochen wie Me Lady.

Lady Topas 1
Lady Topas 2
Lady Topas 3

Im Detail

Ich kann dafür leider keine schönen Worte finden, weil es sich so tief in meinen Kopf eingegraben hat, dass es mir schwerfällt, einen anderen Namen dafür zu nehmen, auch wenn es diverse dafür gibt. Ich spreche von meinem Spucktuch Top. Kaum ein Stoff polarisiert so sehr, wie dieses Spucktuch. Als ich die ersten Stoffe online sah, war ich sicher: Wir werden keine Freunde. Zu sehr erinnert es mich an die Zeit, wo ich über mehrere Monate (oder gar Jahre?) mit diesen weißen Tüchern über der Schulter rumgelaufen bin, während Sohn Nr. 1 und 2,5 Jahre später Sohn Nr. 2, über dem Spucktuch hingen, ich den Rücken von den Würmern klopfte, auf das Bäuerchen wartete, was in den meisten Fällen von vorverdauter Milch begleitet war und dann im günstigsten Fall im Spucktuch landete. Meist natürlich daneben oder es war so viel, dass es durch das Spucktuch durchging.
Es sei nicht zu vergessen, dass diese Spucktücker zudem die  Vorgänger von Pampers, Fixies, usw. waren. Auch da landete die Milch drin, allerdings komplett verdaut und noch übelriechender.

Warum in aller Welt sollte ich mit diesen Erinnerungen im Kopf mir ein schönes Kleidungsstück aus diesem Stoff nähen (nebenbei fand ich es eine Frechheit, dass die Spucktücher jetzt meterweise und auch noch doppellagig kommen. Die hätte ich vor 30 Jahren gut gebrauchen können!)
Alles in mir wehrte sich gegen dieses Material.
Insgesamt blieb ich bestimmt 4 Monate völlig konsequent. Wenn in mancher Instastory die eine oder andere Erzählende zärtlich über den Windelstoff streichelten, die schönen Muster darauf anpries und mit verklärtem Blick erzählte, was daraus vielleicht alles entstehen könnte, saß ich kopfschüttelnd davor und dachte mir „im L E B E N nicht!!!“
Lest Ihr noch mit oder denkt Ihr noch über meinen philosophischen Ausbruch oben nach?
Instagram sowie auch die Startseiten der meisten Onlineshops wurde mit steigenden Temperaturen von Musselin, Double Gauze, Crinkle Denim…. also Spucktuch- und Windelstoffen geflutet. Es wurde alles daraus genäht. Tücher, Shirts, Blusen, sogar Röcke und Kleider. – Nein, nein, nein … dieser Trend wird an mir vorübergehen. Ich muss ja nicht alles mitmachen.

Gehirnwäsche? – Oder wie mein Wille gebrochen wurde

Mein starker Wille, meine stahlharte Konsequenz wurde zum ersten Mal mächtig auf die Probe gestellt, als ich auf dem Blog meiner lieben Blogfreundin Jenni aka Basteltantes Nähkästchen war. Sie schrieb so begeistert von ihrem Crinkle Denim, den sie zuvor gewonnen hatte und wie toll er sich anfühlt. Wer mag kann gern auf den Link zu ihrer Seite klicken und nachlesen, was ihr in die Kommntarbox schrieb.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits schon so eine ganz leise Vorahnung, dass ihr Beitrag meine Gedanken auf hinterhältigste Weise infiltriert würden. Kurz zuvor hatte sie ein Wickelkleid gezeigt und wer nähte sich bald danach ein Wickelkleid … ich!! (Zu meiner Rettung: Es ist ein Kleid in Wickeloptik).
Wie es dann weiterging, weiß ich gar nicht mehr genau – wahrscheinlich habe ich diesen Teil verdrängt und könnte nur über Hypnose wieder drankommen. Ich erinnere nur, dass ich für die Monatsfarbe Blau auf der Suche nach Stoffen war und irgendwann kam ein Paket von Alles für Selbermacher, in dem über ein Meter (bestelltes) Spucktuch war. Ich öffnete das Paket und  es passierte genau das, was ich nicht wollte:  Ich saß verträumt vor diesem Stoff, streichelte ihn und dachte mit verklärtem Blick an schöne Oberteile, die ich mir daraus nähen könnte. Ein letzter Rest Selbsterhaltungstrieb hielt mich davon ab, spontan eine Instastory zu machen.

