Aus Alt mach Neu – Anleitung Refashioning zur Offshoulderbluse

 

Rock nach eigenem Schnitt
 

2 zerknüllte Blusen

 
Seit Jahren liegen abseits meiner To Do Kiste, ganzen hinten in einer Ecke in einer Plastiktasche 2 alte Sommerhemden mit dem gleichen Schnitt.. Ich schätze mal, es sind schon 5 Jahre, denn die Idee war einmal, aus beiden Blusen eine neue bzw 2 neue Blusen zu machen. Die eine ist blaukariert, die andere orangekariert. Mein Plan war, sie untereinander zu mischen, sodass 2 zweifarbige Blusen dabei rauskommen würden.
Sie entkamen vielen Entrümpelungsversuchen. Jedesmal dachte ich mir, dass Projekt setzt Du irgendwann mal um. 
Letzte Woche war es dann endlich so weit. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich sie in der Zwischenzeit nicht doch entsorgt hatte, bis ich sie völlig zerknüllt in dieser Tasche fand. 
Offshoulderblusen sind bei mir im Moment der absolute Renner. Bisher habe ich sie aber immer mit Trägern oder Cutouts gemacht, weil ich befürchtete, dass sie bei Armbewegungen über die Schulter rutschen würden. Als ich mir die blaue Bluse vornahm, dachte ich mir erstmal, wenn es jetzt schief geht, ist es nicht so schlimm. Die Anleitung zeige ich anhand der orangefarbenen, weil ich bei der Blauen mal wieder zu ungeduldig war und keine Fotos beim Nähen machte. 

Der Refashioningprozeß beginnt

Ursprünglich sah das Hemd so aus:
Ich breitete die Bluse aus, nahm eine Schere zur Hand und schnitt motiviert den oberen Teil ab. Wenn Ihr die Bluse richtig exakt aufeinanderlegt, könnt Ihr Vorder- und Rückenteil zusammen abschneiden. Sollte sich an Eurem Hemd hinten noch eine Quetschfalte befinden, müsst Ihr die natürlich auftrennen.

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Gelb und wie ich langsam dem Wahn verfiel

Während ich Ende März noch die rosa Stoffreste vom Boden sammelte, die rosa Flusen aus den Nähmaschinen holte und viele Bloggerinnen auf der h&h in Köln waren, verkündete Tweedandgreet-Bloggerin Selmin die neue Farbe für 12coloursofhandmadefashion:

GELB
„Ach, gelb….“ dachte ich noch so ganz unvoreingenommen, einfach weil die Anspannung über die Verkündung der neuen Farbe erstmal vorbei war. Dann sickerte es so langsam von meiner Initialwahrnehmung (wo auch immer die sitzt) in den Bereich meines Hirns, der für die Verarbeitung von Nachrichten zuständig ist. Scheinbar streifte die Neuigkeit dabei ausversehen die Mandelkerne (Teil des Hirns, der u.a. für Angst und Panik zuständig ist) und mir fielen spontan nur alte, längst der Altkleidersammlung zugeführte Kleidungsstücke ein, die ich allein deshalb ausrangiert hatte, weil sie gelb waren. Ich mag Gelb als Farbe sehr, aber als Kleidung??? Ich hatte immer das Gefühl, sie steht mir nicht oder fühlte mich aus anderen Gründen darin Unwohl.  Mein weltbester Partner, erinnerte mich dann aber an ein knallgelbes Leinenkleid, das ich schon hatte, als wir uns erst kurz kannten. Es war lang, hatte Größe 38 und war mir ein paare Jahre später viel zu klein. Es fristete im Keller sein Dasein im Schrank, machte sogar einen Umzug mit und kam erst letztes Jahr wieder zum Vorschein, als ich wieder reinpasste. Nur die Länge hatte mir eigentlich noch nie so richtig gefallen. Mit einer Größe von 1,76 m sind viele Kleider wie auch Hosen oft nicht lang genug. Und das Kleid hing irgendwo zwischen Knöchel und Knie, mehr in Richtung Knöchel. Kurzerhand kürzte ich es letztes Jahr, machte es ein bißchen enger und alles war gut. Und somit wurde dieses Kleid mein absoluter Notnagel für das Motto „Gelb“, denn immerhin hatte ich es abgeändert.

