Bloggervorbilder und Rutschstoffe

[Werbung Probenähen]

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Ich habe heute beim Nähen die Podcasts von Elle Puls gehört. In einem ihrer ersten Podcasts, damals noch als Live-Talk bei Instagram, war Pepelinchen zu Gast.

Während ich näht und den Beiden beim erzählen ihrer Bloganfänge zuhörte, musste ich sehr schmunzeln. Elke von Ellepuls und Petra von Pepelinchen sind aus heutiger Sicht schon alte Hasen in der Nähbloggerwelt. Petra noch länger als Elke. Und ich bin mit meinen 2,5 Jahren mit einer längeren Unterbrechung eher ein Newbie.

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Als ich begann, war ich erstmal erschlagen von der Nähbloggerwelt. Da waren sooo viele, die ich interessant fand. Mit meinem baldigen Einstieg bei Instagram, wurde ich dann auf die Beiden aufmerksam und sie wurden schnell zu meinen Blogidolen. Ich glaube, ich habe ein kleines Freudentänzchen aufgeführt, als Pepelinchen mich abonnierte.

Wir haben jetzt August 2018 und ich hatte die große Freude, Elke und Petra mittlerweile persönlich kennenzulernen. Petra traf ich das erste Mal dieses Jahr auf der h+h in Köln. Wir verstanden uns von Anfang an gut und hatten kurz darauf unseren erfolgreichen Etuikleid Sew Along. Ende Juni lernte ich Elke bei einer Feier von Schnittmuster Berlin persönlich kenne und auch da stimmte die Chemie. Weiterlesen „Bloggervorbilder und Rutschstoffe“

Etuikleid Sewalong – Anpassungen

Dieser Beitrag enthält Werbung wegen Nennung von Bezugsquellen und Stoff, der mir kostenlos zur Verfügung gestellt wurde

In unserem Etuikleid Sewalong sind wir schon weit vorangeschritten. Viele haben ihr 1. Kleid schon fertig, aber es ist keine Eile geboten. Besonders freue ich mich über diejenigen, die durch unseren Sewalong den Mut fanden, endlich ein Etuikleid zu nähen.

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Mein erstes Kleid nähte ich vor dem offiziellen Start, einfach um ein Beispiel zeigen zu können. Mein Schnitt hatte ich über Pinterest gefunden und die Wahl fiel auf das Pam Dress. Zudem hatte mir Petra von Pepelinchen 2 tolle Stoffe zur Verfügung gestellt.

Der Schnitt ist für meine Verhältnisse einfach zu nähen und selbst der Reissverschluss am Rücken gelingt mit einem Spezialnähfuss für nahtverdeckte einwandfrei.

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Für das 2. Kleid wollte ich einen anderen Schnitt wählen, stieß dann aber auf Grund meiner Stoffmenge auf Grenzen und nach einigem erfolglosen Suchen, griff ich wieder zum Pam Dress. Es ging ja einfach und schnell.

Wehe dem, der meint, nach einem Kleid schon eine gewisse Routine zu haben. So bemerkte ich nach dem Zuschnitt, dass Vorder- wie auch Rückenteil im Bruch zugeschnitten hatte. Letzteres hätte für den Reißverschluss in der Mitte offen sein müssen. Mein erster Impuls: Ich schneide den Bruch einfach auf, aber da stoppte ich dann doch, weil mir die Nahtzugaben für die Naht und Reißverschluss fehlen würden. Also schnell einen Plan B entwickeln. Und wenn ich eines gut kann, dann ist es improvisieren. Kurzerhand entschied ich mich, den Reißverschluss an die Seite zu legen. Eine erste Anprobe mit zig Nadeln zeigte, dass die Idee funktionierte.

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Die 2. Änderung, die ich vornahm, war der Halsausschnitt. Ich wollte ihn ein wenig größer haben, als beim ersten Kleid. Halsausschnitte gehörten lange Zeit zu meinen persönlichen Schwachstellen beim nähen, weil sie oft wider erwarten abstanden. Mit einem Vliesstreifen verstärkte ich erstmal die Nahtkante, passte den Beleg an den neuen Ausschnitt an und war sehr erleichtert, dass es geklappt hatte. Der Rest war schnell genäht und als ich alles anprobierte, bemerkte ich, dass das Kleid nicht saß. Es war insbesondere um die Taille und Hüfte zu weit. Auch das war schnell behoben. Dennoch wundere ich mich noch immer, dass Kleid Nr. 2 aus dem gleichen Material, zwar 2 mal im Bruch zugeschnitten, plötzlich zu weit war.