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Mode und Politik – passt das?

Wenn ich einen Blogpost schreibe, in dem ich eine Geschichte von mir oder von meinem selbstgenähten Kleidungsstück berichten kann, schreibe ich normalerweise einfach drauf los.
Heute fällt es mir ein wenig schwerer. Dabei bewegt mich das, worüber ich heute in Auszügen schreibe, immer wieder. Und ihr werdet Euch vielleicht während des Lesens fragen, was das mit meinem genähten Kleid zutun hat.
Ganz einfach erstmal damit, dass ich beim Nähen häufig Deutschlandfunk oder Deutschlandfunk Kultur höre.
Zum anderen, da mich das, worüber ich heute schreibe, sehr beschäftigt und ich viel an der Nähmaschine über diese Dinge nachdenken kann. Zukünftig werde ich häufiger darüber schreiben, aber heute versuchen, es erstmal auf einen kleinen Rahmen zu beschränken. Aber keine Sorge, ich habe auch noch ausreichend Geschichten für unterhaltsame Blogs. Dies ist lediglich eine Seite von mir – die andere lacht so weiter, wie bisher.
Auslöser für den heutigen Blogpost war der vergangene Sonntag sowie 2 Blogbeiträge, die ich bei MMM und über Instagram fand.
Letzten Sonntag war ich mit meinem Freund, dem Weltbesten, auf einer Kundgebung in Frankfurt. Sie findet dort momentan jeden Sonntag um 14.00 Uhr auf dem Goetheplatz statt, sowie in ca. 85 weiteren europäischen Städten und läuft unter dem Motto „Pulse of Europe“. Es ist eine überparteiliche Organisation, die sich dafür einsetzt, dass Europa, so wie wir es bis jetzt kennen, weiterhin besteht. Letzten Sonntag gingen die Appelle insbesondere Richtung Frankreich, wo demnächst gewählt wird. Pulse of Europe wendet sich gegen Populismus, insbesondere gegen den von Rechts.
Ich muss gestehen, dass ein Teil des Charmes dieser Kundgebung darin bestand, dass ich mich wieder ein wenig an meine Jugendzeit erinnert fühlte. Dennoch ging es uns beiden darum, für ein vereinigtes Europa zu demonstrieren, was in Zeiten von Trump und Populismus wichtiger denn je ist.
Mir ist das Thema deshalb so wichtig, weil wir, die leidenschaftlich nähen und bloggen in einem Umfeld leben, wo uns das möglich ist. Wir kommen an Stoffe, an Schnittmuster, können zeigen, was wir genäht haben und unsere Meinung äußern. Wir haben Zugang zu internationalen Märkten, besuchen Messen, holen uns Inspirationen und haben größtenteils die finanziellen Mittel, um all das zu ermöglichen, ob es sich dabei um Nähmaschinen, Stoffe oder sonstiges Material handelt.
In anderen Ländern und Regionen gibt es Blogger, die täglich Restriktionen, Inhaftierung oder Ausweisung befürchten müssen, weil sie ihre Meinung äußern.
Mir geht es gar nicht darum, dass wir jetzt alle damit aufhören, unsere Blogs zu schreiben, wie wir es bisher getan haben. Ich lese sie gern und freue mich darüber und das ist sehr wichtig. Ich lasse mich gern von anderen inspiren oder anleiten.

