Ich packe meine Cambag

Ich packe meine Cambag

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Ihr Lieben,

was soll ich an einem Tag machen, an dem mich die Dunkelheit ein wenig in ihren Klauen hält, aber dennoch einen versprochenen Blogpost schreiben will?

Ich schreibe ihn trotzdem, denn das eine hat mit dem anderen nichts zutun und ich freue mich, dass ich noch ausreichend Energie und Lust dazu habe.

Theresia von Crearesa hat eine tolle Tasche entworfen. Das Muster ist zwar nicht niegelnagel neu, aber verbessert weil vergrößert. Und da ich kein Fan von kleinen Täschchen bin, war es nur natürlich, dass ich die größeren Cambags probenähen wollte. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Rock Resa mein erstes Probenähen überhaupt und ich erinnere mich noch an die entspannte und lockere Atmosphäre in ihrem Team.

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Jetzt ist Taschennähen nicht wirklich mein Steckenpferd. Gut bekam ich einst die Geobag von Pattydoo hin und meinen eigenen Bagpack, der allerdings mittlerweile seine Schwachstellen zeigt. Danach folgten noch 2 Strandtaschen und gut war. Kleidung nähen ist eben eher mein Ding. Aber die Cambag Tessa Large wollte ich nun mal haben und man kann ja auch durchaus seinen Horizont erweitern und aus seiner Komfortzone elegant herausgleiten. So fand ich mich mit gefühlten 50 Schnitteilen in mehrfacher Ausführung auf dem Boden wieder und versuchte irgendwie Ordnung in das Chaos zu bringen.

 

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Wenn ich beim Kleidungnähen sehr, sehr oft die Anleitung einfach beiseite lege, in manchen Fällen zumindest mal drüber hinwegfliege, so sass ich nach kurzer Zeit mit der ausgedruckten Anleitung da und las sie wirklich Schritt für Schritt durch. Ja, ich entdeckte sogar Tippfehler, die ich aber aufgrund der erhöhten Konzentration gar nicht melden konnte. Es kam am Ende so weit – und leider habe ich das Foto nicht mehr – dass ich die Teile haargenau so hinlegte, wie auf dem Foto der Anleitung. Von da an arbeitete ich mich Schritt für Schritt durch. Wäre da nicht dieses tolle, wirklich idiotensichere Ebook gewesen, hätte ich jetzt keine 2 Cambags. Offengestanden hätte ich am liebsten einige Tage Pause zwischen den Taschen gemacht, aber da ich selbstverschuldet verspätet anfing, musste ich die Suppe selbst auslöffeln. Und nur eine Cambag nähen war auch keine Option. Immerhin hatte ich dafür eigens Material besorgt.

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Aus Alt mach Neu – Anleitung Refashioning zur Offshoulderbluse

 

Rock nach eigenem Schnitt
 

2 zerknüllte Blusen

 
Seit Jahren liegen abseits meiner To Do Kiste, ganzen hinten in einer Ecke in einer Plastiktasche 2 alte Sommerhemden mit dem gleichen Schnitt.. Ich schätze mal, es sind schon 5 Jahre, denn die Idee war einmal, aus beiden Blusen eine neue bzw 2 neue Blusen zu machen. Die eine ist blaukariert, die andere orangekariert. Mein Plan war, sie untereinander zu mischen, sodass 2 zweifarbige Blusen dabei rauskommen würden.
Sie entkamen vielen Entrümpelungsversuchen. Jedesmal dachte ich mir, dass Projekt setzt Du irgendwann mal um. 
Letzte Woche war es dann endlich so weit. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich sie in der Zwischenzeit nicht doch entsorgt hatte, bis ich sie völlig zerknüllt in dieser Tasche fand. 
Offshoulderblusen sind bei mir im Moment der absolute Renner. Bisher habe ich sie aber immer mit Trägern oder Cutouts gemacht, weil ich befürchtete, dass sie bei Armbewegungen über die Schulter rutschen würden. Als ich mir die blaue Bluse vornahm, dachte ich mir erstmal, wenn es jetzt schief geht, ist es nicht so schlimm. Die Anleitung zeige ich anhand der orangefarbenen, weil ich bei der Blauen mal wieder zu ungeduldig war und keine Fotos beim Nähen machte. 

Der Refashioningprozeß beginnt

Ursprünglich sah das Hemd so aus:
Ich breitete die Bluse aus, nahm eine Schere zur Hand und schnitt motiviert den oberen Teil ab. Wenn Ihr die Bluse richtig exakt aufeinanderlegt, könnt Ihr Vorder- und Rückenteil zusammen abschneiden. Sollte sich an Eurem Hemd hinten noch eine Quetschfalte befinden, müsst Ihr die natürlich auftrennen.

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Gelb und wie ich langsam dem Wahn verfiel

Während ich Ende März noch die rosa Stoffreste vom Boden sammelte, die rosa Flusen aus den Nähmaschinen holte und viele Bloggerinnen auf der h&h in Köln waren, verkündete Tweedandgreet-Bloggerin Selmin die neue Farbe für 12coloursofhandmadefashion:

GELB
„Ach, gelb….“ dachte ich noch so ganz unvoreingenommen, einfach weil die Anspannung über die Verkündung der neuen Farbe erstmal vorbei war. Dann sickerte es so langsam von meiner Initialwahrnehmung (wo auch immer die sitzt) in den Bereich meines Hirns, der für die Verarbeitung von Nachrichten zuständig ist. Scheinbar streifte die Neuigkeit dabei ausversehen die Mandelkerne (Teil des Hirns, der u.a. für Angst und Panik zuständig ist) und mir fielen spontan nur alte, längst der Altkleidersammlung zugeführte Kleidungsstücke ein, die ich allein deshalb ausrangiert hatte, weil sie gelb waren. Ich mag Gelb als Farbe sehr, aber als Kleidung??? Ich hatte immer das Gefühl, sie steht mir nicht oder fühlte mich aus anderen Gründen darin Unwohl.  Mein weltbester Partner, erinnerte mich dann aber an ein knallgelbes Leinenkleid, das ich schon hatte, als wir uns erst kurz kannten. Es war lang, hatte Größe 38 und war mir ein paare Jahre später viel zu klein. Es fristete im Keller sein Dasein im Schrank, machte sogar einen Umzug mit und kam erst letztes Jahr wieder zum Vorschein, als ich wieder reinpasste. Nur die Länge hatte mir eigentlich noch nie so richtig gefallen. Mit einer Größe von 1,76 m sind viele Kleider wie auch Hosen oft nicht lang genug. Und das Kleid hing irgendwo zwischen Knöchel und Knie, mehr in Richtung Knöchel. Kurzerhand kürzte ich es letztes Jahr, machte es ein bißchen enger und alles war gut. Und somit wurde dieses Kleid mein absoluter Notnagel für das Motto „Gelb“, denn immerhin hatte ich es abgeändert.

 

Ich meine, es ist ja nicht so, dass wir gezwungen werden, das ganze Jahr bei dieser Challenge mitzumachen, aber irgendwann ist der Ehrgeiz geweckt und man hatte ja auch schon viel Spaß, da will man weder klein bei noch ganz aufgeben (und sei es nur für einen Monat).
Zudem gab es bei Tweedandgreet so viele schöne gelbe Farbtöne, dass ich mich sehr schnell anstecken ließ und schon bald in einem Gelbfieber war, was zuletzt schon an Gelbwahn grenzte (dazu weiter unten mehr).
Ich durchsuchte die Online-Stoffläden, bevorzugt die, die auch Farbfilter hatten.
Mehr per Zufall stieß ich bei Stoffe Hemmers auf einen gelben Spitzenstoff, der zudem noch runtergesetzt war und bestellte ihn spontan ohne auch nur einen Ahnung zu haben, was ich daraus machen sollte. Bis zur Lieferung des Stoffes fuhr ich in mein Lieblingsstoffgeschäft „Das Königskind“ und klagte dort mein Leid… „Ich brauche Gelb… gelben Stoff… “ und was sah ich? Wundervolle Stoffe, einer schöner als der andere. Ich hatte binnen Sekunden schon ein ganzes Outfit vor Augen, nur keiner von ihnen war gelb oder beinhaltete auch nur Nuancen, Fasern von gelb… bis ich auf den gelben Leinenstoff aufmerksam gemacht wurde. Ein tolles Gelb. Nicht zu knallig, nicht zu hell – irgendwie toll. Und dann noch Leinen. „Ja, daraus mache ich eine Shorts!“
Ich hatte jetzt also 2 gelbe Stoffe. Einen aus Spitze und einen aus Leinen. Als ich den Spitzenstoff bekam, hatte ich auch sofort eine Ahnung, was ich daraus mache. Eine Tunikabluse mit Trompetenärmeln.


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Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

Fashionrevolution: Was man mit einem Hemd alles machen kann

In meinem ersten Beitrag zur #Fashionrevolution Week und der Initiative #Haulternative von mamimade habe ich einige Stücke gezeigt, die ich im Laufe eines Jahres aus alten Kleidungsstücken gemacht habe.

Heute möchte ich Euch anhand eines alten Flanellhemdes meines Freundes zeigen, wie ich so ein Projekt beginne, wenn ich noch nicht genau weiß, was daraus entstehen soll.
Ich muß gestehen, dass ich eigentlich schon wußte, was ich aus dem Hemd machen will, aber während ich die Fotos machte, kamen mir andere Ideen.

Wer sich für Upcycling, Refashioning, Repurposing von Kleidung interssiert, dem rate ich, einfach einmal mit dem Stück zu experimentieren. Mein erster Schritt ist eben, das Kleidungsstück, in diesem Fall das Hemd, nicht mehr als Hemd zu sehen, sondern zu versuchen, was ich alles damit anfangen kann, indem ich es einfach mal anders anziehe.
Eine andere Möglichkeit, besonders bei Hosen, ist es, erstmal die Innennähte aufzutrennen und dann genauso damit zu spielen, wie ich es mit dem Hemd mache. Vielleicht kommen Euch dabei noch ganz andere und eigene Ideen.

Hier ist erstmal das Hemd

Es ist zumindest bei meinen Projekten von Vorteil, dass ich durch meinen Partner wirklich große Hemden bekomme.

Dann geht das Experimentieren los. Ich beginne mit einer Rockvariante:

Knopfleiste einmach mal nach hinten.

 

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Fashionrevolution

Fashionrevolution
Fashionrevolution – eine Revolution der Mode? Ich habe mich über den Begriff Mode ein wenig informiert und letztlich dabei bemerkt, dass es gar nicht so sehr um eine Revolution in der Mode geht, sondern viel mehr um eine Revolution in unsere Haltung zu Kleidung bzw. der Bekleidungsindustrie.
Ursprünglich hatte ich diesen Post mit den Worten beginnen wollen, dass jeder von uns mit Mode zutun hat, selbst diejenigen, die meinen, sich nicht für Mode zu interessieren. Nachdem ich ein wenig recherchiert habe, ist das aber tatsächlich nicht richtig. Mode, so Wikipedia, hat vielmehr mit vorherrschendem Geschmack, Überzeugungen, Bräuchen und Zeitgeist zutun. Sie unterliegt einem ständigen Wandlungprozeß, der letztlich im gesellschaftlichen Kontext als üblich und dem Zeitgeist entsprechend angesehen wird.
Bei der Fashionrevolution geht es jedoch in erster Linie darum, auf die Mißstände in der Bekleidungsindustrie aufmerksam zu machen. Die ist zwar eng mit der Modeindustrie verbunden, doch selbst Menschen, die sich nicht für Mode interessieren, brauchen Kleidung.
Dann ist da die sogenannte „Fast Fashion“, Modebekleidung, die billig hergestellt wird und deren Haltbarkeit mehr als zu wünschen übrig lässt.
Doch nicht nur Fast Fashion wird in Billiglohnländern unter miserablen Bedingungen hergestellt. Es gibt zahlreiche Designer, die ihre Kreationen dort fertigen lassen. Ein teures Designerteil zu kaufen, ist also keine Garantie für faire Herstellung.
Übrigens gilt das auch für Schuhe und Lederbekleidung.

