Lieblingsstücke 2016

Meinen persönlichen Jahresrückblick habe ich schon im Post Mal ehrlich – für mich lief es gut gemacht.  Tatsächlich schwebte mir aber auch ein Rückblick ein, über all das, was ich 2016 in erster Linie genäht habe. Dieser Plan ist die letzte Woche etwas in Vergessenheit geraten, weil ich zum einen schon ziemlich gut in 2017 angekommen bin und zum anderen mein Geburtstag war, mein Auto einen Platten hatte und ich ca. 6 oder 7 Beanies genäht habe, auf ich gerade stehe.

Darum freue ich mich, dass bei Me Made Mittwoch dieses Motto ist. Und mein Lieblingsstück sind letztlich 3 Teile:

Genäht habe ich in 2016 aber im Rückblick doch eine ganze Menge:
Diverse Blusen mit langen, kurzen oder gar keinen Ärmeln.
Mindestens 3 Röcke

Vor kurzem erst diese 3 Kleider

Leggings und Hosen  
2 paar Shorts. Upcycling aus einem Hamburger Fischerhemd und einem alten Oberhemd

2 Blazer und ein Blouson

Ein Wintermantel

3 Fleecepullis

Eine Auswahl der Taschen
Und wenn man alles auf einem Haufen sieht, war es doch eine ganze Menge. 

Upcycling einer Hose Teil 2 Blouson

 

In meinem gestrigen Beitrag Upcycling einer Hose Teil 1 (Klick) stellte ich Euch meinen neuen Rock vor, den ich aus einer alten und zu großen Hose genäht hatte.

Ausgangspunkt war diese Hose
 
Hier trennte ich die Innenbeinnähte auf und die vordere sowie hintere Mittelnaht am Schritt. Der Reissverschluss wurde rausgetrennt und der überflüssige Stoff, der im Schritt war, zurückgeschnitten. 
 
Als nächstes übertrug ich den Schnitt einer Sweatjacke auf die Hose, nachdem ich die Hosenbeine wie für einen Rock mit großer Stichlänge zusammennähte. Diese Naht war vorne nur vorläufig, weil später ein Reissverschluss eingesetzt werden sollte. Ich konstruierte einen Schnitt für die Ärmel, für die ich die restlichen Hosenbeine nahm. Soweit war alles hervorragend gelungen.
 
Alles passte wunderbar zusammen.
Als ich dann die Ärmel einsetzte und mit der Overlock noch kurz versäubern wollte, passierte das Malheur. Zu spät merkte ich, dass eine Stofflage vom Rückenteil unter die Ärmelnaht gekommen war und das wirklich sonst tolle Messer der Maschine schnitt mir ein fettes Dreieck mitten in das Rückenteil. Jeder Mathematiker wäre ob der Gleichmäßigkeit dieses Dreiecks schier aus dem Häuschen gewesen. Die Begeisterung teilte ich allerdings ganz und gar nicht. Zur Beruhigung nahm ich erstmal einen kräftigen Schluck Wein, der vielleicht die Ursache meiner Unaufmerksamkeit gewesen sein mag, denn dieser Schluck war nicht der erste. 
Wie ganz häufig bei solchen plötzlich auftretenden Katastrophen begutachtete das Unfallstück, legte es beiseite, schaltete alle Nähmaschinen aus, trank noch etwas Wein, grübelte im Hinterkopf die ersten möglichen Lösungen durch, fand nix und ging erstmal schlafen.

Ein Austauschen des Rückenteils war nicht möglich, weil ich bereits so gut wie jeden Fitzel der Hose verarbeitet hatte. Ein Flicken sah auch doof aus. Darum beschloss ich erstmal am nächsten morgen, das Loch mit meiner normalen Nähmaschine zu stopfen. Dadurch war das Loch zwar weg, aber dieses Dreieck mutete immer mehr wie eine böse züngelnde Zunge an. Ich musste es irgendwie abdecken. Ich dachte an einen Kreis, ein noch größeres Dreieck, suchte in meinem Stofflager nach möglichen Stoffen – nix. Alles sah irgendwie halbgar aus. 
Dann erinnerte ich mich wieder an ein recht bewährtes Motto von mir: Mache aus der Not eine Tugend. Ich fand ein sehr schönes breites Satinschrägband, das eben gerade die Stelle abdeckte. Da sich das Loch im unteren Teil und knapp links von der hinteren Mittelnaht befand, war meine Idee, das Band auch auf der rechten Seite anzubringen. Die Lösung gefiel mir. Einziges Problem – das Band reichte nicht. 
Also fuhr ich in den Stoffladen meines Vertrauens und suchte nach dem Band. Und ja, da war es!!!
Genial! Doch die Freude währte nur kurz, denn es war nicht mehr ausreichend Band auf der Rolle. Ein geduldiger Mensch hätte jetzt vielleicht vorgeschlagen, man solle das Band nachbestellen und mir dann Bescheid geben. – aber ich bin in der Hinsicht kein geduldiger Mensch. Wenn ich einmal im Lösung-finden-Modus bin, gibt es keine Pause, es sei denn, die Pläne C bis Z funktionieren auch alle nicht. Aber soweit war es ja noch nicht. Die Verkäuferin begann selbst nach Alternativen zu suchen und stromerte durch den Laden. Sie fand ein sehr schönes graues Veloursband, was aber nicht ganz die Verletzung meines Blousons abdeckte. Aber die Richtung gefiel mir. Dann stiess ich in einer Ecke auf verschiedene Rollen/Ballen mit Kunstleder. Mit der einen Rolle bewaffnet ging ich nach vorn, wo mein Blouson wie ein Patient auf dem Ladentisch lag und begutachtete die Farbe. Sie passte hervorragend. Und in dem Moment war für mich klar – ich mache nicht 2 Streifen, sondern einen richtig großen Einsatz aus Kunstleder auf dem Rücken.