 

 

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Einmal Montmarte und der Ruhm ist sicher – Milliblus Shorts

Die Shorts sind schon seit einer Woche fertig und ich habe den ganzen Tag überlegt, was für einen geistreichen Text ich zu diesem Blogbeitrag schreiben könnte.
Letztlich wird er nicht unbedingt geistreich, eher peinlich für mich. Heute abend hatte ich beim Tragen meiner Shorts die Assoziation mit einem Bild von Picasso. Ich möchte diesem von mir verehrtem Künstler nicht zu Nahe treten, aber das Muster auf diesem Stoff von Milliblus erinnert mich an eine Zeichnung von ihm. Und natürlich möchte ich Milliblus nicht zu Nahe treten, indem ich indirekt mitteile, dass sie nicht an Picasso heranreichen – oh mein Gott, ich bin in einer Zwickmühle, aus der ich nicht mehr rauskomme.

Ich kehre zu Picasso zurück. Vor einigen Sommern war ich mit meinem Weltbesten in Rouen in Frankreich. Es war ein wunderschöner Urlaub, wir sahen uns die Stadt an und wiedermal versagte mein Orientierungssinn, wenn ich mit meinem Partner zusammen bin. Ich komme sonst recht gut überall zurecht und meine behaupten zu können, dass ich für eine Frau einen überdurchschnittlich guten Orientierungssinn habe, aber partiell versagt er komplett. Etwa dann, wenn ich fest davon überzeugt bin, dass der Fluss, die Seine, ganz sicher, also 100 %ig, garantiert, vielleicht nicht unbedingt beim Leben meiner Kinder, aber dennoch in die falsche Richtung fließt. So was kann ja mal vorkommen. Aus Hamburg stammend passiert das bei einer Sturmflut mit der Elbe regelmäßig.

Nach Rouen machten wir einen Abstecher in die Normandie und fuhren dann spontan noch für 1 oder 2 Nächte nach Paris.
Als Malerin zieht mich Paris natürlich magisch an und ich war fest überzeugt davon, dass mein Ruhm lediglich davon abhing, dass ich zumindest einen Abend auf dem Montmartre betrunken sein müsste. Schließlich waren das alle großen Künstler und mein Ruhm war damit nur noch einige Drinks entfernt.
Ja, ich bin noch immer nicht berühmt und ganz sicher liegt es daran, dass die Lokale auf dem Montmartre keinen Absinth mehr ausschenken. So mußte ich auf Alternativen umsteigen.
Am Ende des Abends war ich ziemlich betrunken. Ich hätte Georges Braques‘  Kubismus noch vor ihm in runder Form, also Rundismus, erfunden, Picasso hätte sich schämend in die Ecke gestellt und Matisse neidisch welkende Blümchen gemalt – wäre die Höhe der Rechnung ausschlaggebend gewesen. Sie lag bei 98 Euro allein für Cocktails und ich sage besser nicht, dass mein Partner nach 2 Cocktails bei Cola blieb.
Er hatte einen heiden Spaß mit mir. Meine Freundin und mein ältester Sohn weniger, weil ich zu fortgeschrittener Stunde fest davon überzeugt war, sie anrufen zu müssen (es war ein Wochentag!) Der Verkäufer der wohlriechenden Jasminkettchen war wiederum ganz entzückt. Das Blütenband verlor ich ca. 30 Min später auf den Treppen von Sacre Coeur. 
Eine Entdeckung machte ich jedenfalls: die Französischkenntnisse steigen proportional zum Alkoholkonsum. Hätte ich das früher in der Schule gewußt, ich hätte vor jeder Französischarbeit Chartreuse getrunken.
Mein Partner profitierte von meinen plötzlich einsetzenden Französischkenntnissen, indem er ein Taxi heranwinkte und ich dem Taxifahrer so unglaublich fließend die Adresse des Hotels mitteilen konnte, dass ich selbst ganz überrascht war. Meine Schwäche im Französisch waren bis dahin immer die Zahlen spätestens ab 40. Unser Hotel hatte leider eine Hausnummer über 40, aber die flutschte mir über die Lippen, als hätte ich nie etwas anderes gesprochen.
So kamen wir mit diversem französischem Smalltalk meinerseits mit dem Taxifahrer wohlbehalten im Hotel an.
Übrigens lag dieses Hotel in der Nähe einer Straße mit dem Namen Rue Picasso (oder so ähnlich). Und somit habe ich wieder den Bogen zu meinen Shorts gespannt.