 

Ich meine, es ist ja nicht so, dass wir gezwungen werden, das ganze Jahr bei dieser Challenge mitzumachen, aber irgendwann ist der Ehrgeiz geweckt und man hatte ja auch schon viel Spaß, da will man weder klein bei noch ganz aufgeben (und sei es nur für einen Monat).
Zudem gab es bei Tweedandgreet so viele schöne gelbe Farbtöne, dass ich mich sehr schnell anstecken ließ und schon bald in einem Gelbfieber war, was zuletzt schon an Gelbwahn grenzte (dazu weiter unten mehr).
Ich durchsuchte die Online-Stoffläden, bevorzugt die, die auch Farbfilter hatten.
Mehr per Zufall stieß ich bei Stoffe Hemmers auf einen gelben Spitzenstoff, der zudem noch runtergesetzt war und bestellte ihn spontan ohne auch nur einen Ahnung zu haben, was ich daraus machen sollte. Bis zur Lieferung des Stoffes fuhr ich in mein Lieblingsstoffgeschäft „Das Königskind“ und klagte dort mein Leid… „Ich brauche Gelb… gelben Stoff… “ und was sah ich? Wundervolle Stoffe, einer schöner als der andere. Ich hatte binnen Sekunden schon ein ganzes Outfit vor Augen, nur keiner von ihnen war gelb oder beinhaltete auch nur Nuancen, Fasern von gelb… bis ich auf den gelben Leinenstoff aufmerksam gemacht wurde. Ein tolles Gelb. Nicht zu knallig, nicht zu hell – irgendwie toll. Und dann noch Leinen. „Ja, daraus mache ich eine Shorts!“
Ich hatte jetzt also 2 gelbe Stoffe. Einen aus Spitze und einen aus Leinen. Als ich den Spitzenstoff bekam, hatte ich auch sofort eine Ahnung, was ich daraus mache. Eine Tunikabluse mit Trompetenärmeln.


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Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

In meinem ersten Beitrag zur #Fashionrevolution Week und der Initiative #Haulternative von mamimade habe ich einige Stücke gezeigt, die ich im Laufe eines Jahres aus alten Kleidungsstücken gemacht habe.

Heute möchte ich Euch anhand eines alten Flanellhemdes meines Freundes zeigen, wie ich so ein Projekt beginne, wenn ich noch nicht genau weiß, was daraus entstehen soll.
Ich muß gestehen, dass ich eigentlich schon wußte, was ich aus dem Hemd machen will, aber während ich die Fotos machte, kamen mir andere Ideen.

Wer sich für Upcycling, Refashioning, Repurposing von Kleidung interssiert, dem rate ich, einfach einmal mit dem Stück zu experimentieren. Mein erster Schritt ist eben, das Kleidungsstück, in diesem Fall das Hemd, nicht mehr als Hemd zu sehen, sondern zu versuchen, was ich alles damit anfangen kann, indem ich es einfach mal anders anziehe.
Eine andere Möglichkeit, besonders bei Hosen, ist es, erstmal die Innennähte aufzutrennen und dann genauso damit zu spielen, wie ich es mit dem Hemd mache. Vielleicht kommen Euch dabei noch ganz andere und eigene Ideen.

Hier ist erstmal das Hemd

Es ist zumindest bei meinen Projekten von Vorteil, dass ich durch meinen Partner wirklich große Hemden bekomme.

Dann geht das Experimentieren los. Ich beginne mit einer Rockvariante:

Knopfleiste einmach mal nach hinten.

 

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Fashionrevolution

Fashionrevolution
Fashionrevolution – eine Revolution der Mode? Ich habe mich über den Begriff Mode ein wenig informiert und letztlich dabei bemerkt, dass es gar nicht so sehr um eine Revolution in der Mode geht, sondern viel mehr um eine Revolution in unsere Haltung zu Kleidung bzw. der Bekleidungsindustrie.
Ursprünglich hatte ich diesen Post mit den Worten beginnen wollen, dass jeder von uns mit Mode zutun hat, selbst diejenigen, die meinen, sich nicht für Mode zu interessieren. Nachdem ich ein wenig recherchiert habe, ist das aber tatsächlich nicht richtig. Mode, so Wikipedia, hat vielmehr mit vorherrschendem Geschmack, Überzeugungen, Bräuchen und Zeitgeist zutun. Sie unterliegt einem ständigen Wandlungprozeß, der letztlich im gesellschaftlichen Kontext als üblich und dem Zeitgeist entsprechend angesehen wird.
Bei der Fashionrevolution geht es jedoch in erster Linie darum, auf die Mißstände in der Bekleidungsindustrie aufmerksam zu machen. Die ist zwar eng mit der Modeindustrie verbunden, doch selbst Menschen, die sich nicht für Mode interessieren, brauchen Kleidung.
Dann ist da die sogenannte „Fast Fashion“, Modebekleidung, die billig hergestellt wird und deren Haltbarkeit mehr als zu wünschen übrig lässt.
Doch nicht nur Fast Fashion wird in Billiglohnländern unter miserablen Bedingungen hergestellt. Es gibt zahlreiche Designer, die ihre Kreationen dort fertigen lassen. Ein teures Designerteil zu kaufen, ist also keine Garantie für faire Herstellung.
Übrigens gilt das auch für Schuhe und Lederbekleidung.

