Upcycling Tutorial – Wie mache ich aus einem Oberhemd eine Tasche

Im letzten Jahr hatte ich bereits aus einem alten Herrenhemd meines Partners eine Tasche genäht. Einer Freundin von mir gefiel sie so gut, dass sie bei mir eine in Auftrag gab. Dank meines ältesten Sohnes bekam ich Nachschub an ausrangierten Hemden und ich konnte damit beginnen.
Nun hatte ich für meine Tasche kein Tutorial oder Anleitung gehabt und während des Nähens erst die Möglichkeiten entdeckt. Aber auch das dokumentierte nicht, sondern war fest davon überzeugt, dass ich das wieder hinbekommen würde. 
Ich nahm also ein weißes Oberhemd, setzte mich daran und nach kurzer Zeit konnte ich meine eigenen Näh- und Schnittschritte nicht mehr nachvollziehen. 
 

 

Nach einem halben Tag Ruhe vor dem Projekt und 5 km Joggen, entschied ich mich, diesmal die Schritte zu dokumentieren. Davon habe nicht nur ich einen Nutzen, sondern der eine oder andere auch.
 
Leider sind die Fotos von grausamer Qualität, was daran liegt, dass ich irgendwann den Bogen raus hatte und nur noch nähen wollte. Ich konnte mich nur mit eiserner Disziplin dazu anhalten, die einzelnen Schritte zu fotografieren. 
Ihr beginnt mit dem Abtrennen der Ärmel. Theoretisch kann man sie auch abschneiden, aber da das vordere Ärmelloch die seitliche Außenkante der Tasche wird, sollte man möglichst nicht zu viel dort abschneiden. Lieber etwas vom Ärmel überstehen lassen. Ich trenne lieber auf. 
Die Ärmel legt ihr erstmal zur Seite. 
 

 

 

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Fleece gegen Frost – eine Anleitung für einen Schal

Heute sind seit Tagen endlich mal wieder zarte Temperaturen über Null Grad. Frieren tue ich trotzdem und aus diesem Grund möchte ich heute ein Update meines Lieblingsschals vorstellen.

Im Post „Mein James Bond Gadget Schal“ ((Klick) hatte ich meinen Loop/Infinity Schal schon einmal gezeigt. Im letzten Jahr habe ich mir einen weiteren genäht, diesmal mit einer Fleeceseite und einer schwarzen Glanzjerseyseite.

Dafür braucht man pro Stoff 75 cm bei einer Breite von 1,50 m. D.h. ich habe einen Schal mit 2 farblich verschiedenen Jerseystoffen genommen oder, wie hier, einen mit Fleece und einen mit Jersey. Beide Rechtecke lege ich rechts auf rechts aufeinander und nähe einmal rum…. ACHTUNG! Wendeöffnung lassen. Also im Klartext nur fast ganz drumherum nähen. Die Wendeöffnung sollte groß genug sein, um das ganze Stoffmus durchziehen zu können. Bei der Fleecevariante ließ ich ca. 7 – 10 cm offen. Beim Jersey reichten 5 cm. Ich habe übrigens auch einen einlagigen Schal gemacht. Dafür braucht ihr dann nur einmal 75 x 150 cm Stoff und gar keine Wendeöffnung.
Nach dem Wenden die Kanten bügeln und das Ripsband ca. 0,5 cm von der Naht der kurzen Seite aufnähen. Ich nehme gern Ripsband, aber es gehen sicherlich auch andere Bänder. Davon braucht ihr 2 x 75 cm. Sie werden jeweils links und rechts angebracht. Dazu braucht ihr noch ca 10 Druckknöpfe je nach Qualität des Stoffes. Bei Jersey nehme ich gern die Jerseydruckknöpfe, beim Fleece habe ich die größeren für Anoraks genommen. Viele von Euch haben sicher auch Kamsnaps, die dafür geeignet sind. Am Ende sind die Druckknöpfe so angebracht, dass ihr daraus quasi einen riesigen Loop machen könnt.

Und das sind die Varianten, die man daraus machen kann.

Das ist meine Lieblingsvariante. Ich wickel den Schal um meinen Hals, und knöpfe die Enden zu. So hält er sicher und löst sich nicht. Daraus kann man dann auch noch die Kapuze machen:

 Natülich kann man ihn auch einfach wie einen normalen Schal tragen.

 Die Jacke; Vorne knöpft man die ersten 2 bis 3 Knöpfe zusammen…

Und hinten dann nochmal 2.

 Der normale Loop: In der Fleecevariante schon reichlich dick. Etwas für sehr frostige Temperaturen.

Hier die Bolerovariante. Alle Knöpfe sind zugeknöpft und jetzt steigt ihr wie in eine Jacke ein.