Ich frage mich immer, was man tun kann, damit sich das ändert? Unser Wohlstand beruht zum Teil auf dem Rücken von billigen Arbeitskräften, die am Monatsende um die 60 Euro als Lohn erhalten und für die eine 40 Std. Woche, bezahlter Urlaub, Krankenversicherung, Sozialleistungen, Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, usw. ein Fremdwort ist. Jeder der selbst näht, weiß wieviel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt. Zudem natürlich auch Kosten für das Material, Strom, usw.

Wenn wir jetzt aus sozialer Verantwortung heraus die Modeindustrie boykottieren, verlieren bestenfalls die Nähfabriken in den bekannten Billiglohnländern wie z.B. Bangladesh Aufträge. Näherinnen würden als erstes ihren Job verlieren, der aber trotz der miserablen Bedingungen überlebensnotwendig ist. Würde die westliche Bekleidungsindustrie hingegen Druck auf die Besitzer der Nähfabriken ausüben, könnte es etwas ändern.
Tragisch ist es allerdings, dass erst der Einsturz der Textilfabrik vor 4 Jahren in Bangladesch ganz langsam zu einem Umdenken passieren musste.
Im Radio hörte ich zu dem Thema heute morgen eine Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch. Sie erzählte, dass sich seit der Katastrophe damals in puncto Sicherheit schon einiges geändert hätte. Früher starben im Jahr 200 Menschen durch Unfälle in den Fabriken. Heute sind es „nur“ noch 5-10 Menschen. Meiner Meinung nach 5-10 Menschen zu viel. Die Arbeitsrechtlerin aus Bangladesch forderte in dem Radiobericht dennoch dazu auf, weiterhin Kleidung mit dem Aufdruck „Made in Bangladesh“ zu kaufen, aber mit Verantwortung. Man soll sich erkundigen, ob die Kleidung aus einer Fabrik stammt, wo die Arbeitsbedingungen besser sind. Nachzuhören ist der relativ kurze Beitrag unter Deutschlandradio Kultur Mediathek, Studio 9.

Und ich für meinen Teil finde eben auch, dass ich gekaufte Kleidung dementsprechend lange trage, abändere oder repariere, wenn es nötig ist.

Es gibt viele Möglichkeiten aus diversen Gründen abgelegte oder kaputte Kleidung neues Leben einzuhauchen. Das naheliegendste ist, sie zu reparieren. Doch wenn mir ein Teil nun gar nicht gefällt, es zu klein oder zu groß geworden ist? Ich könnte es zum Altkleidercontainer bringen, aber was dann mit der Kleidung passiert ist in zahlreichen Dokumentationen zu sehen. Es gibt aber auch noch Secondhandläden, Ebay und andere Verkaufsportale, dazu caritative Einrichtungen, die die Kleidung an Bedürftige abgibt, aber nur, wenn die Kleidung wirklich noch tragbar ist, sonst geht es von dort aus in die Altkleidersammlung.
Ich habe vor einiger Zeit damit begonnen, aus alter Kleidung neue Sachen zu machen.

So entstanden aus alten Hosen, die mir zu groß geworden waren diese Stücke:

 

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Upcycling Tutorial – Wie mache ich aus einem Oberhemd eine Tasche

Im letzten Jahr hatte ich bereits aus einem alten Herrenhemd meines Partners eine Tasche genäht. Einer Freundin von mir gefiel sie so gut, dass sie bei mir eine in Auftrag gab. Dank meines ältesten Sohnes bekam ich Nachschub an ausrangierten Hemden und ich konnte damit beginnen.
Nun hatte ich für meine Tasche kein Tutorial oder Anleitung gehabt und während des Nähens erst die Möglichkeiten entdeckt. Aber auch das dokumentierte nicht, sondern war fest davon überzeugt, dass ich das wieder hinbekommen würde. 
Ich nahm also ein weißes Oberhemd, setzte mich daran und nach kurzer Zeit konnte ich meine eigenen Näh- und Schnittschritte nicht mehr nachvollziehen. 
 

 

Nach einem halben Tag Ruhe vor dem Projekt und 5 km Joggen, entschied ich mich, diesmal die Schritte zu dokumentieren. Davon habe nicht nur ich einen Nutzen, sondern der eine oder andere auch.
 
Leider sind die Fotos von grausamer Qualität, was daran liegt, dass ich irgendwann den Bogen raus hatte und nur noch nähen wollte. Ich konnte mich nur mit eiserner Disziplin dazu anhalten, die einzelnen Schritte zu fotografieren. 
Ihr beginnt mit dem Abtrennen der Ärmel. Theoretisch kann man sie auch abschneiden, aber da das vordere Ärmelloch die seitliche Außenkante der Tasche wird, sollte man möglichst nicht zu viel dort abschneiden. Lieber etwas vom Ärmel überstehen lassen. Ich trenne lieber auf. 
Die Ärmel legt ihr erstmal zur Seite. 
 