Das Muster hatte ich bereits auf dem weißen Jersey zu einem T-Shirt verarbeitet. Als ich es aber bei „Das Königskind“ in Friedberg auch auf dieser rosa Webware entdeckte, wußte ich, dass ich daraus unbedingt eine kurze Hose machen musste. Den Schnitt habe ich von Schnittvision. Es ist eigentlich eine lange Hose, aber ich habe sie gekürzt.
Ich liebe diesen Stoff. Er ist elastisch, angenehm zu verarbeiten und angenehm zu tragen. Zum Glück war das Wetter die letzten Tage so sommerlich warm, dass ich sie heute bereits tragen konnte.

Übrigens habe ich schon diverse Hosen mit Reißverschluß genäht, aber ich weiß nicht, ob Ihr das kennt? Für meinen ersten Hosenreißverschluß fand ich ein Anleitungsvideo bei Youtube und fand es sehr hilfreich. Seitdem geht kein Reißverschluß ohne dieses Video. Ich schätze es liegt daran, dass ich diesem Video immer blind Schritt für Schritt folge ohne auch nur einmal über die eigentliche Logik dieses Vorgangs nachzudenken. Eine meiner größten Befürchtungen ist deshalb, dass dieses Video irgendwann mal gelöscht wird. Bis dahin will ich mein eigenes gemacht haben. Und vielleicht verstehe ich irgendwann mal die Logik in der Anbringung des Reißverschlusses.
Satinschrägband am Innenbund
Auch wenn der April noch einige Wetterkapriolen bringen kann, freue ich mich, dass die letzten Tage so wunderbar sonnig waren.
Auf jeden Fall weiß ich schon jetzt, dass ich im Mai diese Shorts anziehen werde, denn dann geht es erst nach Hamburg und dann nach Malta.
Aber bis dahin werde ich noch diverse Beiträge schreiben.
Habt Ihr auch lustige Reiseerlebnisse? Ich muss gestehen, dass ich noch diverse Geschichten auf Lager habe, bei denen ich meistens nicht gut abschneide. Aber was tut man nicht alles, damit die Mitmenschen etwas zu lachen haben….

In diesem Sinne Euch einen schönen MeMadeMittwoch
Stoff: Milliblus, gekauft bei Das Königskind in Friedberg/Hessen
Schnitt: Schnittvision
Als Nachzügler bei 12 Colous of Handmade Fashion
und mit Punktlandung bei After Work Sewing.

Des Königs neue Kleider

Letzte Woche war das Wetter nicht so schön wie heute und ich saß in meinem Wohnzimmer, ein wenig matt, tummelte mich auf Instagram herum und entdeckte einen Beitrag, der mich vor allem wegen des Stoffes interessierte. Er war von Milliblu’s und ich hatte ihn vor kurzem auf einer anderen Seite schonmal gesehen.

Ich muss allen, die mich noch nicht gut kennen erklären, dass ich auf dem Land wohne. Gern füge ich an dieser Stelle hinzu – seit 17 Jahren vorübergehend. Eigentlich noch länger. Ich wohnte viele Jahre in Hamburg Eppendorf mit Mann und 2 Kindern. Als ich mich vom Mann trennte, zog ich mit meinen Kindern nach Uetersen, Schleswig-Holstein. Es war für meine noch recht kleinen Kindern eine gute Entscheidung. Ich arbeitete als freiberufliche Übersetzerin für Serien und Fernsehfilme, aber im Laufe der Jahre ließ die Auftragslage nach und in mir regte sich zunehmend der Gedanke nach radikaler Veränderung. So landete ich in Hessen und suchte mir einen Ort, der ähnlich wie Uetersen, in der Nähe einer größeren Stadt war, aber dennoch eher ländlich. Dort blieb ich ca. 4 Jahre, um dann in die Nähe meines Partners, immer noch Hessen, zu ziehen. So wohne ich seit 2005 in Florstadt, einem kleinen Ort in der Nähe von Friedberg, was vielleicht dem einen oder anderen bekannt sein mag, der die A5 in Nord-Süd-Richtung oder umgekehrt schon mal gefahren ist.