Als ich es am Abend meinem Partner zeigte, bemerkte er am Rücken noch einige Unstimmigkeiten, die mir vorher nur minimalst aufgefallen waren.

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Das Problem waren am Ende die Abnäher im Rücken. Auf wundersame Weise sassen sie zu weit außen, was der Grund für den Falten wurf war. So trennte ich sie nochmals auf, plazierte sie mehr zur Mitte und schon war das Problem gelöst. Weiterlesen „Etuikleid Sewalong – Anpassungen“

Pascale und andere Unfälle

[Beitrag enthält Werbung wegen Benennung von Bezugsquellen]

Ach Du meine Güte – ich habe ja schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gebloggt. Und nächste Woche geht es in den Urlaub, da muss ich jetzt doch noch mal ran, bevor ich den Überblick über meine neu genähten Klamotten verliere.

 

 

Eigentlich habe ich in letzter Zeit gar nicht so viel genäht. Zumindest fühlt es sich so an. Aber als ich gestern endlich mal Fotos von allem machen wollte, musste ich auf eine Ikeatasche zurückgreifen, weil es so viel war. Und nachdem ich über 170 Fotos gemacht hatte, fand ich in meiner Wohnung doch noch ein paar Teile, die ich übersehen hatte.

Sommerkleidung nähen ist meist so wunderbar schnell und einfach. Es sei denn, man – also ich – greift zum wiederholten Mal zu Chiffon. Meine Hassliebe zu dem Stoff habe ich schon mehrfach hier im Blog erwähnt. Und ich will gerechtigkeitshalber nicht immer nur auf dem Chiffon rumreiten. Neu in meinem Portfolio der Rutschstoffe: Peachskin. Den entdeckte ich im holländischen Onlineshop. Er ist knitterfrei und wirklich weich wie ein Pfirsich, aber auch genauso rutschig wie ein Pfirsich aus der Dose. Wer vorweg mal testen möchte, ob er mit dem Stoff zurechtkommt, sollte sich eine Dose Pfirsichhälften zulegen und versuchen, sie unter der Nähmaschine zu dressieren.

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Für das Probenähen der Bluse Pascale aus dem Hause Schnittmusterlounge war das mein Stoff der Wahl. Mit ca. 2 Euro pro Meter war es genau das Material, um den ersten Schnitt zu fertigen. Kreischend bunt ist zudem ja nicht wirklich mein Stil, wobei da bei mir ja immer die Ausnahmen die Regel bestätigen. Und ich schwöre Euch, auf dem Bild im Shop war er dezenter. Aber gut, jetzt hatte ich ihn und er wurde erwählt.

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Für Jacqueline habe ich schon mehrmals zur Probe genäht und ich hoffe, ich kann das weiterhin machen, weil es wunderbar entspannt zugeht. Folglich kenne ich ihre Schnitte und wie man sie zusammenklebt. Da hat ja jeder Schnittersteller so seine eigenen Regeln. Madame Routine, mit Vornamen Versiert, Mittelname Überheblich-Tüdelich, druckte also alles aus, ignorierte die Anleitung und klebte zusammen. Schnitteile auf Stoff, zuschneiden, mit oben erwähnten Kämpfen genäht und als Vorder- und Rückenteil mit Nadeln verbunden waren, kam die erste Anprobe. Größe 36 hat bei den Schnitten von Schnittmusterlounge IMMER für mich gereicht. Immer! Dank des Stoffes glitt ich in das Teil hinein, aber dann…. bitte nur noch tiefenentspannte Bauchatmung! Um die Brust herum spannte es, um es milde auszudrücken. Übrigens der Bereich, wo die Abnäher vorne und hinten auslaufen. Da war nicht mehr viel rauszuholen. Also Bluse wieder ausziehen und das war der Moment, wo ich wirklich, wirklich froh war, dass Nadeln drin waren, denn ab einer gewissen Enge weigert sich das Material zu flutschen. Ich steckte tatsächlich drin fest. Um es abzukürzen… ich entfernte die Abnäher am Rücken, nähte mit der Overlock die Seitennähte so knappkantig wie möglich und konnte Pascale retten. Die ersten Fotos in der Nähgruppen bei Facebook riefen Begeisterung für den Stoff und das Teil hervor. Und plötzlich, als standhafte Und stilsichere Frau, fand ich den Stoff auch schön. Nur warum zum Henker passte die 36 nicht mehr? Ich druckte also Größe 38 aus und plötzlich fiel mir wieder ein, dass die Blätter bei Jacqueline nicht überlappend sondern auf Stoß geklebt werden!!! Dahin war also die 36 entschwunden.