 

 

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Ein Interview, Outtakes und keine gute Überschrift

Pünktlich zum Quartalsende habe ich gerade eine kleine Schreibblockade. Ich habe meinen Text jetzt schon 3 mal begonnen. Jedes mal anders, jedes mal bei den ersten Sätzen fest davon überzeugt : „das ist es!“ und dann ging mir die Luft aus.
Was macht man gegen so etwas? In einem Kurs „Kreatives Schreiben“ lernte ich einst, dass man sich erstmal freischreiben muss. Also schreibe ich mich jetzt erstmal frei. Denn tatsächlich schwirren mir gerade so viele Dinge im Kopf herum, dass sie noch nicht so ganz zu greifen sind.
Ich möchte eigentlich einen ersten kurzen Rückblick auf das laufende Jahr machen. Ursprünglich wollte ich mein neues Kleid vorstellen, aber dann erhielt ich heute eine Nachricht, weshalb ich meine Pläne über Bord warf, weil ein Blogpost über mein wirklich schönes Kleid dem anderen Thema nicht gerecht werden würde.
Während ich heute die ersten Fugen kratzte, war ich gedanklich schon längst beim Blog. Das Ergebnis ist, dass ein Teil der Fugen draußen wirklich toll sauber sind, mein Kopf noch immer leicht konfus. Aber das ist nun einmal so und wenn dieser Beitrag konfus erscheint – das kommt Euch nur so vor. In meinem Kopf ist es häufiger so. Also müsst Ihr da jetzt durch und wehe, jemand hört auf an dieser Stelle zu lesen. 
Ende Januar hatte ich gerade eine meiner Jeans-Wendetaschen online gestellt und kurz darauf einen weiteren Beitrag (der mir gerade nicht einfällt). Dann bekam ich eine Email von Anja Jäger, die mir in etwa schrieb „toll, gefällt mir sehr“. Nun stand aber leider im Betreff nicht, zu welchem Teil sie den Kommentar geschrieben hatte und ich fragte nach. So kamen wir in Kontakt. Es dauerte nicht lang und Anja Jäger, Künstlerin und Kreativcoach, fragte mich, ob sie ein Interview mit mir machen könnte. (Das vollständige Interview ist auf ihrer Seite hier zu lesen).
Da das mit dem Ruhm und dem Montmartre bisher noch nicht so geklappt hat (siehe hier ), halten sich die Interviewanfragen in Grenzen. Mein Letztes gab ich ungefähr 2003 oder 2004 einer lokalen Zeitung.
Ich freute mich über die Anfrage und sagte zu. Etwas später schickte mir Anja Jäger die Fragen zu und erläuterte, dass wir das Interview am besten telefonisch machen würden.
Ich bekam die Fragen und dachte erstmal… „Uffz! Was für ein Glück, dass ich darüber nochmal in Ruhe nachdenken kann.“ Die Fragen waren nicht schwierig, aber es waren für mich die Art Fragen, bei denen die Antwort bei mir nicht wirklich bewußt ist. Beispielsweise was Kreativität für mich bedeutet. Gefühlsmäßig ist mir das vollkommen klar, aber das jetzt auch noch in Worte zu fassen und dann so, dass der andere versteht was ich meine, stellt mich vor eine Herausforderung. So ging es mir mit diversen Fragen. Als dann der Termin kam, hatte ich mir zuvor schon einige Notizen gemacht, die ich aber am Ende gar nicht wirklich brauchte, denn das ganze Interview war kein Frage-Antwort Gespräch, so wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern ein wirklich schönes Telefonat. Es dauerte fast eine Stunde und ich redete und redete.
Etwas später schickte mir Anja dann das Interview zu und ich war wirklich beeindruckt, wie sie die Essenz von dem, was ich mit gefühlten 20.000 Wörtern erzählt hatte, kurz und trefflich erfasst hatte.
Mich hat dieses Gespräch nachhaltig beschäftigt. Vor allem, als ich den Text las, den Anja Jäger geschrieben hatte. Ich las ihn und dachte „Toll!“ Im nächsten Moment wurde mir aber erst wirklich klar, dass es da ja um mich geht. In der Tat hatte ich ihn zuerst aus einer Art Vogelperspektive gelesen und langsam sickerte es in mich hinein, dass ich das war und ich empfand einen gewissen Stolz auf das, was ich bisher so gemacht habe.
Dieser Stolz ist für mich sehr wichtig, weil ich früher die Tendenz hatte, alles mögliche abzuwerten, klein zu machen, oder mit „Glück gehabt“ anzusehen. Ich lerne noch immer zu erkennen, was ich eigentlich kann und zusätzlich lerne ich täglich durch das, was ich mache und sehe dazu. Natürlich bin ich keine Schneidermeisterin, ich bin keine berühmte Malerin, Designerin oder Autorin. Ich werkel sehr gerne zu Hause vor mich hin und seit ich die Sachen auch im Internet präsentiere, wird mir bewusst, wie schön es ist, wenn ich Rückmeldungen bekomme. Das inspiriert und motiviert mich sehr. 
Ich habe viele Ideen und im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es mir um diese Zeit nicht so gut ging, muss ich nicht alle auf einmal umsetzen. Ich werde geduldiger – auch mit mir selbst.
Der Bagpack z.B. den ich erst letzte Woche fertig bekam, reifte eine ganze Weile in meinem Kopf. Es gibt einige Stellen, wo ich glaube, dass sie besser sein könnten, aber es ist wie es ist.