Ich frage mich immer, was man tun kann, damit sich das ändert? Unser Wohlstand beruht zum Teil auf dem Rücken von billigen Arbeitskräften, die am Monatsende um die 60 Euro als Lohn erhalten und für die eine 40 Std. Woche, bezahlter Urlaub, Krankenversicherung, Sozialleistungen, Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, usw. ein Fremdwort ist. Jeder der selbst näht, weiß wieviel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt. Zudem natürlich auch Kosten für das Material, Strom, usw.

Wenn wir jetzt aus sozialer Verantwortung heraus die Modeindustrie boykottieren, verlieren bestenfalls die Nähfabriken in den bekannten Billiglohnländern wie z.B. Bangladesh Aufträge. Näherinnen würden als erstes ihren Job verlieren, der aber trotz der miserablen Bedingungen überlebensnotwendig ist. Würde die westliche Bekleidungsindustrie hingegen Druck auf die Besitzer der Nähfabriken ausüben, könnte es etwas ändern.
Tragisch ist es allerdings, dass erst der Einsturz der Textilfabrik vor 4 Jahren in Bangladesch ganz langsam zu einem Umdenken passieren musste.
Im Radio hörte ich zu dem Thema heute morgen eine Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch. Sie erzählte, dass sich seit der Katastrophe damals in puncto Sicherheit schon einiges geändert hätte. Früher starben im Jahr 200 Menschen durch Unfälle in den Fabriken. Heute sind es „nur“ noch 5-10 Menschen. Meiner Meinung nach 5-10 Menschen zu viel. Die Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch forderte in dem Radiobericht dennoch dazu auf, weiterhin Kleidung mit dem Aufdruck „Made in Bangladesh“ zu kaufen, aber mit Verantwortung. Man soll sich erkundigen, ob die Kleidung aus einer Fabrik stammt, wo die Arbeitsbedingungen besser sind. Nachzuhören ist der relativ kurze Beitrag unter Deutschlandradio Kultur Mediathek, Studio 9.

Und ich für meinen Teil finde eben auch, dass ich gekaufte Kleidung dementsprechend lange trage, abändere oder repariere, wenn es nötig ist.

Es gibt viele Möglichkeiten aus diversen Gründen abgelegte oder kaputte Kleidung neues Leben einzuhauchen. Das naheliegendste ist, sie zu reparieren. Doch wenn mir ein Teil nun gar nicht gefällt, es zu klein oder zu groß geworden ist? Ich könnte es zum Altkleidercontainer bringen, aber was dann mit der Kleidung passiert ist in zahlreichen Dokumentationen zu sehen. Es gibt aber auch noch Secondhandläden, Ebay und andere Verkaufsportale, dazu caritative Einrichtungen, die die Kleidung an Bedürftige abgibt, aber nur, wenn die Kleidung wirklich noch tragbar ist, sonst geht es von dort aus in die Altkleidersammlung.
Ich habe vor einiger Zeit damit begonnen, aus alter Kleidung neue Sachen zu machen.

So entstanden aus alten Hosen, die mir zu groß geworden waren diese Stücke:

 

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Silberne Audrey

Gestern war Weltfrauentag und ich schrieb einen Teil meiner Gedanken zu diesem Thema in meinen hier im Blog. Dabei war ich gedanklich viel bei meinen Kindern und meiner Vergangenheit.
Gleichzeitig fand eine Idee, die ich schon lange mit mir herumtrage, endlich eine Form.