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Nachdem das also geklärt war, kam der Punktechiffon an die Reihe und siehe da – Pascale passte,  wenn auch nicht die Punkte an den Nähten, aber ich verzichtete bewusst auf die Möglichkeit, die vordere Mittelnaht mit Band oder Rüschen zu verzieren. Und was ich bei Streifen nicht kann, kann ich bei Punkten auch nicht – nämlich schön aufeinandernähen. Wozu auch. Meine Argumentation: Wenn ein Schnittersteller sich schon die Mühe macht, Abnäher und vordere Mittelnähte zu designen, dann soll man diese auch durch Sichtbarkeit würdigen. So!

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Jetzt waren die beiden Blusen fertig und mussten nur noch fotografiert werden. Mein üblicher Sommerfotoplatz war durch den neuen Eigentümer/Vermieter belegt. Der werkelte nämlich die ganze Woche am Schuppen im Garten. Ich hingegen war vorwiegend bei meinem Freund zu Hause, hatte aber keine Lust, meine große Kamera mit Stativ mitzunehmen. Also wich ich auf meine kleine Kamera aus, die ich über mein Handy fernauslösen kann – könnte, also theoretisch. Jacqueline brauchte die Fotos und meine Kamera glänzte durch Verbindungsprobleme mit meinem Handy. Mein Partner bemerkte meinen Frust und bot spontan an, mir zu helfen. So war eine gefrustete und unmotivierte Frau vor und ein genauso unmotivierter mit Rückenschmerzen geplagter Mann hinter der Kamera. Aber wir erledigten die Aufgabe! Dabei kam es wieder zu Szenen, die nur mit meinem Partner vorkommen. Er: „Also motivieren werde ich Dich nicht.“ Ich: „Ist klar!“. Ohne Musik beim Fotografieren geht es schlecht. Also begann ich mir Musik zu denken und hampelte alsbald herum. Er: „Du bist so ein Kasper!“ Ja, was denn nun?!?

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Aber keine Sorge, wir hatten keine Krise. Mein Partner hatte am Ende sein Vergnügen, indem er mich dann auch beim Umziehen fotografierte und überhaupt Gesichtsausdrücke von mir festhielt, die mir bis dato völlig unbekannt waren.

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Die Fotosession in meinem Garten war dann wieder so, wie ich sie wollte. Allein, mit Musik und weniger Outtakes.

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So, und wenn ich schon Werbung in diesem Beitrag markieren muss, will ich sie jetzt auch machen. Die Bluse Pascale von Schnittmusterlounge ist ein toller Schnitt und ideal für den Sommer. Aber auch mit langen Ärmeln, mit Rüschen oder schlichter Borte vorne, tiefen oder kürzerem Ausschnitt ein Allrounder. Knöpfe entfallen und dennoch sitzt die Bluse toll auf Figur. Ich habe bei beiden Blusen den tiefen Ausschnitt gewählt und jeweils die Sommervariante mit kurzen bzw. gar keinen Ärmeln genäht. Die Anleitung ist klar und deutlich (ja, ich habe sie dann auch noch gelesen!) und auch für Nähanfängerinnen geeignet. Als Muttertagsspecial gibt es den Schnitt für den halben Preis.

 

 

Und da mein Blogtext jetzt doch länger als vorgesehen geworden ist, werde ich Euch die anderen Oberteile ein anderes Mal vorstellen. Da erwarten Euch dann u.a. Schnitte von Kibadoo, Sewera und Muckelie.

Mich würde übrigens sehr interessieren, ob und welche Nähunfälle bei Euch so passieren. Ihr könnt sie gern in die Kommentare schreiben. Sie werden selbstverständlich vertraulich behandelt 😉

Die Fakten:

Schnitt: Bluse Pascale von Schnittmusterlounge für Webware und auch in Petite Größen.

Stoff: Peachskin (z.zt in der Variante ausverkauft) und Chiffon von Driessenstoffen.

Ich werde jetzt verspätet zu Rums gehen und wünsche Euch einen schönen Feiertag und vielleicht ja auch ein verlängertes Wochenende. Ab nächster Woche bin ich im Urlaub. Wer mag, kann mich bei Instagram begleiten.