Die nette Dame aus dem Laden war ganz begeistert von der Lösung, versicherte mir, dass sich das Kunstleder hervorragend nähen ließe und ich verließ den Laden mit dehnbaren Kunstleder, grauen Bündchenstoff und dem Veloursband (zur Sicherheit).
Zu Hause angekommen, schnitt ich das Leder zu, befestigte es mit Wondertape am Blouson, nähte vorsichtsgalber mal ein kurzes Stück Naht und war froh, dass es tatsächlich problemlos ging. Es schien sich alles doch noch zum Guten zu wenden. Ich klemmte Patient Blouson mit Kunstlederverband unter den Nähfuss und ratterte los…. nix von wegen „problemlos“! In Kombination mit dem Stoff – also links das Leder, rechts der Blousonstoff, machte mein Nähfuss schlapp, weil er nur den Blouson, das Kunstleder jedoch verzögert transportieren wollte. 
Also Trennmesser her und noch mal. Ich klebte ein Stück Tesafilm unter den Fuss, was überhaupt nichts brachte. Erst das Seidenpapier, das ich nur über das Kunstleder legte, liess mich am Ende alles knappkantig auf- bzw. absteppen. 
Der Rest ist schnell erzählt: Reissverschluss (aus einer alten Jacke herausgetrennt, Bündchen dran – fertig! 
Am Ende bin ich wirklich sehr glücklich über den Blouson. Das Kunstleder sieht klasse aus und macht die Jacke noch interessanter. Ohne das Loch wäre ich nie auf die Idee gekommen. 

Ende gut, alles gut. Eine einzig kleine Änderung nahm ich im Nachhinein noch vor… der Nüpsel vom Reißverschluss, also das Ding, an dem man zieht war alt und häßlich. Dafür habe ich jetzt einen neuen aus Metall angebracht.

Professionelles Fotoshooting der zweimal genähten Jacke

Heute ist wieder Linklistentag und nachdem ich gestern schon bei einem anderen dabei war, wollte ich heute eigentlich nicht. Doch die Sonne in meinem Wintergarten weckte mit dreistündiger Verspätung meine Lebensgeister, nachdem mein Körper schon um 6.00 Uhr aus dem Bett kroch.

Und so sieht dann ein Vormittag bei mir aus, an dem ich mich spontan entscheide, doch noch bei  Rums mitzumachen.
Ich schmeiße mich erstmal in die Kleidungsstücke, die ich zeigen möchte: Meine zweimal genähte Jacke (dazu unten mehr) und meine Glanzleggings. Dann bestelle ich mein Fototeam ein:
 
Beim ersten Foto passiert wie so  häufig das: 
(mein Fototeam benötigt die Anweisung „Selbstauslöser“)
 
Die ersten Fotos wandern in den virtuellen Papierkorb, bis ich lockerer werde und vergesse, dass man mich von der Praxis meines Hausarzes wunderbar beobachten kann.  
Ich beginne mich hemmungslos vor meinem iPad in Szene zu setzen, damit der geneigte Leser meines Blogs den Eindruck gewinnt, dass ich einen umwerfenden Fotografen vor mir hatte, der mich anfeuerte, motivierte und wir unglaublich viel Spaß hatten. 
 
 
 

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Meine Kollektion

Auch wenn ich im Moment viele Taschen nähe, begann insbesondere in den letzten Jahren ursprünglich meine Leidenschaft für Selbstgemachtes bei Kleidung. Klamottenläden gibt es zwar genug und ich bin jetzt auch nicht jemand, dem es peinlich wäre, bei einer Party das gleiche Kleid an einem anderen Gast zu sehen, aber die Möglichkeit, einfach mal etwas für sich zu nähe, maßgeschneidert zudem, mit eigenen Ideen und iftmals günstiger als im Laden hat mich immer gereizt. Den ersten Stücken konnte man noch durchaus ansehen, dass sie selbstgemacht waren, doch je mehr ich nähte, desto besser wurde es. Das wurde mir einmal ganz bewußt, als ich meine Hosen aussortierte und bei einer etwas stutzig wurde, weil ich kein Label und keine Größe drin fand. Ein kurzer Blick ins Innenleben des Stückes ließ mich auf den ersten Blick in der sicheren Annahme, dass sie gekauft sein musste. Als ich dann alles näher betrachtete, sah ich aber doch, dass sie aus meiner eigenen Hand stammte und da wußte ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich mache noch immer Fehler, bin oft unzufrieden mit mir, halte mich immer wieder dazu an, anstatt ungeduldig etwas „schnell“ zu machen, doch lieber sorgfältig zu arbeiten und dabei gleichzeitig die mir eigene Perfektionismuslatte etwas tiefer zu legen. Wenn am Ende ein Kleidungsstück fertig ist, es gut sitzt, ich mich darin wohfühle, sollte das reichen. Sagt dann noch jemand, dass es gut aussieht, muss ich nicht gleich von sämtlichen Nähfehlern erzählen oder auf Details aufmerksam machen, die mir nicht so gelungen sind. Ein „Danke“ als Antwort genügt, übrigens meist auch demjenigen, der das Kompliment gemacht hat. 

Hier möchte ich jetzt einige Kleidungsstücke vorstellen, die ich mir genäht habe, die an dieser Stelle immer mal wieder ausgetauscht werden. 

Heute aktuell weil RUMS-Tag: Die Softshelljacke