Florstadt ist für ein geborenes Großstadtkind aus Hamburg nun mal extrem ländlich. Das ist in vielerlei Hinsicht wunderschön, aber spätestens bei Einkäufen, die über das Angebot von Supermärkten hinausgehen, schwierig.
Als Näheverrückte ist es geradezu eine Katastrophe. Ein Anlaufpunkt war für mich bisher ein Stoffladen in Neu-Anspach, ca. 30 Min mit dem Auto entfernt. Um wegen Stoff extra nach Frankfurt zu fahren … ach nööö.

Letzte Woche fand ich also über Instagram zu dem Stoffhändler Milliblu’s (ich wiederhole mich… ich weiß). Ich gab es bei Google ein und kam zu der Webseite, auf der ein Händlerverzeichnis angegeben war. Wie so oft gab ich meine Postleitzahl mit dem Gedanken ein, dass in meiner näheren Umgebung nichts sein wird.
Könnt Ihr Euch meine Freude vorstellen, als ich sah, dass nur 10 Min. mit dem Auto entfernt ein Stoffgeschäft war? Ich war völlig aus dem Häuschen und entschied spontan hinzufahren.

Ich betrat „Das Königskind“ und hatte spontan das Gefühl in einem Schlaraffenland zu sein.
(Nebenbei erfuhr ich, dass es das Geschäft schon seit über 2 Jahren gibt und ich hatte nie davon gehört!!!!!)
Mein Gefühl nach muss ich mit einem engelsgleichen Lächeln auf meinem Gesicht mindestens eine 1 Stunde durch die hellen Räume gewandelt sein. Ich hätte mindestens 6 Stoffe kaufen können, beschränkte mich aber angesichts meines Geldbeutels auf 2. Und einen davon will ich Euch nach langer Vorrede vorstellen. Es ist tatsächlich der Stoff von Milliblu’s, den ich haben wollte ohne wirklich zu wissen, was ich daraus machen sollte. Er lag jetzt ein paar Tage neben mir, während ich mein Projekt für 12 Colors of Handmade Fashion beendete. Diverse Schnitte kamen mir in den Sinn, aber nachdem mein Pink-Projekt heute abgeschlossen war, entschied ich mich spontan für ein „schnödes“ T-Shirt. Doch der Stoff macht so viel mehr aus diesem Shirt. Ich war spontan verliebt. Dazu weiß ich, dass es dieses Muster noch als Webware gibt und ich mir für den Sommer noch unbedingt Shorts machen möchte. Also: „Das Königskind“ – ich bin bald wieder da!!!

Ihr könne jetzt auch sehen, dass ich einen Garten habe, indem ich Fotos machen kann. Heute war der erste Tag für Open Air Fotos. Erst drinnen, dann draußen.

Hier noch ein paar Spaßfotos, weil das Muster so schön ist und ich es einfach durch Fratzen in Szene setzen mußte, getreu dem Motto: Ein schöner Stoff kann niemanden entstellen.

Auf jeden Fall wird noch die Webware mit rosa Untergrund gekauft. Eventuell nochmal genau der gleiche Jersey für ein Kleid, Top und/oder Rock.

Jeder der irgendwie in der Nähe von Friedberg wohnt und bisher nichts von „Das Königskind“ wusste, sei nahgegelegt, diesen tollen Concept-Store aufzusuchen, weil es ein unglaubliches Sortiment gibt und der Stoff genial zugeschnitten wird. Das allein ist ein Besuch wird.