Vor einer Weile las ich in einem Blog über die Schwierigkeit, einen eigenen Grundschnitt zu erstellen. Ich habe das auch schon gemacht und saß in meinem Arbeitszimmer mit Geodreieck, Stift, Papier, Maßband und – ganz wichtig – der Taschenrechnerfunktion meines Handys weil ich eine hundsmiserable Kopfrechnerin bin. Für jemanden, der das Schneiderhandwerk nie erlernt hat, ist es wirklich nicht ganz einfach. Aber genau das ist es ja, was den Beruf des Schneiders ausmacht. Er/Sie hat es erlernt. Ob Friseur, Schneider, Kindergärtner, Automechaniker und alle anderen Lehrberufe und Studiengänge, sie dauern nicht umsonst mehrere Jahre. Könnten wir innerhalb kürzester Zeit mal eben schnell ein Grundschnitt erstellen und nach unseren Bedürfnissen umwandeln, dann würden wir all diejenigen, die das Handwerk von der Pieke auf gelernt haben, herabsetzen.
Ich bin leidenschaftliche Autodidaktin, was nicht immer von Vorteil ist. Ob Malen, Nähen, Glas schneiden oder was auch immer ich an Projekten angehe – ich spüre immer wieder meine Grenzen und das ist gut so. So kann ich viele Dinge, aber nichts wirklich richtig gut, aber gut genug und immer besser.
Auf Youtube stieß ich einmal auf ein Video von einem Schneider. Das Video ging ca. 15 Minuten und zeigte, wie er ein Knopfloch von Hand nähte. Ich konnte nicht aufhören hinzuschauen. Es war so unglaublich faszinierend, mit welcher Perfektion er die Stiche machte. Das war Kunst. Meine Nähmaschine offeriert mir ca. 4 verschiedene Knopflöcher, aber keines davon wird jemals an eins heranreichen, das von Hand genäht wurde.
Dennoch bin ich stolz auf mich. Ich habe in den letzten Jahren beim Nähen und auch beim Malen sehr viel dazugelernt. Gleichzeitig habe ich bei meinem Stolz auf mich auch eine Demut und Bewunderung gegenüber denjenigen, die ihr Handwerk richtig erlernt haben und/oder bereits von Natur aus über wesentlich mehr Talent verfügen als ich.
Im Interview mit Anja Jäger betonte ich einige Male, dass man sich nicht ständig mit anderen vergleichen soll und auf mich trifft das unbedingt zu. Einschränkend muss ich aber dazu sagen, dass der Vergleich mit anderen auch sehr motivierend sein kann, wenn man sich dadurch nicht einschüchtern, sondern motiviert fühlt. Es geht darum, seine Grenzen zu erkennen und das was man kann, zu würdigen.
Gestern abend hatte ich nach langer Zeit wieder Kontakt zu einem sehr lieben Menschen, Mehrdad Zaeri, den ich einst über die Künstlerplattform Menschkunst kennenlernte. Er ist Künstler/Illustrator und ich erinnere mich, dass er sich vor vielen Jahren für ein Studium an einer Kunstschule in Hamburg bewarb und abgelehnt wurde. Dennoch ging er seinen Weg beständig weiter. Jedes Jahr freue ich mich auf einen seiner Kalender, die u.a. bei der Büchergilde Gutenberg erscheinen. Er ist für mich eine der wenigen Ausnahmen der Regel. Er ist ein wundervoller Künstler, der von einer Kunstschule abgelehnt wurde, sich aber dadurch nicht vom Zeichnen abhalten ließ und heute diverse Bücher und Zeitschriften illustriert und andere tolle Projekte macht.
 
Mein letztes Paar Spitzenschuhe
Während meiner Ballettausbildung – und ich komme langsam zum Ende – lernte ich etwas sehr Wichtiges. Das tägliche mindestens 6-stündige klassische Training im Ballettsaal war extrem fordernd. Wer aber einmal seine Ballettausbildung abgeschlossen, vielleicht im Ensemble getanzt hat, hat die Körperbeherrschung und Grundlagentechnik, um alles mögliche Tanzen zu können und es aussehen zu lassen, als wäre es das Leichteste auf der Welt. Durch meine Ausbildung erkenne ich heute bei Tänzern sehr schnell, ob sie eine abgeschlossene Ballettausbildung haben oder Ballett als Nebenfach hatten. Mit anderen Berufen ist es eben nicht anders.
In Barcelona war ich im Picasso Museum und ich sah dort die ersten Bilder, die Picasso als Jugendlicher gemalt hatte. Sie unterscheiden sich von seinen letzten Werken in jeglicher Hinsicht. Aber er hatte Malerei studiert und hatte zudem ein unglaubliches Talent. Er beherrschte die Technik. Doch dadurch, dass er das alles konnte, hatte er die uneingeschränkte Freiheit später seinen Stil zu entwickeln. So wie ein klassisch ausgebildeter Balletttänzer jeden Stil tanzen kann, den er will – Modern, Hip-Hop, Jazz… was auch immer.
Nach so vielen Worten will ich allen Interessierten sagen: Seid stolz auf das was ihr macht. Habt eine gewisse Demut vor denen, die es gut beherrschen und lernt davon.
Ausnahmen bestätigen immer die Regel. So ist mein Beitrag auch heute nicht amüsant, sondern eher ernst, aber auch das bin ich.
Wer dazu tendiert, sich durch andere und ihre Werke demotivieren zu lassen, lasst Euch sagen: Jeder hat Stärken und Schwächen. Dokumentiert werden meist nur die Stärken. Darum plädiere ich auch gern für das Imperfekte.
Ein wunderbares Beispiel dafür sind meine Fotos. Wenn ich durch die vielen Aufnahmen auf meiner Kamera blättere, schaffen es nur wenige davon, im Blog gezeigt zu werden. Die meisten werden gleich gelöscht. Hin und wieder sind sie aber so schlecht, dass sie schon wieder lustig sind und ich habe immer mehr Spaß daran, eben auch Outtakes zu zeigen, die natürlich auch einer strengen Zensur unterliegen.
Darum präsentiere ich jetzt zum Abschluß noch einige meiner Outtakes wider dem Perfektionismus.