2 Kinder und ein Shirt

Ich beginne mal mit meinem jüngsten Sohn, der jetzt 27 Jahre alt ist. Als er kurz nach seinem Abitur aus der Wohnung hier auszog und seinen damaligen Wohnsitz in Darmstadt hatte, gab er mir 2 T-Shirts, die seine Großmutter ihm einmal zum Geburtstag geschenkt hatte. Es waren 2 stinknormale, weiße T-Shirts für Männer mit V-Ausschnitt und genau dieser Ausschnitt gefiel ihm nicht. Originalverpackt lag es einige Jahre hier rum, immer in meiner Absicht, irgendwann mal etwas daraus zu machen.
Mein ältester Sohn, 29, in meiner Nähe wohnend und schon seit längerer Zeit mitten im Beruf stehend, fragte mich, ob ich ihm für seine erste Wohnung ein Bild malen könnte, das er bei Ikea gesehen hatte. Es war ein wirklich schöner Druck auf Leinwand von Audrey Hepburn aus „Breakfast at Tiffanys“.
Mit seinem Bruder bei mir Zuhause wohnend, mitten im Abitur, kam ich damals nicht dazu, bis er sich das Bild nach seiner Ausbildung kaufen konnte.
Ich saß jetzt sehr lange auf diesen Shirts von dem einen Kind. Ungefähr letztes Wochenende dachte ich an das Bild von Audrey Hepburn vom anderen Sohn. Dazu kam noch meine relativ neue Vorliebe für alles was glitzert und plötzlich fügte sich in meinem Kopf alles zu einem.
Gestern, es regnete und war trübe – schrieb ich zuerst über alles, was mir in Bezug auf den Weltfrauentag durch den Kopf ging und als Ausgleich wollte ich nähen. Zuerst arbeitete ich an meinem Projekt für 12 colors of Handmade Fashion, aber das wurde mir zu anstrengend. Ich zog dann eines der weißen T-Shirts aus dem Karton und nähte es an den Seiten ab, schnitt den V-Auschnitt raus, und säumte ihn mit einer Zwillingsnadel. Danach suchte ich dann nach dem Bild aus der Wohnung meines Sohnes und fand es beim 2. Anlauf. Ich druckte es aus, setzte mich mit einem Skalpell daran und entfernte alle dunklen Stellen. Dann legte ich das Bild auf das T-Shirt, nahm mir silberene Textilfarbe, 2 Pinsel und malte alle ausgeschnittenen Stellen mit der Farbe aus. Das Ergebnis war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Aus meiner Instagramstory gestern
Das Shirt im ursprünglichen Zustand. Der V-Ausschnitt ist nicht wirklich zu erkennen, aber er ist wirklich da. Übrigens: Ganz wichtig für Vorher-Nachher-Fotos. Der ursprünglich Zustand sollte möglichst ungünstig wirken. Hier also das ungebügelte Shirt. Sieht doch wirklich furchtbar aus, oder? 🙂

Allerdings hatte ich es mir nicht vorgestellt, dass es so schwierig ist, es zu fotografieren, zumal das Tageslicht heute nicht viel hergibt.


Da ich jetzt noch ein Shirt übrig habe, werde ich mir sehr wahrscheinlich noch eine goldene Audrey machen. Vielleicht als ein Tanktop. 

Und wenn auch heute noch immer keine Sonne da ist, dann wenigstens Rums
Meine Erkältung hat sich übrigens entschieden, noch ein wenig mein Ohr zu maltretieren. Darum freue ich mich ganz besonders über Kommentar von Euch, weil ich mir gerade so abgeschnitten von der Umwelt vorkomme. 

Da passt was rein!

Heute ist Freutag und ich freue mich wirklich.
Seit ich für die Freundin meines Sohnes eine alte Hose zu einer Wendetasche (klick) geupcycelt hatte, geht mir der Wunsch, selbst eine zu haben, nicht mehr aus dem Kopf.
Eine alte Jeans und einen alten Jeansrock hatte ich noch. Es wäre sicher einfacher gewesen, den Rock zu nehmen, aber das Blau der Hose gefiel mir einfach besser. Warum einfach, wenn es der modewillen auch kompliziert geht….
Nun brauchte ich wieder einen Stoff für das Futter bzw. für die andere Seite. Mir geriet der Stoff in die Hände, den ich einst für meine weltbesten Partner, ein hessischer Seebär, gekauft hatte. Der passte so ideal zu der Jeans, dass ich ihn kurzerhand um sein Einverständnis bat, ihn benutzen zu können, denn immerhin war es mehr oder minder sein Stoff, auch wenn ich draus bereits einen Einkaufsbeutel für ihn gemacht hatte.

Bei der Jeans trennte ich als erstes wieder die Innennähte der Hosenbeine auf, wobei ich feststellen musste, dass eine Qualitätshose mit guten Nähten wirklich nicht so einfach aufzutrennen ist. Dann trennt ich die Naht vom Reißverschluß bis kurz vor der hinteren Passe auf. Den Reißverschluß ließ ich diesmal drin. Ich begradigte die Nähte und steckte sie zusammen und achtete darauf, dass die Übergänge diesmal etwas schöner werden. Ich finde, es ist mir recht gut gelungen, auch wenn die Farbe und Stärke des Garns nicht ganz mit dem Originalgarn übereinstimmt.