Nebenbei bin ich ganz aufgeregt weil mein Projekt für 12 Colours of Handmade Fashion von Tweed and Greet fertig ist, es genau diesen Stoff auch bei „Das Königskind“ gibt, ich ihn jedoch auf der Kreativ All kaufte, aber dennoch nicht zeigen kann (erst am 27.3.)
Zudem kommt als nächstes die Pastellhölle von Mein Feenstaub am 19.3. Auch das ist fertig.

Und ganz besonders freue ich mich auf das Interview mit Anja Jäger, welches sie vor ein paar Wochen mit mir geführt hat und demnächst auf ihrem Blog wie auch meinem erscheinen wird. Anja Jäger ist Kreativcoach und hat eine sehr interessante Webseite (Klick).

Schnitt: selbst erstellt
Stoff: Milliblu’s von Das Königskind, Friedberg/Hessen, Hanauer Strasse 10

Dieser Beitrag ist verlinkt mit MMM, Afterword Sewing, Das Königskind

Von 12 bis 12

Seit langem will ich bei dieser Aktion von Draussen nur Kännchen teilnehmen, aber ständig verpasste ich es. Diesmal hab ich daran gedacht, zumal heute auch noch Sonntag ist, die Sonne scheint und überhaupt der Frühling in der Luft ist. 
So sieht ein Sonntag aus, wenn die Kinder schon längst ausgezogen sind und man mit seinem Partner noch immer nicht zusammenlebt.
Aufwachen um ca. 9.35 Uhr beim Partner zu Hause.

Frühstück mal wieder mit Salat. Im Winter ging das nicht so gut, doch jetzt, wo die Sonne scheint, hab ich wieder Lust drauf.

Nach dem Frühstück bei meinem weltbesten Partner lief ich nach Hause. Und obwohl ich diesen Weg sehr oft laufe, sind mir diesmal erst wirklich die unglücklich geratenen Schilderkombinationen aufgefallen. 

Schattenspiele gegen Mittag

Nachmittags im Garten. Der von mir seit 2 Jahren vernachlässigte Tümpel wird vom Laub befreit. 6 Eimer voll. 

Ausruhen und eigentlich nichts mehr machen. 

Aber es fehlen noch immer 3 Holzlatten an der Holzkonstruktion. Die sind doch schnell angebracht mit dem Akkuschrauber…. doch Akkuschrauber, der seit Monaten im Flur herumliegt, gibt mangels Akkuladung keinen Ton von sich. Also doch per Hand anschrauben.

Aber jetzt – entspannen.

Bis mein Partner überraschend auftaucht und fragt, welchen Baum ich eigentlich umhauen wollte. Es gibt im Garten einen Baum, den ich schon seit Jahren weg haben will. Er ist eh nicht mehr so richtig gesund. Dafür hatte ich mir mal eine Axt gekauft und angefangen ihn zu fällen. Das hielt ca. 20 Hiebe lang. Ich war platt, hatte tagelang Muskelkater in den Armen und der Baum stand wie eine 1. Bis heute. Mein Partner ist eben kräftiger als ich und kann besser zielen. Wenn ich die Axt in der Hand habe und zu schlage, decke ich auf dem Gehölz gut einen halben Meter ab. Mein Partner gerade mal 10 und das Holz fliegt einem bei seinen Hieben um die Ohren. Ich war so beeindruckt, dass ich vergaß Fotos zu machen. 

Die Sonne verzog sich hinterm Haus, mein Partner vorzog sich in sein Haus und ich brauchte zum Aufwärmen erstmal einen leckeren Ingwertee. Mit dem sitze ich jetzt auf dem Sofa, tippsel meinen Blogbeitrag und freue mich, endlich mal von 12 bis 12 dabeigewesen zu sein.

Habt noch einen schönen restlichen Sonntag und einen guten Start in die Woche!

Ich mach mir einfach meinen Sommer

Die Tage sind kürzer, die Temperaturen waren schon frostig, mancherorts lag gar schon Schnee und der Aschied vom Sommer war nicht ganz leicht. Aber warum kann man nicht liebgewonnene Momente mit in den Winter transportieren? Mit einigen Anpassungen kann das durchaus gelingen.