Ich danke Anja Jäger ganz, ganz herzlich für die Gelegenheit, ein Interview geben zu dürfen. Schaut Euch auf ihrer Seite um. Sie ist ein sehr interessanter Mensch/Künstlerin mit vielen Interessen und einem unglaublichem Einfühlungsvermögen.
Bei Milliblus entschuldige ich mich dafür, dass ich meinen vorgesehen Blogpost über das Kleid auf nächste Woche verschiebe, aber ich glaube, dass ist nicht so schlimm, weil ich gerade gestern über sie schrieb und die Leidenschaft für die Stoffe hält an.
Ich wünsche allen einen schönen Donnerstag und rumse jetzt mal ein wenig, weil das hier so viel für mich ist, auch wenn die Fotos lediglich Outtakes sind.
Getreu dem Motto vom gestrigen Post: Was tut man nicht alles, um die Menschen in seiner Umgebung zu belustigen.

Mein eigenes Design: Rucksack/Tasche

Liebe auf den ersten Blick – nach den Nachbesserungen

Das Problem

Ich habe ja mindestens 2 Seiten in mir … sicherlich noch mehr, aber wenn es um Mode und alles was dazu gehört geht, gibt es die Seite, die etwas Schönes will und dann die, die es praktisch mag.
Beide Seiten haben ihre Berechtigung. Tolle obermodische Schuhe mit hohen Absätzen – der Wahnsinn! Aber flache Treter, optisch vielleicht nicht gerade schön, aber unbezahlbar für längere Fußtouren.
Bisher war insbesondere auf Reisen immer mein Eastpack mit dabei. Er ist unheimlich praktisch, bequem zu tragen, man bekommt viel rein und alles ist darin sicher verstaut (es sei denn, ich habe meine Wasserflasche nicht richtig zugedreht). Wer ein solches Stück besitzt, weiß wovon ich spreche. Aber optisch für ein nettes Restaurant…  no! Wenn ich mit meinem weltbesten Partner verreise, ist dieser Rucksack eigentlich immer dabei. Vorallem im Flieger, weil da mein iPad, meine ganzen Aufladekabel, iPhone, eReader und iPod und natürlich diverse Kosmetiksachen dabei sind. Für den Inhalt hätte ich natürlich auch Handtaschen, aber ganz ehrlich, nach einer Weile des Wartens auf den Flieger, dem herumstöbern in Dutyfreeshops und dem ständigen Toilettenbesuchen aus Angst vorm Fliegen, ist mir meine Tasche dann zu schwer. Also der Rucksack. Im Gepäck dann natürlich noch eine Handtasche, wenn man abends mal schön essen geht. Nach meiner weiblichen Logik nimmt diese Handtasche mindestens den Platz von 2 Paar Schuhen ein.
Seit einiger Zeit hege ich also den Gedanken, mir eine Kombi-Rucksack-Tasche zu nähen. Es gibt zwar manche Modelle zu kaufen, aber die, die ich bisher gesehen habe, waren meisten zu klein und mindestens als Rucksack, spätestens für meinen ganzen Kladderadatsch nicht tauglich. Im Internet fand ich neulich ein Modell, aber es war weit außerhalb meiner finanziellen Verhältnisse. Dennoch habe ich einen Screenshot gemacht und Teile dieses Modells in mein eigenes Design einfließen lassen.
Meine 2. Anforderung an einen Rucksack, die auch der Eastpack nicht erfüllt: Die Außentaschen sind in Städten wie Rom, wo man ständig vor Taschendieben gewarnt wird, nicht tauglich. Tatsächlich habe ich einen Lederrucksack, der an der Rückenseite ein Einsteckfach hat. Auch das wollte ich unbedingt haben. Allein schon deshalb, um dort meine Bordkarte vor Abflug zu deponieren. Obwohl… die nimmt mittlerweile nur noch mein Weltbester an sich, da ich in der Vergangenheit dieses Papierstück einmal im Raucherraum liegengelassen habe (da war allerdings meine Mutter Zeugin dieses Vorfalls was nicht minder  schlimm ist) und ein weiteres Mal zusammen mit einer Papiertüte vom Brötchen in den Abfall warf. Das Herausfischen vor der japanischen Reisegruppe, die sich als Treffpunkt genau die Abfalleimer ausgesucht hatten, war nicht unbedingt etwas für die Stärkung des Selbstbewußtseins. Das süffisante Lächeln des Weltbesten übrigens auch nicht… da ahnte er aber noch nicht, dass das erst der Anfang einer Reihe von Mißgeschicken meinerseits war (es endete mit dem gemeinsamen Aussperren auf dem Hotelbalkon abends um 23.00! – Handys im Zimmer!) Seitdem nimmt er demonstrativ unsere Bordkarten an sich. Und das Hotel hat den Verriegelungsmechanismus der Balkontüren geändert. Danke!

Nachdem ich neulich den Stoffladen meines Vertrauens „Das Königskind“ entdeckte, kaufte ich nicht nur als erstes den tollen Jersey von Milliblus sondern auch 90 cm silbernes Kunstleder.

Wie lange ich gedanklich an diesem Projekt gesessen habe, kann ich gar nicht sagen. Ich habe nicht mal eine Zeichung dazu gemacht, sondern irgendwann am Wochenende einfach losgelegt. Die größte Schwierigkeit bestand darin, einen grauen, ca.50 cm langen Reißverschluß zu bekommen, der silberne Metalldingens hat. Ich habe ca. 4 Reißverschlüsse gekauft und am Ende funktionierten doch nur die Schwarzen.