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Mit Umeko in der Fashion Revolution Week

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Fashion Revolution

Vor 5 Jahren stürzte in Bangladesh ein Gebäude ein, in dem neben einer Bank und Geschäften auch diverse Textilfabriken untergebracht waren. Am Tag zuvor waren Risse im Gebäude bemerkt worden und es wurde von der Polizei gesperrt. Dennoch befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes mehr als 3000 Menschen im Rana Plaza. Die Betreiber der Textilunternehmen hatten ihre Angestellten trotz des gesperrten Gebäudes und der Gefahr, die davon ausging, zur Arbeit gezwungen. Es starben 1135 Menschen  und 2438 wurden verletzt. Die Kritik und Proteste, die damals endlich laut wurden, richteten sich an die vielen Bekleidungsunternehmen. Doch nicht nur die Billigketten lassen dort zu Gehältern weit unter dem Mindestlohn unter katastrophalen Bedingungen ihre Kleidung fertigen – es sind auch oftmals teure Designerlabels. Und während wir heutzutage in günstigen Klamotten bessere Konditionen für unser Arbeitsleben fordern, hat sich in der Bekleidungsindustrie in den sogenannten Drittstaaten wenig geändert.

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Ist Boykott die Lösung?

Was würde ein Boykott dieser Marken bewirken? Letztlich nichts Gutes, denn viele der Näherinnen in den Fabriken sind froh, überhaupt einen Job zu haben. Letztes Jahr hörte ich dazu einen Beitrag im Deutschlandfunk. In einem Interview bat die befragte Näherin ausdrücklich um keinen Boykott, weil so viele Menschen z.B. in Bangladesh von der Arbeit abhängig sind.  Das Problem ist sehr vielschichtig und es gibt bzw. gab diverse Dokumentationen zu dem Thema (meist spät abends – wie immer). Übrigens beschränkt sich diese Situation nicht nur auf die Bekleidungsindustrie – sie ist fast überall. Ob Ausbeutung der Arbeitskräfte und/oder der Natur. Unser Wohlstand, auf den wir oft so stolz sind, wird auf dem Rücken ärmerer Länder ausgetragen.

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Ich bin Teil des Systems

Ich bin ein Teil davon, allein schon deshalb, weil ich ein kleiner Elektronikfreak bin und gern ein schickes Smartphone, Tablet und einen Laptop habe. Ich trage Schuhe, die wahrscheinlich unter katastrophalen Bedingungen hergestellt wurden. Ich esse manchmal Fleisch von Tieren aus Massentierhaltung, kaufe Gemüse im Supermarkt das aus fernen Ländern importiert wurde und in Plastik verpackt ist. Tatsächlich kann ich mir vieles nicht leisten, was unter moralischen und ökologischen Gesichtspunkten besser wäre. Aber manchmal will ich auch einfach ein bestimmtes Produkt haben, weil es mir gefällt. Mein Gewissen beruhige ich dann mit dem Wissen, zumindest ein bisschen was zu tun, in dem ich z.B. seit einigen Jahren Naturstrom von einem Unternehmen beziehe, dass nicht an die großen Stromgesellschaften angeschlossen ist. Am Ende muss man abwägen. Ich schaffe es nur selten konsequent, aber ich versuche es.

Seit gut einem Jahr nähe ich meine Kleidung selbst und habe mir außer einer Winterjacke, für die ich noch ein Gutschein hatte, nichts mehr gekauft. Seit kurzem nähe ich auch Unterwäsche und Badebekleidung. Dabei stelle ich mir manchmal die Frage, wo und wie die Stoffe produziert wurden, denn auch hier gibt es Unterschiede. Ich kann mir oft nicht die in Deutschland mit Öko-Tex Zertifikat hergestellten Stoffe leisten. Vor kurzem kaufte ich einen günstigen Stoff über einen Händler in Holland. Leider riecht das Teil nach ausgiebigen Lüften und Waschen noch immer fürchterlich nach Chemie. Was letztlich drin steckt, wo der Stoff herkommt – ich weiß es nicht.

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David gegen Goliath

Der Wunsch nach einer besseren Umwelt kommt mir manchmal wie ein Kampf zwischen David und Goliath vor. Wir kaufen Energiesparlampen, achten auf A++ Geräte im Haushalt, fahren Fahrrad anstatt Auto, buchen vielleicht einen Urlaub im Inland anstatt mit dem Flieger in ferne Regionen zu fliegen. Und was macht die Industrie? Sie tut so, als hätten wir eine nimmer endende Quelle der Resourcen. Allein in Deutschland wird Bauxit aus brasilianischen Regenwäldern, die vorher abgeholzt wurden, zu Aluminium verarbeitet, dessen täglicher Stromverbrauch dem Jahresdurchschnitt einer mittelgroßen deutschen Stadt entspricht. Weiterlesen „Mit Umeko in der Fashion Revolution Week“

M und M macht Blau

M und M macht Blau
Ein Blogbeitrag mit Werbung

Ihr Lieben,

da schrieb ich noch in meinem Blogbeitrag h+h Köln – ein ganz persönlicher Rückblick , dass ich ohne Kooperationsanfragen zurückgekommen bin und schon bekam ich über Instagram die Anfrage von Schnittmuster Berlin, ob ich 2 Schnitte ihrer neuen Kollektion designnähen würde.  Die Welt war für mich wieder im Lot.