Dann nähte ich die Wendeseite anhand der Dimensionen der Hose. Meine erste Idee, einen dunkelblauen Stoff für die Einstecktaschen zu nehmen, verwarf ich kurz nachdem ich die Teile bereits zugeschnitten und gebügelt hatte. Kommt öfter bei mir vor. Stattdessen nahm ich den gleichen Stoff, weil er mir einfach wirklich gut gefällt. 
Am schwierigsten ist immer das Abtrennen der Gürtelschlaufen, weil die Dinger echt fest sitzen, sowie auch der Knopf. Mit einer Zange und viel, viel Krafaufwand meinerseits, ging er schließlich ab, wobei mir ein Teil um die Ohren flog und noch immer in irgendeiner Ecke meines Zimmers liegt – ich habe keine Ahnung wo, aber er flog weit. Wahrscheinlich wird er beim Frühjahrsputz zum Vorscheinkommen oder mit reichlich Geklacker im Staubsaugerbeutel landen. 
Die obere Bundnaht der Hose aufzutrennen hat sich bewährt. Vorne, wo der Knopf saß, schiebe ich nach dem vollständigen Auftrennen des Ober- und Untertritts, beide Teile ineinander, sodass ich auch dort den anderen Teil der Tasche bequem einschieben kann. Dann wende ich die Jeansseite nach außen und steppe alles schmalkantig zusammen. Zuvor natürlich noch die Tragehenkel einschieben. Sogar bei der Wahl des Nähgarns habe ich darauf geachtet, dass der Orangeton des Jeansgarns auf der Jeansseite und ein Cremeweiß als Unterfaden für die Stofftasche jeweils passend sind. 

Ich kann sie jetzt nach Lust und Laune wenden.
Auch dieser Blog war vom Textverlust betroffen, hat aber den Vorteil, dass ich jetzt nach einigem Gebrauch der Tasche sagen kann – sie ist wirklich praktisch. Vor dem Wenden sollte man sie allerdings tunlichst leeren – vorallem die kleinen Einstecktaschen. In den meisten Fällen passt eine eine der Seiten zu meiner Kleidung. Meine anderen Taschen sind schon ein wenig beleidigt.

Upcycling einer Hose – Teil 3 Kleid

Yeah, ich bin stolz auf mein neustes Upcyclingprojekt!
Es reicht nicht, dass die Weihnachtsfeiern, Weihnachten, das hiesige traditionelle Spaghettiessen am 28.12., Silvester und mein Geburtstag waren, nein – eine Woche später geht es gleich weiter. Mitten in Hessen lebend, wird hier heftigst gefeiert, bei allen möglichen Gelegenheiten. Ist ein runder Geburtstag angesagt, dann erst recht. Der weltbeste Lebenspartner hat es in puncto Klamotten da immer recht einfach. Entweder Jeans mit Rolli und Sakko oder Jeans mit Hemd und Sakko, hin und wieder Anzug. Die Fragen bei ihm beschränken sich höchstens auf die Farbe des Hemds oder Sakkos. Meinereiner macht sich schon lange vorher Gedanken, was man anziehen kann. In unserer Mädels-Whatsappgruppe kommt spätestens einige Stunden vor der Feier die Frage „Was zieht Ihr denn an?“ Ich, als leidenschaftliche Näherin, wähle möglichst was Selbstgemachtes. Heiligabend war eher leger mit Glanzleggings (Klick) bei meinem Sohn zu Hause und an den anderen trug ich u.a. zum erstenmal meinen Blouson (Klick) mit den Samtleggings (Klick).

Ich gehöre zwar nicht zu der Fraktion „Das hatte ich letzte Woche zur Party schon an und kann es unmöglich nochmal anziehen“ (allein schon deshalb, weil es kaum jemand bemerkt), aber wenn man schon reichlich Klamotten hat, will man sie ja auch anziehen. Das hält mich aber keinesfalls davon ab, manchmal vorm Kleiderschrank zu stehen, durch diverse Kleidungsstücke zu schauen und dann verzweifelt/weinerlich zu stöhnen „ich hab nix zum Anziehen!“. Ich glaube, dass sind die Momente, wo mein weltbester Partner froh ist, dass wir nicht zusammen wohnen.