Weil ich kein wirklich geübter Taschennäher bin, stellt mich so ein Projekt immer vor gewisse Herausforderungen. Während ich Kleidung meist nach einem gewissen Ablauf nähe, muss ich beim Taschennähen immer vorausdenken und quasi von Innen nach Außen nähen. Der Zuschnitt des Kunstleders war problemlos. Futterstoff in Form einer ausgedienten Gardine meines jüngsten Sohnes stand ausreichend zur Verfügung, aber nach dem Zuschnitt des Futters musste ich erstmal überlegen, was ich Innen eigentlich so alles haben will. Erst dachte ich an einen Innentasche mit Reißverschluß, weil die in allen guten Taschen sind, bis mir klar wurde, dass ich die Reißverschlüsse eigentlich ausnahmslos offen habe. Die Mühe sparte ich mir also und fertigte mir reichlich Steckfächer, denn schließlich muss man Fächer haben, um überhaupt suchen zu können.

Die Innenseite nach außen gekehrt.

Dann hatte ich die Idee, einer „Trennwand“… allerdings erst nachdem ich das Futter zusammengenäht hatte. War egal, ich wollte es und machte es. Den Taschenboden verstärkte ich übrigens mit einer festen Vlieseline am Kunstlederteil und am Futter verarbeitete ich ein Rest festen Teddystoff, um dem ganzen eine angenehme Festigkeit und Polsterung zu geben.

Die „Trennwand“ in der Mitte.

Gerade bemerke ich, dass ich das alles gar nicht mit Fotos zeigen kann, weil ich so auf das Nähen konzentriert war, dass ich vergaß, Fotos zu machen. Nun denn… ich zähle auf Euer Vorstellungsvermögen.

Trennwand und Steckfächer

Die nächste Herausforderung war eher an meine Nähmaschine als an meinen Kopf gestellt. Ich schwöre, ich habe sie heute stöhnen hören, als ich nochmals mit dem Rucksack ankam, obwohl ich ihr gestern lobend über das Gehäuse strich und sagte, „jetzt hast Du es geschafft!“. Aber sie hat wacker durchgehalten, wenn auch nicht die 3 Nadeln,
Tatsächlich war ich gestern nämlich fertig, hatte schon fröhlich bei Instagram gepostet, aber ich war nicht so richtig zufrieden damit. Heute morgen wußte ich dann auch warum. Ich hatte ursprünglich vorgesehen, die Taschengurte selbstzumachen, fand dann aber die silbernen Henkel im Laden und benutzte sie. Für die Taschenversion waren sie gut, aber sobald ich sie als Rucksackgurte umfunkionierte, saß die ganze Tasche komisch am Rücken. Die Griffe waren einfach nicht lang genug und deshalb mußte meine Nähmaschine heute nochmal ran und ich nähte verstellbare Gurte. Und diese Dinger sind das i-Tüpfelchen. Als ich sie an meinen Taschenrucksack machte war ich so überglücklich! Ich war spontan in das gute Stück verliebt.

Meiner Nähmaschine würde ich die fetten Nähte mir den Gurten nicht nochmal zumuten wollen. Sollte ich so eine Rucksacktasche nochmal machen, würde ich wahrscheinlich Nieten zum befestigen nehmen, was ich vielleicht noch nachholen werden, weil die Nähmaschine viele Stiche ausgelassen hat. Das sind ein paar Schönheitsfehler daran, aber auf die werde ich natürlich nicht hinweisen und schon gar nicht darüber schreiben.

Bühne frei für meine Rucksacktasche und meinen Taschenrucksack!

Voller stolz weil nicht nur für mich sondern auch für meine Anforderungen selbst entworfen und gemacht, verlinke ich es bei Rums

Silberne Audrey

Gestern war Weltfrauentag und ich schrieb einen Teil meiner Gedanken zu diesem Thema in meinen hier im Blog. Dabei war ich gedanklich viel bei meinen Kindern und meiner Vergangenheit.
Gleichzeitig fand eine Idee, die ich schon lange mit mir herumtrage, endlich eine Form.

2 Kinder und ein Shirt

Ich beginne mal mit meinem jüngsten Sohn, der jetzt 27 Jahre alt ist. Als er kurz nach seinem Abitur aus der Wohnung hier auszog und seinen damaligen Wohnsitz in Darmstadt hatte, gab er mir 2 T-Shirts, die seine Großmutter ihm einmal zum Geburtstag geschenkt hatte. Es waren 2 stinknormale, weiße T-Shirts für Männer mit V-Ausschnitt und genau dieser Ausschnitt gefiel ihm nicht. Originalverpackt lag es einige Jahre hier rum, immer in meiner Absicht, irgendwann mal etwas daraus zu machen.
Mein ältester Sohn, 29, in meiner Nähe wohnend und schon seit längerer Zeit mitten im Beruf stehend, fragte mich, ob ich ihm für seine erste Wohnung ein Bild malen könnte, das er bei Ikea gesehen hatte. Es war ein wirklich schöner Druck auf Leinwand von Audrey Hepburn aus „Breakfast at Tiffanys“.
Mit seinem Bruder bei mir Zuhause wohnend, mitten im Abitur, kam ich damals nicht dazu, bis er sich das Bild nach seiner Ausbildung kaufen konnte.
Ich saß jetzt sehr lange auf diesen Shirts von dem einen Kind. Ungefähr letztes Wochenende dachte ich an das Bild von Audrey Hepburn vom anderen Sohn. Dazu kam noch meine relativ neue Vorliebe für alles was glitzert und plötzlich fügte sich in meinem Kopf alles zu einem.
Gestern, es regnete und war trübe – schrieb ich zuerst über alles, was mir in Bezug auf den Weltfrauentag durch den Kopf ging und als Ausgleich wollte ich nähen. Zuerst arbeitete ich an meinem Projekt für 12 colors of Handmade Fashion, aber das wurde mir zu anstrengend. Ich zog dann eines der weißen T-Shirts aus dem Karton und nähte es an den Seiten ab, schnitt den V-Auschnitt raus, und säumte ihn mit einer Zwillingsnadel. Danach suchte ich dann nach dem Bild aus der Wohnung meines Sohnes und fand es beim 2. Anlauf. Ich druckte es aus, setzte mich mit einem Skalpell daran und entfernte alle dunklen Stellen. Dann legte ich das Bild auf das T-Shirt, nahm mir silberene Textilfarbe, 2 Pinsel und malte alle ausgeschnittenen Stellen mit der Farbe aus. Das Ergebnis war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Aus meiner Instagramstory gestern
Das Shirt im ursprünglichen Zustand. Der V-Ausschnitt ist nicht wirklich zu erkennen, aber er ist wirklich da. Übrigens: Ganz wichtig für Vorher-Nachher-Fotos. Der ursprünglich Zustand sollte möglichst ungünstig wirken. Hier also das ungebügelte Shirt. Sieht doch wirklich furchtbar aus, oder? 🙂