Im Sommer sah das noch so aus:
 
Heute dann so:
 
Nicht sichtbar ist die Fleecedecke. Dennoch kann ich nicht stundenlang in meinem geliebten Hängesessel ausharren. Spätestens, wenn der Kaffee kalt geworden ist, muss man wieder ins Warme. Aber dieser kurze Moment des Schaukelns ist für mich noch immer Tiefenentspannung pur. 
Apropos Fleece: Unter meiner Winterjacke wärmt mich mein neuer Fleecepullover, der wieder in die Rubrik „vor ein paar Monaten fand ich den Stoff noch grausam“ fällt. Animalprint ging gar nicht. Genauso wenig wie Glitzerschuhe mit oder ohne Fransen, lackierte Fußnägel, usw. 
Für mein Selfie-Fotoshooting, habe ich mich todesmutig meiner Winterjacke entledigt, um endlich mal ein neues Stück im Garten präsentieren zu können. 
 
 
 
Den und die 3 anderen Stoffe erstand ich letzte Woche in einem für mich paradiesischem Stoffgeschäft bei Darmstadt. Ich war eigentlich auf dem Weg ins Einkaufszentrum und schon auf Parkhauseinfahrt eingestellt, als ich aus dem Augenwinkel das Stoffgeschäft entdecke und zum Glück gleich nebenan den riesigen Parkplatz von Toys ‚r‘ us (übrigens gleich neben Beate Uhse mit Toys der anderen Art). 
Unter Berücksichtigung der riesigen Auswahl, die dieser Laden hat und auch nicht unbedingt bei mir um die Ecke ist, bin ich sehr stolz darauf, dass ich lediglich nur 4 Stoffe gekauft habe. 
Kurzer Perspektivwechsel: Die letzten Wochen habe ich mir mal einen Überblick über meinen Stofflager verschafft und war der festen Überzeugung, dass ich definitiv erstmal keine neuen Stoffe brauche………
Mittlerweile habe ich mich wieder mit meinem koffein- und alkoholfreiem Lieblingsgetränk aufgewärmt: Ingwertee. Heiß oder kalt mit einem Schuß Limettensirup, wobei ich keine Teebeutel verwende sondern den Ingwer in dünne Scheiben schneide und dann in einem Topf mit Wasser aufkoche, noch eine Weile ziehen lasse und fertig. Heiß getrunken wärmt er und soll zudem das Immunsystem stärken. 
Gut durchgewärmt ziehe ich nach langer Abwesenheit heute mal zu 