Doch diesmal wollte ich wirklich gern dieses geupcyclte Kleid aus einer alten Hose anziehen. Es war mir gegen Mittag von der Nähmaschine gehüpft und sollte jetzt herumgezeigt werden.
Das Prinzip des Upcyclings war ähnlich wie bei den anderen Projekten. Diese graue Stoffhose ohne Elastananteil war zu groß, kaum getragen und einfach zu schade, um sie wegzutun. Ich trennte die Innenseite der Hosenbeine auf, experimentierte damit herum, hatte eine Idee und ließ das Projekt dann erstmal ca. 11 Monate in der noch zu verarbeiteten Projekte „reifen“. Per Zufall fand ich sie vor kurzem und fragte mich, warum ich damit nicht weitergemacht hatte. Im Prinzip war es schon fast fertig. Selbst einen Reißverschluß hatte ich bereits an die Seite eingenäht Die Antwort offenbarte sich mir bei der Anprobe. Das Hosenkleid saß wie angegossen – allerdings so angegossen, dass ich nur mit tiefer Atmung in den Bauch einen Abend überstanden hätte.
Dann fiel mir der graue Velourstreifen in Wildlederoptik ein, den ich als Plan C für meinen Blouson gekauft hatte. Er passte Perfekt vorne in die Mitte, hatte die richtige Breite, nur war er mir etwas zu dünn, um ihn direkt einzunähen. Darum schnitt ich aus einem Rest einen etwas breiteren aus, nähte den Velourstreifen drauf und setzte alles vorne in die Mitte. Damit ergab sich ein schöner Effekt und ich konnte wieder befreit atmen.


Und wer jetzt glaubt, ich hätte mich mit der Entscheidung für das Kleid nicht mit der elenden Kleiderfrage beschäftigen müssen, der irrt. Immerhin konnte ich noch ca. 30 Minuten herumexperimentieren, was ich drunter tragen sollte.
Am Ende entschied ich mich für die rosa Satinbluse und hatte dennoch Zeit, vor der Party noch die Fotos für den Blog zu machen.


Die Party war lustig und jeder der mich nicht auf mein Kleid ansprach, kriegte die Geschichte der alten Hose, die jetzt ein Kleid ist gnadenlos von mir aufs Ohr gedrückt.
Meiner Strumpfhose mit dem Beinamen „Laufmaschensicher“ wurde das wohl als erstes zu viel. Von den ca. 90 Stühlen die zur Verfügung standen, setze ich mich auf den, der an der Seite abgesplittert war und blieb mit der Strumpfhose daran hängen. Und da merkte ich dann auch, dass sich zwar keine Laufmasche, dafür aber ein kreisrundes Loch gebildet hatte.
Das hielt mich aber nicht davon ab nach dem Essen die Tanzfläche zu stürmen.

Ein heißer Tipp von einer guten Freundin konnte ich übrigens auf Tauglichkeit testen. Deute Dir im Laufe eines Abends einen Kellner aus, frage ihn nach seinem Namen und bedanke Dich, dass er Dich so gut mit Getränken versorgt (was an dem Abend anfangs nicht stimmte, denn die Getränke kamen nur sehr zähflüssig. Doch nachdem ich Timo (oder war es Tim?) hatte, brachte er mir ungefragt Getränke bis auf die Tanzfläche. Tauglichkeit des Test = Daumen hoch.

Lieblingsstücke 2016

Meinen persönlichen Jahresrückblick habe ich schon im Post Mal ehrlich – für mich lief es gut gemacht.  Tatsächlich schwebte mir aber auch ein Rückblick ein, über all das, was ich 2016 in erster Linie genäht habe. Dieser Plan ist die letzte Woche etwas in Vergessenheit geraten, weil ich zum einen schon ziemlich gut in 2017 angekommen bin und zum anderen mein Geburtstag war, mein Auto einen Platten hatte und ich ca. 6 oder 7 Beanies genäht habe, auf ich gerade stehe.

Darum freue ich mich, dass bei Me Made Mittwoch dieses Motto ist. Und mein Lieblingsstück sind letztlich 3 Teile:

Genäht habe ich in 2016 aber im Rückblick doch eine ganze Menge:
Diverse Blusen mit langen, kurzen oder gar keinen Ärmeln.
Mindestens 3 Röcke

Vor kurzem erst diese 3 Kleider

Leggings und Hosen  
2 paar Shorts. Upcycling aus einem Hamburger Fischerhemd und einem alten Oberhemd

2 Blazer und ein Blouson

Ein Wintermantel

3 Fleecepullis

Eine Auswahl der Taschen
Und wenn man alles auf einem Haufen sieht, war es doch eine ganze Menge. 

Upcycling einer Hose Teil 2 Blouson

 

In meinem gestrigen Beitrag Upcycling einer Hose Teil 1 (Klick) stellte ich Euch meinen neuen Rock vor, den ich aus einer alten und zu großen Hose genäht hatte.

Ausgangspunkt war diese Hose
 
Hier trennte ich die Innenbeinnähte auf und die vordere sowie hintere Mittelnaht am Schritt. Der Reissverschluss wurde rausgetrennt und der überflüssige Stoff, der im Schritt war, zurückgeschnitten. 
 