Allerdings hatte ich es mir nicht vorgestellt, dass es so schwierig ist, es zu fotografieren, zumal das Tageslicht heute nicht viel hergibt.


Da ich jetzt noch ein Shirt übrig habe, werde ich mir sehr wahrscheinlich noch eine goldene Audrey machen. Vielleicht als ein Tanktop. 

Und wenn auch heute noch immer keine Sonne da ist, dann wenigstens Rums
Meine Erkältung hat sich übrigens entschieden, noch ein wenig mein Ohr zu maltretieren. Darum freue ich mich ganz besonders über Kommentar von Euch, weil ich mir gerade so abgeschnitten von der Umwelt vorkomme. 

Punkt, Punkte, am gepunktesten

 
Ich tendiere dazu, viele meiner Posts mit den Worten „vor einigen Jahren“ zu beginnen, was ich eigentlich vermeiden möchte, aber wie sonst soll ich es ausdrücken, dass ein schwarzer Jersey mit weißen Punkten schon recht lange in meinem Stofflager liegt?

Aus den wahrscheinlich 4m Stoff hatte ich ein Wickelkleid in Gr. 44 genäht und vorletztes Jahr, als es mir schon viel zu groß war, verkauft.
Der restliche Stoff lag herum und ich grübelte lange, was ich daraus machen sollte. Ein Freund schlug einen Rock vor. Fand ich total langweilig. Nochmal ein Kleid, diesmal in einer passenden Größe? Och nööö. Für den Winter ist der Stoff zu dünn und für den Sommer zu dunkel. Dann liebäugelte ich mit einer Leggings, aber da ich mir bereits eine aus Blümchenjersey, Pannesamt und Glanzjersey genäht hatte, war die Idee auch nicht gut.
Dann kam das Motto „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ von #Nähdirwas für Februar und heute machte ich mich dann an den Stoff. Und was macht man, wenn man bisher alle Schnittvorschläge verworfen hat? Man nimmt den, den man total langweilig fand, nämlich den Rock. Er wurde deshalb wieder spannend, weil ich neulich einen wirklich schönen Rock in Wickeloptik gesehen hatte. Wo ich ihn sah – keine Ahnung, also schnappte ich mir einen Jerseyrock aus meinem Kleiderschrank, nahm davon den Schnitt für das hintere Teil ab (Hinterteil wollte ich jetzt wirklich nicht schreiben) und fertigte aufgrund der Maße den Schnitt für das Vorderteil.

Ich war absolut nicht sicher, ob das alles so klappen würde, wie ich wollte, aber nach dem Zuschnitt und dem ersten Zusammenstecken, war ich guter Hoffung. 
Insgesamt habe ich nicht lange zum Nähen gebraucht und da meine Cabanjacke mich letzte Woche reichlich in Anspruch genommen hatte, war ich wirklich froh, mal relativ entspannt vor mich hinnähen zu können. 

Selbst mit einer weißen Bluse gefällt mir der Rock, obwohl ich sonst bei schwarz/weiß Kombinationen immer das Gefühl habe, ich sehe aus, wie eine C&A Verkäuferin. Früher hatten die Verkäuferinnen immer schwarze Hosen oder Röcke und weiße Oberteile an.

Die Bluse ist schon etwas älter und ich hatte sie nach einem Schnitt von Schnittvision gemacht. Wegen der übergroßen Manschetten passt sie leider nicht gut unter Pullover oder Jacken, aber es wird ja hoffentlich bald wärmer werden, sodass ich sie häufiger anziehen kann.

Übrigens habe ich mir heute morgen ein Handtuchturban aus einem der 3 Stoffe genäht, die ich gestern auf der KreativAll erstanden hatte.

Ich habe dazu den rosa Frotteestoff genommen und werde ihn Euch demnächst hier vorstellen. Auch das gings superleicht zu nähen. Aus dem mintgrünem Waffelpiquee werde ich mir einen 2. machen.
Dafür brauche ich aber noch ein schönes Schrägband, was ich mir wahrscheinlich in dem Laden aussuchen werde, in dem ich mir neuen Futterstoff für meine Cabanjacke kaufen werde. 
Da ich ja gestern Bloggeburtstag hatte, aber keinen Kuchen, wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört, habe ich wenigstens ein paar Blümchen besorgt, die ich in den Tetrapaktopf gesteckt habe, den ich letzte Woche bei Marinamiacreativa entdeckt habe. Ihre Anleitung ist sehr schön und es ist verblüffend, wie gut es funktioniert. 
Das Glas neben den Blumen habe ich aus einer alten Weinflasche gemacht. Es geht reichlich meines geliebten Ingwertees hinein. Aber auch Cocktails lassen sich daraus gut genießen.