Rein theoretisch geht auch eine Art Rock, allerdings ist es besser, wenn man dafür die Jerseyvariante nimmt. So kann man am Strand eine Art Pareo machen oder aber auch eine portable Umkleidekabine. Bei mir hat das vorzüglich funktioniert (mit Hilfe des Partners, als ich mitten in Malta von der Shorts in die Leggings wechselte).

Nun zu Kissen und Decke, was quasi selbsterklärend ist. Im Flugzeug finde ich das ganz toll und praktisch. Oft ist es dort kalt und man kann sich dann den Schal wie eine Decke überlegen. Allerdings geht nicht beides auf einmal… entweder Kissen oder Decke.

Zur kurzen Veranschauung des Ripsbandes mit Knöpfen mein reinen Jerseyschal:

Ich hoffe, ich konnte Euch dieses vielseitige Stück näherbringen und meine Erklärung ist hilfreich. Wenn nicht, schreibt mich einfach an. 

Rückwärts-Tutorial

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Es gibt viele Anleitungen im Internet, wie man Dinge machen kann. Ich weiss gar nicht, ob es auch so viele zum Thema „Alles nochmal“ gibt.
Ich hatte vor 2 Tagen ein Kosmetiktäschchen genäht. Es ging wirklich schnell, was erstmal toll war. Mich interessierte das Design, der Stoff „lag rum“ und innerhalb von 30 Min war es fertig.

Was man auf dem Foto jetzt nicht sieht: Dieses Täschchen hat keinen Stand. In den 30 Minuten hatte ich mir die Bügeleinlage einfach erspart. Ich war insgeheim davon ausgegangen, daß die Form genügend Stabilität geben würde. Zweiter Fehler: weißes Innenfutter. Da sieht man sofort jeden Fleck und bei Kosmetik und mir geht das schnell. Weiß und abwaschbar wäre eine mögliche Kombination gewesen. 
Dritter Grund für das Auftrennen: Ich hatte einfach schlampig genäht. Die Ecken waren nicht symmetrisch, was auf den ersten Blick nicht unbedingt auffiel, aber ich sah es und das reicht.
Mein Trennmesser. Ich liebe es und wir haben eine innige und intensive Beziehung, was einerseits an meiner Ungeduld liegt und zum anderen an meinem ausgeprägten Hang zu Denkfehlern und Unfällen.
Seit einigen Monaten haben wir unsere Beziehung vertieft, nachdem ich per Zufall auf Youtube sah  wie man es richtig benutzt. Dem standen über 30 Jahre (mit langejährigen Nähpausen) falsche Handhabung entgegen.

 

Alle Nähte bis auf den Reissverschluss sind augetrennt .

 

Das Futter vom Reissverschluss lösen und dann mit der Fusselrolle die Fadenreste entfernen

 

Auch die von der Hose. Kleiner Tipp: Möglichst keine Fleecekleidung beim Auftrennen tragen. Die nimmt mehr Fadenfussel auf als die Rolle.
Das Futter habe ich beiseite gelegt (auf dem probiere ich gerade den Fototransfer auf Stoff aus), den Reissverschluss vom Oberstoff getrennt und erstmal Vlieseinlage aufgebügelt.
Da ich einen Endlosreissverschluss benutzt habe, sicherte ich vorsichtshalber nochmal die Enden mit einem Zickzackstich, damit der Schieber nicht rausgeht.

 

Für den Stand des Oberstoffes wählte ich die H250 Vlieseinlage.

 

Bei der Wahl des Futters hätte ich auf meine vielen Stoffresten zurückgreifen können, aber es war der Gedanke „abwaschbar“ aufgekommen. Ich verfüge über ein stattliches Kontingent an faltbaren Einkaufstaschen, die teilweise schon sehr gelitten haben. Insbesondere die 0,99€ Taschen eines großen Drogeriemarktes vertragen keinen schweren Inhalt.
Die Bodennaht hatte ich schon nachgenäht, aber der Stoff reisst immer wieder auf, wenn Milchtüten und Flaschen transportiert werden. Darum bin ich auf Baumwolltaschen umgestiegen – selbstgemacht, natürlich.
Als Futter eignen sich diese Taschen jedoch großartig.

 

Aus dem Einkaufsbeutel schnitt ich 2 passende Teile zu. Da mir das Täschchen insgesamt zu groß war, verkleinerte ich alle Schnittteile um 2 cm. Spontan entschied ich mich noch für einen Streifen auf dem Oberstoff als Dekoration, applizierte ihn und setzte alles wieder zusammen. Diesmal aufmerksamer und richtig.

 

 

Da es sich um ein Rückwärts-Tutorial handelt, beschreibe ich jetzt nicht die genauen Arbeitsschritte hierzu. Auf Youtube gibt es hilfreiche Videoanleitungen für das Boxtäschchen. Wenn man sie von Anfang an befolgt, braucht man auch nicht wieder alles aufzutrennen.