Als nächstes übertrug ich den Schnitt einer Sweatjacke auf die Hose, nachdem ich die Hosenbeine wie für einen Rock mit großer Stichlänge zusammennähte. Diese Naht war vorne nur vorläufig, weil später ein Reissverschluss eingesetzt werden sollte. Ich konstruierte einen Schnitt für die Ärmel, für die ich die restlichen Hosenbeine nahm. Soweit war alles hervorragend gelungen.
 
Alles passte wunderbar zusammen.
Als ich dann die Ärmel einsetzte und mit der Overlock noch kurz versäubern wollte, passierte das Malheur. Zu spät merkte ich, dass eine Stofflage vom Rückenteil unter die Ärmelnaht gekommen war und das wirklich sonst tolle Messer der Maschine schnitt mir ein fettes Dreieck mitten in das Rückenteil. Jeder Mathematiker wäre ob der Gleichmäßigkeit dieses Dreiecks schier aus dem Häuschen gewesen. Die Begeisterung teilte ich allerdings ganz und gar nicht. Zur Beruhigung nahm ich erstmal einen kräftigen Schluck Wein, der vielleicht die Ursache meiner Unaufmerksamkeit gewesen sein mag, denn dieser Schluck war nicht der erste. 
Wie ganz häufig bei solchen plötzlich auftretenden Katastrophen begutachtete das Unfallstück, legte es beiseite, schaltete alle Nähmaschinen aus, trank noch etwas Wein, grübelte im Hinterkopf die ersten möglichen Lösungen durch, fand nix und ging erstmal schlafen.

Ein Austauschen des Rückenteils war nicht möglich, weil ich bereits so gut wie jeden Fitzel der Hose verarbeitet hatte. Ein Flicken sah auch doof aus. Darum beschloss ich erstmal am nächsten morgen, das Loch mit meiner normalen Nähmaschine zu stopfen. Dadurch war das Loch zwar weg, aber dieses Dreieck mutete immer mehr wie eine böse züngelnde Zunge an. Ich musste es irgendwie abdecken. Ich dachte an einen Kreis, ein noch größeres Dreieck, suchte in meinem Stofflager nach möglichen Stoffen – nix. Alles sah irgendwie halbgar aus. 
Dann erinnerte ich mich wieder an ein recht bewährtes Motto von mir: Mache aus der Not eine Tugend. Ich fand ein sehr schönes breites Satinschrägband, das eben gerade die Stelle abdeckte. Da sich das Loch im unteren Teil und knapp links von der hinteren Mittelnaht befand, war meine Idee, das Band auch auf der rechten Seite anzubringen. Die Lösung gefiel mir. Einziges Problem – das Band reichte nicht. 
Also fuhr ich in den Stoffladen meines Vertrauens und suchte nach dem Band. Und ja, da war es!!!
Genial! Doch die Freude währte nur kurz, denn es war nicht mehr ausreichend Band auf der Rolle. Ein geduldiger Mensch hätte jetzt vielleicht vorgeschlagen, man solle das Band nachbestellen und mir dann Bescheid geben. – aber ich bin in der Hinsicht kein geduldiger Mensch. Wenn ich einmal im Lösung-finden-Modus bin, gibt es keine Pause, es sei denn, die Pläne C bis Z funktionieren auch alle nicht. Aber soweit war es ja noch nicht. Die Verkäuferin begann selbst nach Alternativen zu suchen und stromerte durch den Laden. Sie fand ein sehr schönes graues Veloursband, was aber nicht ganz die Verletzung meines Blousons abdeckte. Aber die Richtung gefiel mir. Dann stiess ich in einer Ecke auf verschiedene Rollen/Ballen mit Kunstleder. Mit der einen Rolle bewaffnet ging ich nach vorn, wo mein Blouson wie ein Patient auf dem Ladentisch lag und begutachtete die Farbe. Sie passte hervorragend. Und in dem Moment war für mich klar – ich mache nicht 2 Streifen, sondern einen richtig großen Einsatz aus Kunstleder auf dem Rücken.