Bevor ich jetzt weiterschreibe, möchte ich darauf hinweisen, dass alle Leser, die nicht zu Schnittmuster Berlin gehören, den gesamte Text lesen können. Schnittmuster Berlin bitte ab jetzt die kursiv geschriebenen Absätze überspringen, sonst blättert mein Image der erfahrenen und versierten Näherin.

Die Qual der Wahl

Schritt 1 stellte mich schon vor eine Herausforderung: 2 Schnitte aus der Kollektion aussuchen. Hört sich jetzt nicht schwierig an, aber bei den vielen schönen Teilen, war es wirklich nicht einfach, sich auf 2 zu beschränken.

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Schritt 2 war da schon deutlich einfacher: Die Stoffwahl. Glücklicherweise hatte ich kurz vorher in Holland Stoffe bestellt und die Auswahl wäre wesentlich schwieriger gewesen, hätte ich nicht fast ausschließlich 1,50 m bestellt. Die Schnitte wollten aber mindestens 1,60 m haben. So flogen just die meisten zurück ins Lager. Übrig blieben 2 blaue Stoffe. Einmal Jersey und einmal Chiffon. Die Papierschnitte waren auch ratzfatz da und es konnte losgehen.

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Projekt 1: Das Kleid Martha

Martha sprang mich sofort an, weil mir dieser gürtelähnliche Teil an der Seite sehr gut gefiel. Zudem war ich natürlich neugierig, wie man so einen Effekt hinbekommt. Schnittmuster abpausen, auf Stoff legen und zuschneiden! Hierbei ist das genaue Abpausen der Markierungen sehr wichtig. Falten an der Seite legen, an den Schultern legen, feststeppen – klappt! Dann 2 Raffnähte machen – klar, auch kein Problem. Vorweg schon die Schulternähte und die eine „einfache“ Seitennaht zusammensteppen, um mal eine ungefähre Idee der Passform zu bekommen. Auch hier, Daumen hoch. Für die andere Seitennaht, da wo die Falten und Raffungen waren, schaute ich mal vorsichtshalber im Blog nach der Anleitung nach und beendete (offiziell) auch die Naht.

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Zwischen Seitennaht 2 und beenden lag aber mindestens ein Tag und eine schlaflose Nacht, die eher vom Vollmond kam. Tagsüber hatte ich mich hingebungsvoll dem Auftrennen der Nähte gewidmet. Nicht einmal, nein – gleich mehrmals. Es sah einfach nicht so aus, wie auf der Zeichnung. Und im Blog war dieses Bild, dass mir schlichtweg Fragenzeichen ins Gesicht zauberte. Mein Hirn hatte einen Knoten von der Größe des Eisbergs, den die Titanic rammte. In der schlaflosen Nacht gingen mir diverse Dinge durch den Kopf, die ich Euch hier erspare. Gegen 3.00 oder 4.00 machte es dann „Klick“ im Kopf. Und das ist einer dieser Klicks, die ganz spontan kommen, ohne das man vorher lange darüber gegrübelt hatte. Der Eisberg war spontan geschmolzen. Das ich danach wieder einschlafen konnte, grenzt an ein Wunder. Nach dem Aufstehen verpflegte ich noch schnell meinen Freund mit Frühstück und setzte mich dann an die Nähmaschine. Ja, mein Hirn hatte den richtigen Klick gehabt. Das Kleid saß, die Markierungen und das Bild im Anleitungsblog ergaben plötzlich Sinn und ich fragte mich, warum ich da nicht schon vorher drauf gekommen war. Am Ende schob ich die Schuld auf den Blätterstoff… wenn man vor Blättern den Wald nicht sieht (oder so ähnlich!).

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Da das Kleid so problemlos zu nähen war, habe ich mich gleich an ein Zweites gemacht, wobei ich diesmal einen V-Ausschnitt wählte (ach ja, und die Falten an der Schulter diesmal in die richtige Richtung legte). Das das Faltenelement bei diesem Kleid auf der anderen Seite liegt, war natürlich Absicht (nicht, dass jemand denkt, ich hätte den Stoff falsch herum gelegt!….öhm) Am Rockteil nahm ich noch etwas Weite weg und schon war Martha Nr. 2 fertig. Weiterlesen „M und M macht Blau“