MeMadeMittwoch

Fugenkratzen im Sommerloch

Im Fernsehen laufen vorwiegend Wiederholungen, Lieblingssendungen machen Sommerpause, Athleten aus der ganzen Welt erhoffen sich in Brasilien diverse Medaillen – wenn auch von mir weitestgehend unbemerkt und selbst der Sommer macht bei uns gerade Pause.
Meine Pause war recht lang. Neben erwähnten Gründen in vorigen Posts war ich zudem viel Unterwegs. Malta, Potsdam, Rostock, Hamburg. Dann wieder zu Hause und zuletzt wieder Hamburg. Meine Nähmaschine habe ich lediglich zum Abändern und Ausbessern benutzt – auch ihr sei eine Sommerpause gegönnt.
Stattdessen war ich – wenn zu Hause – viel im Garten, habe Unkraut gerupft und Fugen gekratzt. Sollte jetzt jemand in mitleidiges Stöhnen verfallen, den muss ich enttäuschen. Ich weiss auch nicht genau, was mich da in letzter Zeit reitet, aber ich habe richtig Spass daran und irgendwie hat es einen therapeutischen Effekt. Wenn ich davon im Freundeskreis erzähle kommen sofort Angebote, meiner wahrscheinlich saisonalen und vorübergehenden Leidenschaft in ihren Gärten nachzukommen, was ich vehement ablehne – ich kratze nur meine eigenen Fugen.
Essentiell wichtig war das richtige Gerät. Mein alter Fugenkratzer, aus einem Billigangebot im Discounter stammend, war nicht mehr auffindbar. So stöckelte ich dann in die Gartenabteilung unseres lokalen Baumarktes und staunte über die großartigen Geräte, mit denen man herumwerkeln kann. Falsch: Ich wollte gar keinen neuen Fugenkratzer kaufen sondern lediglich ein neues Paar Gartenhandschuhe, die auch bei fiesen, steinharten, unkaputtbaren und gentechnisch mutiert anmutenden Dornen nicht nachgeben. Seit meiner Bänderdehnung war das Tragen von Absätzen lange Zeit etwas schwierig, umso mehr genoss ich das Ausführen meiner Schühchen im Baumarkt und stolperte in die Gartengeräteabteilung, wo mir dann prompt der fehlende Fugenkratzer einfiel. Ich entschied mich für eine erschwingliche Variante mit Edelstahlklinge, die mich allein schon deshalb ansprach, weil sie einen schwarzen Klingenschutz hatte, was mir das völlig subjektive Gefühl von erheblicher Belastbarkeit und Schärfe suggerierte. Wie leicht sind doch Frauen zu beeindrucken!
Seitdem kratze ich Fugen und hätte glatt Chancen auf eine Medaille wenn es eine olympische Disziplin wäre.
Den gleichzeitig erworbenen Unkrautstecher habe ich bisher nur rudimentär getestet, aber immerhin genug, um meine Minze in Teilen vom lästigen Unkraut zu befreien und sie verstärkt wachsen zu lassen.

Der von mir genutzte Gartenanteil sah vor meiner Aktion so aus:

Wenn man genau hinschaut, kann man mit viel Fantasie erkennen, dass es sich hier um völlig zugewachsene und mit Moos bedeckte Platten handelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass ich in den letzten 2 Jahren aus verschiedenen Gründen den Garten so gut wie gar nicht nutzte. 
Nach ca. 6 Stunden Geräte- und Körpereinsatz sah das ganze dann so aus:
 
Hier sind noch nicht alle Fugen gekratzt, aber es reichte für ein erstes entspanntes Sonnenbad. Mein Lieblingsplatz ist meine Hängesessel. Reinsetzen, schaukeln und die Tiefenentspannung geniessen. Hin und wieder in einem guten Buch lesen – der Sommer darf von mir aus noch bis Dezember gehen und im Februar wieder starten.
Und was ist sonst noch alles passiert – ich war ausgiebig Schuhe shoppen in Hamburg, wo ich die Wohnung meiner Mutter 2 Wochen lang hütete, während sie mit meinem Ältesten auf der Queen Mary 2 eine Kreuzfahrt nach New York unternahm. Das war ein perfekter Deal für mich, da ich nicht auf Kreuzfahrten stehe, mein Sohn hingegen schon und ich meine Heimatstadt in der Zeit geniessen konnte. So wurde die „Kleine Rast“ an der Elbe am Abend zu meinem 2. Wohnzimmer. Obwohl mir ein Auto zur Verfügung stand war ich nur mit dem Fahrrad unterwegs und wurde schnell daran erinnert das Fahrradfahren in Hamburg nicht das Gleiche ist, wie Fahrradfahren in einer hessischen Kleinstadt. 
 
 
Auf Malta war ich nach 4 Jahren zum ersten mal wieder Tauchen
 
Es war im Wasser zwar reichlich kalt obwohl ich zwei Neoprenanzüge trug, aber es machte Spass. Einen weiteren Tauchgang machte ich leider nicht, da es mir in der Tat zu kalt war und mein Ohr Schwierigkeiten machte. Aber der Urlaub ist in Planung. 
Wenn der Sommer weiterhin pausiert, komme ich in den nächsten Tagen vielleicht zu mehr Berichten meiner Reisen mit Fotos.