Die nette Dame aus dem Laden war ganz begeistert von der Lösung, versicherte mir, dass sich das Kunstleder hervorragend nähen ließe und ich verließ den Laden mit dehnbaren Kunstleder, grauen Bündchenstoff und dem Veloursband (zur Sicherheit).
Zu Hause angekommen, schnitt ich das Leder zu, befestigte es mit Wondertape am Blouson, nähte vorsichtsgalber mal ein kurzes Stück Naht und war froh, dass es tatsächlich problemlos ging. Es schien sich alles doch noch zum Guten zu wenden. Ich klemmte Patient Blouson mit Kunstlederverband unter den Nähfuss und ratterte los…. nix von wegen „problemlos“! In Kombination mit dem Stoff – also links das Leder, rechts der Blousonstoff, machte mein Nähfuss schlapp, weil er nur den Blouson, das Kunstleder jedoch verzögert transportieren wollte. 
Also Trennmesser her und noch mal. Ich klebte ein Stück Tesafilm unter den Fuss, was überhaupt nichts brachte. Erst das Seidenpapier, das ich nur über das Kunstleder legte, liess mich am Ende alles knappkantig auf- bzw. absteppen. 
Der Rest ist schnell erzählt: Reissverschluss (aus einer alten Jacke herausgetrennt, Bündchen dran – fertig! 
Am Ende bin ich wirklich sehr glücklich über den Blouson. Das Kunstleder sieht klasse aus und macht die Jacke noch interessanter. Ohne das Loch wäre ich nie auf die Idee gekommen. 

Ende gut, alles gut. Eine einzig kleine Änderung nahm ich im Nachhinein noch vor… der Nüpsel vom Reißverschluss, also das Ding, an dem man zieht war alt und häßlich. Dafür habe ich jetzt einen neuen aus Metall angebracht.

Upcycling einer Hose -Teil 1

Als ich vor ein paar Monaten meinen Kleiderschrank durchforstete, fand ich 2 Hosen, die ich schon lange nicht mehr getragen hatte, weil sie mir viel zu groß geworden waren. Dennoch wollte ich mich nicht von ihnen trennen, weil mir der Stoff gut gefiel. Ich überlegte lange, ob ich sie enger machen könnte, aber der Schnitt stellte mich jedesmal vor Probleme. Hinten waren 2 Taschen, die durch das Abnähen der hinteren Naht so weit zusammengerück wären, dass es quasi 1 große Tasche geworden wäre. An den Seiten waren die Eingriffstaschen, die auch verschwunden wären. So lagen sie lange herum. Durch mein Interesse an Kleidungsupcycling, bekam ich schließlich einen erweiterten Blick. Wenn man aus einem Herrenhemd Shorts (Herrenhemd zu Shorts ) machen kann, muss es doch auch andersrum funktionieren.

Zuerst trennt ich die Innenbeinnähte auf und dann die Nähte im Schritt, vorne bis zum Reissverschluss und hinten bis kurz vor das Bündchen. Ist die Hose erstmal soweit aufgetrennt, kann man damit wunderbar herumexperimentieren. 
Bei dem heutigen Projekt entschied ich mich für einen relativ einfachen Rock. 

Er war recht schnell genäht, dabei verschwanden die vorderen Eingriffstaschen und sah an sich erstmal ganz gut, aber für meinen Geschmack zu einfach aus. 
Vor mir lag der Rest der Hosenbeine und irgendwie hatte ich plötzlich die Idee, sie noch irgendwie in den Rock einzuarbeiten. Zudem fehlten mir jetzt Taschen. Ich bin ein absoluter Taschenfreak bei Kleidungsstücken. Zwar gibt es in meinem Kleiderschrank auch Stücke ohne Taschen, aber das stellt mich jedesmal vor manche Probleme. Bei Kleidern kann ich damit irgendwie leben, aber bei Röcken und Hosen nur schwer. 
Da dieser Beitrag auch vom Fehlerteufel betroffen war, kann ich gar nicht mehr genau beschreiben, wie ich auf die Variante mit den Taschen kam. Vor ein paar Tagen fand ich sogar eine kleine Skizze dazu zwischen anderen Papieren. Dennoch kann ich nicht mehr sagen, wie ich auf diese Idee kam – sie war plötzlich einfach da. 
Die Hosenbeine nähte ich also einerseits in die Seitennähte und gerafft in die vordere Mitte kurz unter den Reissverschluß. Unten steppte ich sie fest und oben ließ ich einen Eingriff. Somit wurde der eher solala Rock mehr zu einem besonderen Stück. Die Hose wurde vor dem Schreddern gerettet und geschäftsmäßig gesprochen haben wir hier eine klassische Win-Win-Situation. 
Diese Hose war zwar nicht die Ausgangsbasis, aber sie ist ihr sehr ähnlich. 

Die hinteren Hosentaschen wurden auch wieder angenäht, nachdem ich sie vorher entfernt hatte.

Wer noch Kleidung zu Hause hat, von der er sich nicht trennen will, dem empfehle ich, einfach mal einige Nähte aufzutrennen und herumzuexperimentieren. Drehen, wenden, umdrehen – es steckt oft viel mehr drin, als man glaubt.